Gericht weist Klage südböhmischer Gemeinden gegen Atommüll-Untersuchung ab
Prag - Das Stadtgericht Prag hat die Klage mehrerer südböhmischer Gemeinden gegen die Genehmigung einer geologischen Untersuchung am Standort Janoch abgewiesen. Mit der Entscheidung des Umweltministeriums darf die Untersuchung fortgesetzt werden. Janoch zählt zu vier Standorten in Tschechien, die für den Bau eines Tiefenlagers für abgebrannte Brennelemente und radioaktive Abfälle geprüft werden. Den Klägern bleibt nun die Möglichkeit einer Kassationsbeschwerde beim Obersten Verwaltungsgericht.
Ziel der Untersuchung ist es, die geologischen, strukturellen, geomechanischen und geochemischen Bedingungen für ein mögliches Endlager zu bewerten. Die Gemeinden kritisieren, dass ihre Interessen und jene der Bevölkerung nicht ausreichend berücksichtigt worden seien. Vertreter der Endlagerverwaltung SÚRAO betonten hingegen vor Gericht, eine umfassende Bewertung möglicher Auswirkungen sei in diesem frühen Stadium noch nicht möglich. Der Bau eines Tiefenlagers liege im öffentlichen Interesse.
Der Anwalt der Kläger sprach nach dem Urteil von einer formalistischen Entscheidung. Auch Vertreter der Gemeinde Temelín äußerten Sorgen über zusätzliche Belastungen der Region, insbesondere im Umfeld des bestehenden Kernkraftwerks.
Alle vier potenziellen Standorte haben gegen die Untersuchungen Klage eingereicht.