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GLOBAL 2000 deckt auf: Geplante Raiffeisen-Finanzierung für neue Atomreaktoren in Dukovany

28.07.2026

Umweltschutzorganisation fordert Rückzug aus Bankensyndikat für geplante Reaktorblöcke nahe der österreichischen Grenze

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Patricia Lorenz vor einem der Raiffeisen Tower in Wien. © G LOBAL 2000 / Antonia Petri
Wien – Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 kritisiert die Beteiligung der Raiffeisenbank an der Finanzierung von zwei neuen Atomreaktoren im tschechischen Dukovany. Nach Angaben der Organisation ist Raiffeisen Teil eines Bankensyndikats, das einen Überbrückungskredit für das geplante Projekt bereitstellt. Die neuen Reaktoren sollen nur rund 30 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt entstehen.
 

Die Kritik richtet sich auch gegen einen möglichen Widerspruch zur öffentlich kommunizierten Haltung von Raiffeisen Capital Management. Auf der Website des Raiffeisen-Fonds heißt es, Atomkraft zähle nicht zu jenen Energieformen, die durch Investitionen unterstützt werden sollten. Jeder in Atomkraft investierte Euro könne stattdessen in erneuerbare Energien fließen, so die dort formulierte Position.
 

„Die Raiffeisenbank hat akuten Erklärungsbedarf. Eine solche Finanzierung ist weder mit der eigenen Politik noch mit jener Österreichs vereinbar“, sagt Patricia Lorenz, Anti-Atom-Sprecherin von GLOBAL 2000. Die Organisation fordert Raiffeisen auf, die Kreditzusage zurückzuziehen.
 

Überbrückungskredit soll Bau ermöglichen 

Raiffeisen ist laut GLOBAL 2000 Teil eines Bankenkonsortiums rund um die tschechische Komerční banka. Der Überbrückungskredit soll die Finanzierung der geplanten Reaktorblöcke 5 und 6 am Standort Dukovany sicherstellen. Hintergrund ist laut GLOBAL 2000, dass die tschechische Regierung derzeit keine staatlichen Mittel für das Projekt freigeben könne, da eine dafür notwendige beihilfenrechtliche Genehmigung der EU-Kommission noch ausstehe. Auch Änderungen an der geplanten Eigentümerstruktur könnten die endgültige Genehmigung weiter verzögern.
 

Damit komme der Kreditfinanzierung eine zentrale Bedeutung zu, argumentiert GLOBAL 2000. „Ohne diese Kredite wäre es aktuell nicht möglich, die beiden Reaktoren am Standort Dukovany zu errichten“, so Lorenz.
 

Kritik an Technologie und Kühlung 

Die beiden neuen Reaktoren sollen vom südkoreanischen Unternehmen KHNP errichtet werden. Vorgesehen ist der Reaktortyp APR-1000. GLOBAL 2000 stellt jedoch die technische Reife des Projekts infrage. Es gebe bislang kein Referenzkraftwerk dieses Typs, das bereits in Betrieb sei.

Auch bei wichtigen Sicherheits- und Kühlungsfragen sieht die Organisation offene Punkte. So seien etwa Anforderungen an einen sogenannten Core-Catcher zur Beherrschung einer Kernschmelze sowie Lösungen für die Kühlung angesichts begrenzter Wasserressourcen noch nicht abschließend geklärt.

„Die Erweiterung des AKW Dukovany muss alle Alarmglocken schrillen lassen“, warnt Lorenz. Besonders kritisch sei die Nähe zur österreichischen Grenze. Nach Ansicht von GLOBAL 2000 müsse Raiffeisen die Finanzierung daher umgehend stoppen.
 

Die Kritik von GLOBAL 2000 richtet sich damit sowohl gegen die Finanzierung neuer Atomkraft als auch gegen die aus Sicht der Organisation ungelösten technischen und ökologischen Fragen rund um das Projekt.

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Patricia Lorenz vor einem der Raiffeisen Tower in Wien. © G LOBAL 2000 / Antonia Petri