Gemeinsam gegen die Weservertiefung: Stoppt sinnlose Infrastruktur-Projekte!
ROBIN WOOD-Aktivist*innen haben gestern für den Stopp umweltschädlicher Infrastrukturprojekte demonstriert. In der Seehafenstadt Brake (Niedersachsen) spannten sie an der Admiral-Brommy-Brücke ein Banner mit der Aufschrift „Unsere Zukunft braucht Natur, keine sinnlose Infrastruktur!” ROBIN WOOD fordert, die geplante Weservertiefung abzusagen und den Bau der Autobahn A20 zu stoppen. Gegen diese beiden Großprojekte l lief ebenfalls in Brake eine Kundgebung. Dazu riefen mehrere Umweltgruppen, darunter ROBIN WOOD, gemeinsam auf. Sie richten auch das Wesercamp aus, das vom 4. bis 7. Juni in Bremen stattfindet.
Der Hafen in Brake wird zu großen Teilen von der Unternehmensgruppe J. Müller betrieben und ist in Deutschland von zentraler Bedeutung für den Umschlag von Sojafuttermitteln, Zellstoff und Papier. Am Terminal von Olenex wird zudem Palmöl gelöscht und in Europas größter Fettraffinerie weiterverarbeitet.
„Der Hafen in Brake an der Weser ist ein Knotenpunkt internationaler Lieferketten. Die Weservertiefung dient dazu, die rücksichtslose Ausbeutung von Umwelt und Menschen im weltweiten Handel mit Agrar- und Forstprodukten fortzusetzen. Deshalb fordern wir, den Fluss nicht weiter auszubaggern“, sagt ROBIN WOOD-Tropenwaldreferentin Fenna Otten.
Beispiel Soja: Deutschland importiert große Mengen aus Brasilien. Dort ist der Soja-Anbau eng verbunden mit Landraub sowie der Zerstörung von Tropenwäldern und artenreichen Savannen. Durch das Freihandelsabkommen Mercosur und das Aus für das Soja-Moratorium könnte in Zukunft wieder mehr Soja aus der Entwaldung des Amazonas-Regenwaldes nach Deutschland gelangen. Hier wird das Soja als Futter in der industriellen Tierproduktion eingesetzt – was zu weiteren Schäden für Tierwohl, Gesundheit, Klima und Umwelt führt.
Seit Monaten werden in Deutschland und in der EU ursprünglich starke Gesetzes-Initiativen wie das deutsche Lieferkettengesetz, die EU-Lieferkettenrichtlinie und die EU-Entwaldungsverordnung systematisch abgeschwächt.
„Vermeintlich hoher Bürokratieaufwand für Unternehmen wiegt in Regierungskreisen offenbar schwerer als der Schutz von Umwelt und Menschenrechten“, sagt Otten. „ROBIN WOOD fordert starke Gesetze, die die Achtung von Menschenrechten und den Schutz der Umwelt entlang globaler Agrarlieferketten sicherstellen.“
Der Betreiber des Hafenterminals in Brake und Präsident der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer, Jan Müller, setzt sich zusätzlich zur Weservertiefung auch für den Bau der A20 ein. Denn auch dieses Großprojekt zielt darauf ab, die globalen Transportwege zu verbessern – für den Profit von wenigen.