Gesunde Stadtbäume für ein besseres Stadtklima: So schützt Wien seine grüne Lunge
Hitzewellen, Starkregen und andere Wetterextreme setzen nicht nur den Menschen zu – auch Wiens Stadtbäume leiden zunehmend unter den Folgen des Klimawandels. Dabei sind sie entscheidend für ein lebenswertes Stadtklima: Sie spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung und verbessern die Luftqualität. Damit sie diese Leistungen langfristig erbringen können, erhalten Wiens über 500.000 Stadtbäume intensive Pflege.
Junge Bäume brauchen besondere Aufmerksamkeit
Pro Jahr pflanzen die Wiener Stadtgärten rund 4.000 bis 4.500 neue Bäume. Besonders in den ersten vier Jahren benötigen Jungbäume regelmäßige Pflege und viel Wasser. 150 Mitarbeiter*innen kümmern sich in der heißen Jahreszeit täglich um ihre Bewässerung – mit 50 Gießfahrzeugen und insgesamt rund 400.000 Litern Wasser pro Tag.
Bewässerung mit System
Zum Einsatz kommen mehr als 1.000 automatische Bewässerungsanlagen und rund 25.000 sogenannte „Gießbags“ – Säcke, die 75 Liter Wasser speichern und rund um den Stamm angebracht werden. Ergänzend wird auch direkt in die Baumscheibe gegossen.
Schwammstadt-Prinzip: Wasserspeicher im Untergrund
Mit dem sogenannten Schwammstadt-Prinzip wird der Wurzelraum unter Straßen und Gehwegen mit speziellem Substrat erweitert. So kann Regenwasser besser gespeichert und von den Bäumen bei Trockenheit genutzt werden. Das fördert gesunde Wurzeln, reduziert Hitzestress und verbessert das Stadtklima insgesamt.
Klimafitte Arten für die Zukunft
Nicht alle Bäume kommen mit den neuen klimatischen Bedingungen zurecht. Die Wiener Stadtgärten setzen deshalb verstärkt auf robuste, hitzeresistente Arten – ein Sortiment von 25 besonders geeigneten Bäumen kommt nun bevorzugt zum Einsatz.
Erfolg mit System
Der Einsatz zeigt Wirkung: Die Ausfallsrate bei Jungbäumen liegt dank der intensiven Pflege derzeit bei nur 0,5 Prozent. Wien investiert damit gezielt in eine klimafitte und lebenswerte Stadt von morgen.