Glauben – Meinen – Wissen: Wie Jugendliche Fake News zum Klimawandel hinterfragen lernen
Organisiert wurde das ganztägige Format für Schülerinnen ab der Jahrgangsstufe 8 von Umweltlernen Frankfurt, dem Museum für Kommunikation Frankfurt und dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE). Ziel war es, Jugendliche und Expertinnen aus Medien, Wissenschaft und Bildungsarbeit in einen direkten Austausch zu bringen – und Medienkompetenz ganz praktisch zu fördern.
Die Nachfrage war hoch: Aus zahlreichen Bewerbungen wurden fünf Frankfurter Schulen ausgewählt. Mehr als 100 Schüler*innen nahmen schließlich an dem „Come together“ im Museum für Kommunikation teil.
Der Auftakt erfolgte als Speed-Dating: In kurzen Gesprächsrunden lernten die Jugendlichen Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen kennen – von Journalismus über Wissenschaft bis hin zu Medienpädagogik. Anschließend vertieften sie ihr Wissen in thematischen Sessions zu Zeitungs- und Fotojournalismus, Social Media, Künstlicher Intelligenz, Fake News, Pseudowissenschaft und Wissenschaftskommunikation.
Dabei ging es nicht nur um Theorie. Die Teilnehmenden analysierten konkrete Beispiele von Desinformation, diskutierten die Rolle sozialer Medien im Wandel der öffentlichen Meinungsbildung und erarbeiteten Strategien, um zweifelhafte Inhalte kritisch zu hinterfragen. Der Klimawandel diente dabei als zentrales Fallbeispiel – ein Thema, das besonders häufig Gegenstand von Falschinformationen ist.
Im Workshop „Fakten und die Rolle von Wissenschaft“ stellte Nicola Schuldt-Baumgart, Leiterin Wissenskommunikation und Wissenstransfer am ISOE, eine zentrale Unterscheidung in den Mittelpunkt: Fakten sind überprüfbare, wahre Sachverhalte – keine Meinungen.
„Fakten bilden das Fundament, auf dem Wissen aufgebaut wird“, erklärte sie. Wissenschaft sage nicht, was man glauben solle, sondern liefere Werkzeuge, um selbst zu prüfen, was wahr ist. Gerade in der Auseinandersetzung mit dem Klimawandel sei diese Fähigkeit entscheidend.
Die Expertin betonte, wie wichtig es sei, zwischen Glauben, Meinen und Wissen unterscheiden zu können: „In einer Welt voller Fake News ist gesichertes Wissen kein Luxus, sondern unsere Überlebensstrategie – besonders wenn es um unser Klima geht.“
Am Nachmittag präsentierten die Schüler*innen ihre Arbeitsergebnisse in einer gemeinsamen Abschlussrunde – social-media-gerecht unter dem Hashtag #glauben.meinen.wissen. So verband die Veranstaltung inhaltliche Tiefe mit zeitgemäßen Kommunikationsformen, die an der Lebenswelt der Jugendlichen anknüpfen.
Die Resonanz zeigte deutlich: Der direkte Dialog zwischen jungen Menschen und Fachleuten stärkt nicht nur das Verständnis für wissenschaftliche Prozesse, sondern fördert auch kritisches Denken und einen reflektierten Umgang mit Informationen in einer digitalisierten Öffentlichkeit.
Aus der Kooperation der drei Institutionen sollen weitere Formate entstehen, die Demokratiebildung und Medienkompetenz praxisnah miteinander verbinden – orientiert am Alltag und den Erfahrungen junger Menschen.