Green Finance Alliance: Über 6 Milliarden Euro für die grüne Transformation
Der Fortschrittsbericht 2025 dokumentiert nicht nur wachsende Investitionsvolumina, sondern auch deutliche Verbesserungen bei der Umsetzung der anspruchsvollen Kriterien, die jedes Mitglied jährlich erfüllen muss. Dazu zählen der schrittweise Ausstieg aus fossilen Energieträgern, die Entwicklung einer umfassenden Klima- und Engagementstrategie sowie der Ausbau nachhaltiger Finanzierungs- und Anlageaktivitäten. 2024 wurden über 80 Prozent aller Kriterien vollständig erfüllt – ein klarer Beleg für den Fortschritt im Kerngeschäft.
Privates Kapital als Schlüssel für die Klimawende
Der Bedarf an Investitionen ist enorm: Allein in Österreich braucht es bis 2040 jährlich zusätzliche 6,4 bis 11,2 Milliarden Euro, um die notwendige Transformation der Wirtschaft zu stemmen. Öffentliche Mittel reichen dafür nicht aus. Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig betont daher die Rolle privater Finanzakteure:
„Die Green Finance Alliance zeigt, wie Finanzunternehmen Verantwortung übernehmen und private Mittel für umwelt- und klimafreundliche Projekte mobilisieren. Ich lade alle österreichischen Banken, Versicherungen und Vorsorgekassen ein, Teil dieser Initiative zu werden.“
Enger Schulterschluss zwischen Staat und Finanzsektor
Während sich andere internationale Initiativen zurückgezogen haben, setzt die Green Finance Alliance auf ein weltweit einzigartiges Modell: einen wissenschaftlich fundierten Kriterienkatalog, regelmäßiges Monitoring durch das Umweltbundesamt und eine klare strategische Steuerung durch das Ministerium. 2025 wurde mit den neuen I-PEPs – Kennzahlen zur emissionsbezogenen Portfolio-Performance – ein weiterer Meilenstein gesetzt. Ab 2026 rückt die Begleitung von Transformationsprozessen in Unternehmen noch stärker in den Mittelpunkt.
Für die Mitglieder ist die Initiative nicht nur Verpflichtung, sondern strategischer Vorteil.
„Gemeinsames Lernen und Handeln sind die wirksamsten Hebel für eine nachhaltige Transformation“, sagt Dietmar Böckmann, Vorstandsmitglied der BKS Bank. „Wir lenken unsere Kapitalströme konsequent in zukunftsfähige Projekte und machen sichtbar, dass Nachhaltigkeit auch ein Wettbewerbsvorteil ist.“
Auch die VBV-Pensions- und Vorsorgekasse zieht eine positive Bilanz: Grüne Schuldscheindarlehen über mehr als 300 Millionen Euro an die Republik Österreich, umfangreiche Investitionen in erneuerbare Energien und eine Halbierung des CO₂-Fußabdrucks der Wertpapierportfolios seit 2021 zeigen, wie konsequent die Ziele umgesetzt werden.
Nachhaltige Produkte für Kundinnen und Kunden
Neben Änderungen im Kerngeschäft bauen die Mitgliedsunternehmen auch ihr Angebot für Kundinnen und Kunden aus. Rund 40 Finanzprodukte wurden bereits mit dem Umweltzeichen 49 zertifiziert – darunter Sparprodukte, Girokonten und nachhaltige Investmentfonds. Die Hälfte aller österreichischen EMAS-zertifizierten Finanzbetriebe ist Teil der Green Finance Alliance, was zusätzlich die Qualität ihres betrieblichen Umweltmanagements bestätigt.
Über die Green Finance Alliance
Die Green Finance Alliance übersetzt das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 in konkrete Maßnahmen und klare Etappenziele. Aktuell umfasst sie zehn Finanzunternehmen mit einer Bilanzsumme von mehr als 181 Milliarden Euro und rund 23.000 Beschäftigten – von großen Banken über regionale Institute bis zu Versicherungen und Vorsorgekassen. Gemeinsam wollen sie zeigen, wie privates Kapital die Transformation der Wirtschaft vorantreiben kann.
Mit mehr als 6 Milliarden Euro an grünen Investitionen und starkem Engagement ihrer Mitglieder ist die Green Finance Alliance zu einem zentralen Motor der österreichischen Nachhaltigkeitsfinanz geworden – und ein Beispiel dafür, wie Kooperation zwischen Staat und Finanzwirtschaft in Zeiten des Klimawandels wirken kann.