Greenpeace erzielt wichtigen Erfolg im Rechtsstreit gegen Energiekonzern Energy Transfer
Greenpeace wirft Energy Transfer vor, die Umweltorganisation durch wiederholte Klagen in den USA gezielt einschüchtern und zum Schweigen bringen zu wollen. Solche sogenannten SLAPP-Klagen (Strategic Lawsuits Against Public Participation) sollen Kritikerinnen und Kritiker durch hohe Prozesskosten und langwierige Gerichtsverfahren unter Druck setzen.
„Die Menschen haben genug davon, dass milliardenschwere Konzerne glauben, das Recht gelte nicht für sie“, erklärte Greenpeace-International-Geschäftsführer Mads Christensen. Energy Transfer müsse sich nun auch in den Niederlanden für sein Vorgehen verantworten.
Das Gericht entschied zudem, dass Energy Transfer die bisherigen Verfahrenskosten von Greenpeace in Höhe von 1.495 Euro tragen muss. Das Unternehmen hat nun sechs Wochen Zeit, seine Verteidigung in der Sache vorzulegen.
Der Konflikt geht auf die Proteste gegen die umstrittene Dakota-Access-Pipeline in den USA zurück. Greenpeace sieht die Klagen von Energy Transfer als Versuch, die Meinungsfreiheit einzuschränken und die Unterstützung für die von indigenen Gruppen angeführten Proteste zu bestrafen.
Parallel dazu läuft in den USA weiterhin ein Verfahren gegen Greenpeace. Dort war die Organisation im Februar 2026 zu einer Zahlung von 345 Millionen US-Dollar an Energy Transfer verurteilt worden. Greenpeace strebt eine Neuverhandlung an und will notfalls bis vor den Obersten Gerichtshof des Bundesstaates North Dakota ziehen.
Für Greenpeace ist die Entscheidung aus Amsterdam ein wichtiges Signal im Kampf gegen Einschüchterungsklagen und für den Schutz von Meinungsfreiheit und zivilgesellschaftlichem Engagement.