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Goldmine Elektroschrott: Der unterschätzte Schlüssel für Europas Versorgungssicherheit

26.02.2026

Bis 2030 wird sich die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen vervielfachen.

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Autor Florian Würrer mit dem Climate Lab Bericht zur Rückgewinnung kritischer Rohstoffe aus Elektroschrott. © Markus Palzer-Khomenko/Climate Lab
Doch während Europa händeringend nach Unabhängigkeit von China und anderen Drittstaaten sucht, landet ein Teil der Lösung täglich im Müll.   Kreislaufwirtschaft ist damit kein ökologisches „Nice-to-have“ mehr ist, sondern harte Geopolitik.

Die Ziele der Europäischen Union sind so ambitioniert wie alternativlos: Bis 2040 sollen über 90 % der Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen stammen. Doch die Rechnung für die grüne Transformation hat eine Variable, die derzeit Sorgen bereitet: Rohstoffe. Ohne Kobalt, Lithium und Seltene Erden gibt es keine Windräder, keine Photovoltaik und keine E-Mobilität. 


Das strategische Dilemma: Abhängigkeit als Risiko



Die EU unterscheidet heute zwischen Critical Raw Materials (CRM) und den noch spezifischeren Strategic Raw Materials (SRM). Letztere sind das Rückgrat der Schlüsseltechnologien von morgen. Das Problem: Die Abhängigkeit von Einzelstaaten ist erdrückend.
 

  • Magnesium: 97 % kommen aus China (essentiell für Wasserstoff).

  • Bor: 99 % stammen aus der Türkei (unverzichtbar für Solarpaneele).
     

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat gezeigt, wie schnell Lieferketten kollabieren: Die Importe strategischer Ressourcen aus der Ukraine brachen innerhalb von drei Jahren auf ein Sechstel ein. Strategische Partnerschaften allein werden dieses Loch nicht füllen können.
 

E-Schrott: Urban Mining statt globaler Abhängigkeit
 

Ein entscheidender Hebel liegt im sogenannten EEE-Sektor (Electrical and Electronic Equipment). In Millionen alten Smartphones, Laptops und Haushaltsgeräten schlummern hunderte Tonnen wertvollster Substanzen. Doch dieses Potenzial wird durch "Wortklauberei" und bürokratische Hürden blockiert.
 

Das Paradoxon: Hochwertig aufbereitete Materialien werden rechtlich oft immer noch als „Abfall“ eingestuft. Das führt zu:

  1. Strengeren Transportauflagen und damit höheren Kosten.

  2. Eingeschränkten Verwertungswegen über Landesgrenzen hinweg.

Wettbewerbsnachteilen gegenüber Primärrohstoffen, die oft bevorzugt werden.  


Österreich als Vorreiter mit Nachholbedarf
 

Österreich steht im EU-Vergleich gut da. Mit einer Sammelquote von knapp über 50 % liegt man deutlich über dem EU-Schnitt (35 %). Dennoch wird das EU-Ziel von 65 % verfehlt. Besonders Kleingeräte landen zu oft im Restmüll und gehen nach der thermischen Verwertung für die Kreislaufwirtschaft unwiederbringlich verloren.
 

Eine aktuelle Untersuchung des Climate Lab im Auftrag des BMLUK zeigt jedoch das Potenzial auf: Österreich verfügt über eine exzellente Forschungslandschaft und funktionierende Netzwerke. Was fehlt, sind klare rechtliche Rahmenbedingungen. 

„Recycling ist in der Frage europäischer Ressourcen- und Industriepolitik kein Abfallthema, sondern ein strategisches Muss.“ 

Vom Abfall zum Produkt
 

Damit die Energiewende gelingt, muss Europa den Übergang vom „Abfall“ zum „Produkt“ rechtssicher und planbar machen. Ein standardisierter Genehmigungsprozess und eine stabile Abnehmerstruktur für Rezyklate sind keine bürokratischen Details – sie sind die Voraussetzung dafür, dass der Kontinent industriepolitisch handlungsfähig bleibt.

Links

  • Zum Abschlussbericht “Rückgewinnung kritischer Rohstoffe aus Elektro- und Elektronikschrott” des Climate Lab
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26.02.2026 | Autor*in: Doris Holler-Bruckner
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Autor Florian Würrer mit dem Climate Lab Bericht zur Rückgewinnung kritischer Rohstoffe aus Elektroschrott. © Markus Palzer-Khomenko/Climate Lab