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Greenpeace kontert Ölkonzern mit Gegenklage: Österreich muss bei Anti-SLAPP-Schutz endlich liefern

17.04.2026

SLAPP-Gegenklage in den Niederlanden möglich – Österreich bei EU-Umsetzung von Anti-SLAPP-Gesetz massiv säumig

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© Gerd Altmann pixabay.com
Wien/Amsterdam – Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert die sofortige und lückenlose Umsetzung der EU-Anti-SLAPP-Richtlinie in Österreich. In den Niederlanden zeigt sich die Effektivität einer starken Gesetzgebung: Am Bezirksgericht Amsterdam ist heute eine entscheidende Anhörung, bei der sich Greenpeace International mit einer Gegenklage gegen den US-Pipeline-Konzern Energy Transfer wehrt. Der Konzern versucht, die Organisation mit millionenschweren Schadenersatzforderungen finanziell zu ruinieren – eine klassische SLAPP-Klage (Strategic Lawsuit Against Public Participation), die darauf abzielt, öffentliche Kritik zu ersticken. Während das Recht in den Niederlanden diesen Schutz bereits bietet, fehlt in Österreich wenige Wochen vor Ablauf der EU-Frist am 7. Mai noch immer ein entsprechender Gesetzesentwurf.


Da 90 Prozent aller Einschüchterungsklagen rein national stattfinden, fordert Greenpeace von Justizministerin Anna Sporrer eine Ausweitung des Gesetzes über grenzüberschreitende Klagen hinaus. Nur so kann ein wirksamer Schutzschirm für die österreichische Zivilgesellschaft sichergestellt werden.

Ursula Bittner, Organisationssprecherin von Greenpeace: „Der US-Ölkonzern Energy Transfer will Greenpeace mit einer Millionenklage finanziell ruinieren. Das ist ein Frontalangriff auf den Umweltschutz. Während Greenpeace sich in den Niederlanden mit einer Gegenklage wehren kann, lässt die österreichische Bundesregierung die Zivilgesellschaft im Regen stehen. Wir brauchen kein zahnloses Alibi-Gesetz, sondern einen echten Schutzschirm gegen Konzern-Angriffe. Wer nationale Fälle ausklammert, liefert die Zivilgesellschaft und den Journalistinnen und Journalisten schutzlos aus.“

 

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