Gentechnik in Entwicklungsländern
Die Landwirtschaft in Entwicklungsländern kämpft mit zahlreichen Problemen: Geringe Erträge, Ertragsunsicherheiten, ertragsarme Standorte, die Gefährdung von Menschen und Umwelt durch Pestizide oder Mangelernährung.
Gentechnikbefürworter argumentieren, dass mit dem Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen viele dieser Probleme gelöst werden könnten. Nachweise wurden jedoch noch nicht erbracht. Der Anbau transgener Pflanzen birgt grundsätzlich ökologische und gesundheitliche Risiken. Eine Problematik, die sich in Entwicklungsländern zum Teil noch verschärft. Im Auftrag der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) hat das Öko–Institut e.V. diese Risiken dargestellt. Die Hintergrundstudie ist Teil des Statusberichts „Gentechnik in der Landwirtschaft von Entwicklungsländern„. Der Bericht der GTZ fasst die Ergebnisse von insgesamt acht Studien verschiedener Gutachter zusammen.
Ökologische Risiken beim Anbau transgener Kulturpflanzen entstehen beispielsweise durch die Gefahr der Auskreuzung, also durch die Übertragung eines Transgens in andere Sorten, in Wildpopulationen der selben Art und in Populationen nahe verwandter Arten. Die Folgen können unter anderem sein:
* eine verringerte Biodiversität
* weniger Pflanzenressourcen für die Weiterzucht von Kulturpflanzen
* ungewollte Herbizidresistenzen von problematischen Unkräutern
* die Einschränkung oder Verhinderung einer gentechnikfreien und ökologischen Produktion
Es gibt bisher keine zuverlässigen, allgemeingültigen Methoden, Auskreuzung zu vermeiden. Das Risiko der Auskreuzung kann – je nach Pflanzenart – allenfalls verringert werden. Wissenschaftler haben selbst in der Luft mitten über dem Atlantik noch Pollen nachgewiesen. Eine erfolgreiche Befruchtung erfolgt je nach Art teilweise noch in über 20 Kilometern Entfernung.
Zum Teil bilden transgene Pflanzen neue Stoffwechselprodukte. Pflanzen stehen in komplexen Wechselbeziehungen mit ihrer Umwelt, die besonders in Entwicklungsländern kaum erforscht sind. Hier können neue Stoffwechselprodukte oder eine veränderte Zusammensetzung der Inhaltsstoffe die bestehenden Gleichgewichte und Strukturen in Ökosystemen ungewollt verändern.
Ob und wie transgene Pflanzen der Gesundheit schaden, ist bisher nur ungenügend oder gar nicht untersucht. Der Nachweis darüber, dass dem nicht so ist, muss in europäischen Zulassungsgenehmigungen nicht sehr fundiert erbracht werden. Die Risikobewertungen stützen sich teilweise nicht auf Untersuchungen, sondern auf Annahmen und theoretische Vergleiche. Gleichzeitig ist jedoch nicht auszuschließen, dass sich der Verzehr gentechnisch veränderter Nahrungs– oder Futtermittel auf die Mikroorganismen im Verdauungstrakt von Tieren und Menschen auswirken kann. Es ist denkbar, dass im Verdauungstrakt Mikroorganismen entstehen können, die gegen Antibiotika resistent sind. Gewünschte oder ungewollte neue Stoffwechselprodukte von transgenen Pflanzen könnten beim Menschen zudem toxisch wirken oder Allergien auslösen.
Gentechnikbefürworter argumentieren, dass mit dem Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen viele dieser Probleme gelöst werden könnten. Nachweise wurden jedoch noch nicht erbracht. Der Anbau transgener Pflanzen birgt grundsätzlich ökologische und gesundheitliche Risiken. Eine Problematik, die sich in Entwicklungsländern zum Teil noch verschärft. Im Auftrag der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) hat das Öko–Institut e.V. diese Risiken dargestellt. Die Hintergrundstudie ist Teil des Statusberichts „Gentechnik in der Landwirtschaft von Entwicklungsländern„. Der Bericht der GTZ fasst die Ergebnisse von insgesamt acht Studien verschiedener Gutachter zusammen.
Ökologische Risiken beim Anbau transgener Kulturpflanzen entstehen beispielsweise durch die Gefahr der Auskreuzung, also durch die Übertragung eines Transgens in andere Sorten, in Wildpopulationen der selben Art und in Populationen nahe verwandter Arten. Die Folgen können unter anderem sein:
* eine verringerte Biodiversität
* weniger Pflanzenressourcen für die Weiterzucht von Kulturpflanzen
* ungewollte Herbizidresistenzen von problematischen Unkräutern
* die Einschränkung oder Verhinderung einer gentechnikfreien und ökologischen Produktion
Es gibt bisher keine zuverlässigen, allgemeingültigen Methoden, Auskreuzung zu vermeiden. Das Risiko der Auskreuzung kann – je nach Pflanzenart – allenfalls verringert werden. Wissenschaftler haben selbst in der Luft mitten über dem Atlantik noch Pollen nachgewiesen. Eine erfolgreiche Befruchtung erfolgt je nach Art teilweise noch in über 20 Kilometern Entfernung.
Zum Teil bilden transgene Pflanzen neue Stoffwechselprodukte. Pflanzen stehen in komplexen Wechselbeziehungen mit ihrer Umwelt, die besonders in Entwicklungsländern kaum erforscht sind. Hier können neue Stoffwechselprodukte oder eine veränderte Zusammensetzung der Inhaltsstoffe die bestehenden Gleichgewichte und Strukturen in Ökosystemen ungewollt verändern.
Ob und wie transgene Pflanzen der Gesundheit schaden, ist bisher nur ungenügend oder gar nicht untersucht. Der Nachweis darüber, dass dem nicht so ist, muss in europäischen Zulassungsgenehmigungen nicht sehr fundiert erbracht werden. Die Risikobewertungen stützen sich teilweise nicht auf Untersuchungen, sondern auf Annahmen und theoretische Vergleiche. Gleichzeitig ist jedoch nicht auszuschließen, dass sich der Verzehr gentechnisch veränderter Nahrungs– oder Futtermittel auf die Mikroorganismen im Verdauungstrakt von Tieren und Menschen auswirken kann. Es ist denkbar, dass im Verdauungstrakt Mikroorganismen entstehen können, die gegen Antibiotika resistent sind. Gewünschte oder ungewollte neue Stoffwechselprodukte von transgenen Pflanzen könnten beim Menschen zudem toxisch wirken oder Allergien auslösen.
Probleme in Entwicklungsländern noch größer
„Die genannten Probleme werden in Entwicklungs– und Schwellenländern noch verschärft, aus biogeografischen und kulturellen Gründen einerseits, wegen mangelnder Informationen und unzureichender Risikoforschung andererseits„, urteilt Ruth Brauner, Koordinatorin des Forschungsbereichs Biodiversität, Ernährung & Landwirtschaft am Öko–Institut.
In Entwicklungsländern liegen die Herkunftszentren vieler Kulturpflanzen, so für Mais in Zentralamerika, für die Kartoffel in Südamerika oder für Soja in Südostasien. Sie kommen dort in vielen verschiedenen Sorten vor. Diese Vielfalt ist weltweit das Ausgangsmaterial, um Kulturpflanzen weiter zu züchten. Sortenvielfalt sichert, dass Nutzpflanzen auch in Zukunft unter erschwerten Klimabedingungen oder bei verändertem Schädlings– oder Krankheitsdruck anpassungsfähig sind und überleben. Die Auskreuzung von transgenen Pflanzen kann diese Sortenvielfalt gefährden. Weil die Agroökosysteme in Entwicklungsländern noch schlechter untersucht sind als in Industrieländern, lassen sich ökologische Effekte auch schlechter abschätzen. Gleichzeitig ist die Gefahr der Auskreuzung dort aus zwei Gründen noch größer:
1. Die Landwirtschaft in Entwicklungsländern ist in der Regel wesentlich kleinstrukturierter als in unseren Breiten.
2. Die landwirtschaftlichen Methoden unterscheiden sich traditionell von denen in Industrieländern. So ist es üblich, dass Bäuerinnen und Bauern aus ihrem Erntegut Saatgut für die nächste Aussaat zurückbehalten und wieder aussäen. Dadurch steigt bei einer Auskreuzung von Transgenen die Gefahr der fortgesetzten Saatgutverunreinigung.
Auch gesundheitliche Risiken werden nicht ausreichend untersucht. Es ist unwahrscheinlich, dass Zulassungsanträge für transgene Pflanzen in Entwicklungsländern höheren Ansprüche genügen müssen, als in der EU. Ob transgene Pflanzen der Gesundheit schaden, wird sich daher gegebenenfalls erst langfristig durch deren kommerziellen Anbau und Verzehr herausstellen.
Die Hintergrundstudie Risiken der Nutzung der Gentechnik in der Landwirtschaft lesen Sie hier. Der „Statusbericht Gentechnik in der Landwirtschaft von Entwicklungsländern„ fasst das Ergebnis von insgesamt acht Hintergrundstudien zusammen. Sie bearbeiten die wichtigsten Aspekte der Thematik. Dazu zählen die öffentliche Diskussion über Gentechnik, Chancen und Risiken sowie Konzepte im Umgang mit diesen, Koexistenz, Agrarhandel und Agrarforschung. Die Broschüre kann bei der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, Abteilung 45 Agrarwirtschaft, Fischerei und Ernährung, Postfach 5180, D– 65726 Eschborn, marlis.lindecke@gtz.de bestellt werden. Die vollständigen Gutachten sind der Broschüre als CD beigelegt und können in Kürze im Internet unter www2.gtz.de/biotech/dokument.htm nachgelesen werden.
Quelle: Ökoinstitut
In Entwicklungsländern liegen die Herkunftszentren vieler Kulturpflanzen, so für Mais in Zentralamerika, für die Kartoffel in Südamerika oder für Soja in Südostasien. Sie kommen dort in vielen verschiedenen Sorten vor. Diese Vielfalt ist weltweit das Ausgangsmaterial, um Kulturpflanzen weiter zu züchten. Sortenvielfalt sichert, dass Nutzpflanzen auch in Zukunft unter erschwerten Klimabedingungen oder bei verändertem Schädlings– oder Krankheitsdruck anpassungsfähig sind und überleben. Die Auskreuzung von transgenen Pflanzen kann diese Sortenvielfalt gefährden. Weil die Agroökosysteme in Entwicklungsländern noch schlechter untersucht sind als in Industrieländern, lassen sich ökologische Effekte auch schlechter abschätzen. Gleichzeitig ist die Gefahr der Auskreuzung dort aus zwei Gründen noch größer:
1. Die Landwirtschaft in Entwicklungsländern ist in der Regel wesentlich kleinstrukturierter als in unseren Breiten.
2. Die landwirtschaftlichen Methoden unterscheiden sich traditionell von denen in Industrieländern. So ist es üblich, dass Bäuerinnen und Bauern aus ihrem Erntegut Saatgut für die nächste Aussaat zurückbehalten und wieder aussäen. Dadurch steigt bei einer Auskreuzung von Transgenen die Gefahr der fortgesetzten Saatgutverunreinigung.
Auch gesundheitliche Risiken werden nicht ausreichend untersucht. Es ist unwahrscheinlich, dass Zulassungsanträge für transgene Pflanzen in Entwicklungsländern höheren Ansprüche genügen müssen, als in der EU. Ob transgene Pflanzen der Gesundheit schaden, wird sich daher gegebenenfalls erst langfristig durch deren kommerziellen Anbau und Verzehr herausstellen.
Die Hintergrundstudie Risiken der Nutzung der Gentechnik in der Landwirtschaft lesen Sie hier. Der „Statusbericht Gentechnik in der Landwirtschaft von Entwicklungsländern„ fasst das Ergebnis von insgesamt acht Hintergrundstudien zusammen. Sie bearbeiten die wichtigsten Aspekte der Thematik. Dazu zählen die öffentliche Diskussion über Gentechnik, Chancen und Risiken sowie Konzepte im Umgang mit diesen, Koexistenz, Agrarhandel und Agrarforschung. Die Broschüre kann bei der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, Abteilung 45 Agrarwirtschaft, Fischerei und Ernährung, Postfach 5180, D– 65726 Eschborn, marlis.lindecke@gtz.de bestellt werden. Die vollständigen Gutachten sind der Broschüre als CD beigelegt und können in Kürze im Internet unter www2.gtz.de/biotech/dokument.htm nachgelesen werden.
Quelle: Ökoinstitut