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Greenpeace-Analyse: Knapp 60 Prozent der Grundwasserstände in Österreich auf Tiefstand

25.07.2025

Trotz Juli-Regen steht jede zehnte Messstelle so tief wie noch nie – Greenpeace fordert starke Wasserstrategie

wassertropfen.jpg
Wasser © cromagnon130 pixabay.com

Wien - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die österreichischen Grundwasserstände analysiert. Der Zustand des Grundwassers ist alarmierend: Bei fast 60 Prozent aller Messstellen ist der Grundwasserstand aktuell niedrig oder sogar sehr niedrig. Bei mehr als jeder zehnten Grundwassermessstelle liegt der Wasserstand so niedrig wie Mitte Juli noch nie. Besonders betroffen sind die westlichen Bundesländer, wo sich der schneearme Winter und regenarme Frühling noch immer drastisch bemerkbar machen. Greenpeace fordert von der Bundesregierung eine starke Wasserstrategie, die unsere Lebensgrundlage schützt.

Sebastian Theissing-Matei, Wasserexperte bei Greenpeace: „Unser Wasserhaushalt steht unter Druck. Trotz des vielen Regens im Juli sind viele Grundwasserstände weiterhin dramatisch niedrig – teils so tief wie noch nie zu dieser Jahreszeit. Das ist kein Naturphänomen, sondern ein Alarmsignal der Klimakrise.”

Eine Greenpeace-Analyse der Grundwasserstände in Österreich hat ergeben: Trotz ausgiebigem Regen in den letzten Wochen weisen noch immer rund 59 Prozent aller Messstellen in Österreich einen niedrigen oder sehr niedrigen Grundwasserstand auf. Besonders dramatisch ist die Lage in Westösterreich: In Tirol stehen 86 Prozent der Messstellen auf niedrigem oder sehr niedrigem Niveau. In Salzburg sind es 85 Prozent, in Vorarlberg 72 Prozent und in Oberösterreich 70 Prozent. Der ungewöhnlich schneearme Winter hat hier deutliche Spuren hinterlassen – es fehlte im Frühling an Schmelzwasser, um den Grundwasserpegel aufzufüllen. Auch in Kärnten ist die Lage angespannt. Hier sind über die Hälfte der Grundwasserstände niedrig oder sehr niedrig.

In Ostösterreich halten sich viele Grundwasserspeicher noch dank der starken Regenfälle vom September 2024, doch auch dort zeigt der Trend klar nach unten. Im Burgenland zeigen bereits 60 Prozent aller Messstellen niedrige Werte. Die Analyse macht deutlich: Die Klimakrise bringt den Wasserhaushalt Österreichs aus dem Gleichgewicht – regional unterschiedlich, aber flächendeckend spürbar.

Grundwasser ist unsere wichtigste Trinkwasserquelle – aber auch unerlässlich für Landwirtschaft und Industrie. Doch Österreich ist nicht ausreichend auf die zunehmende Konkurrenz um das knapper werdende Wasser vorbereitet. Greenpeace fordert daher eine echte Wende in der Wasserpolitik: Das angekündigte Wasserentnahme-Register muss rasch umgesetzt werden, ebenso wie eine umfassende Wasserstrategie, die alle Bereiche des Wasserverbrauchs einbezieht. „Was wir jetzt versäumen, wird uns morgen teuer zu stehen kommen. Die Politik darf nicht länger zusehen, wie wir uns planlos in eine handfeste Wasserkrise stürzen. Wasser darf nicht erst dann zur Priorität werden, wenn es bereits fehlt“, so Theissing-Matei.

 

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