Gletscherschwund beschleunigt sich: Universität Salzburg bestätigt globalen Trend
Nach Angaben des WGMS verloren die Gletscher weltweit im Jahr 2025 netto rund 408 ± 132 Gigatonnen Eis. Das entspricht einem zusätzlichen globalen Meeresspiegelanstieg von etwa 1,1 Millimetern. Besonders stark betroffen war erneut die Gletscherregion Mitteleuropa.
Der langfristige Trend ist deutlich: Während die jährlichen Eisverluste zwischen 1976 und 1995 noch bei weniger als 100 Gigatonnen lagen, betrug der durchschnittliche Verlust im Zeitraum 2016 bis 2025 bereits rund 390 Gigatonnen pro Jahr. Seit Beginn der systematischen Beobachtungen im Jahr 1975 summiert sich der weltweite Gletscherverlust damit auf knapp 9.600 Gigatonnen.
38 von 45 Jahren mit negativer Massenbilanz
Wie dramatisch die Entwicklung in den Alpen ist, zeigen die Langzeitmessungen der Universität Salzburg. Am Stubacher Sonnblickkees wurde für das Messjahr 2024/25 eine negative Massenbilanz von 1,27 Millionen Kubikmetern festgestellt. Als wesentliche Ursache nennt Bernhard Zagel vom Fachbereich Geoinformatik der Universität Salzburg die deutlich überdurchschnittlichen Temperaturen von plus 1,8 Grad Celsius.
„Seit Beginn der Messreihe zeigt sich ein klarer Trend: Von 45 Jahren, seit 1981, waren 38 negativ, nur 7 positiv“, erklärt Zagel. Insgesamt verlor das Stubacher Sonnblickkees seit 1981 rund 53 Millionen Kubikmeter Eis.
Die regionalen Messungen fügen sich damit in das globale Bild ein: Gletscher verlieren nicht nur kontinuierlich an Masse, die Geschwindigkeit des Eisverlusts nimmt vielerorts auch zu.
Österreichs Kryosphäre unter Druck
Auch der aktuelle Bericht „KryoMon.AT – Kryosphären Monitoring Österreich“ dokumentiert die Veränderungen in Österreich. Der nationale Forschungsverbund, an dem auch die Universität Salzburg beteiligt ist, untersucht die Entwicklung von Gletschern, Schnee, Permafrost und Seeeis.
Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere die Jahre 2022/23 und 2023/24 zu den stärksten Verlustjahren der österreichischen Gletscher zählten. Die aktuellen Entwicklungen machen deutlich, wie wichtig langfristige Monitoringprogramme sind. Nur durch kontinuierliche Messungen lassen sich Veränderungen der alpinen Kryosphäre erfassen und die Folgen des Klimawandels für den Alpenraum besser verstehen.
Die Ergebnisse der internationalen Forschung wurden unter Beteiligung der Universität Salzburg auch in Nature Reviews veröffentlicht.
Weiterführende Informationen: KryoMon.AT – Kryosphären Monitoring Österreich