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Gemeinde Wien betreibt einer der größten Bio–Landbau–Betriebe in Österreich

19.10.2005

Auch Forschung wird gleich in die Praxis umgesetzt

Sicher fragen Sie sich, wie es dazu kommt, dass die Stadt Wien landwirtschaftlich tätig ist. Die ursprüngliche Aufgabe des Landwirtschaftsbetriebes war die Versorgung der Spitäler und der Kinderheime der Stadt Wien mit frischen Nahrungsmitteln in Not– und Krisenzeiten.
Bereits vor 20 Jahren wurden Flächen im Stadtgut Lobau auf eine organisch–biologische Wirtschaftsweise umgestellt. Der Biobereich der MA 49 umfasst heute rund 600 ha Bioanbaufläche (aus ca. 2000 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche der MA 49), vor allem in den Ökonomien Eßling und Lobau. Sowohl Ackerbau als auch Viehzucht werden betrieben. Für diese Flächen gelten die Bewirtschaftungsrichtlinien des Bioverbandes "Ernte für das Leben". Die Stadtgüter Essling und Lobau sind von der Biokontrollstelle "Austria Bio Garantie" anerkannt und werden laufend überprüft.
Das gesamte Unternehmen mit 33 Mitarbeitern produziert ein positives Wirtschaftsergebnis. 21 Rinder aus dem Waldviertel befinden sich zur Zeit auf der Sommerweide der Nationalparkwiese, ca 200 Schafe und 2 Schweine werden zusätzlich als Haustiere gehalten.
Durch eine Kooperation mit der BioForschungAustria (früher Ludwig Boltzmann Institut) werden auch auf wissenschaftlicher Basis beruhende neue Entwicklungen in der Landwirtschaft vor Ort umgesetzt. Im Mittelpunkt der umfangreichen Aktivitäten der BioForschungAustria steht die Biokompostforschung. Bioabfälle werden gezielt gesammelt und der daraus produzierte Kompost der MA 48 (Kompostgüteklasse A+ für Biolandbau) wird auf den Landwirtschaftsflächen der Wiener Biobetriebe als Düngung ausgebracht, wodurch Konstdüngereinsatz nicht mehr notwendig ist.

BIO–Markt –Standl „ Lobau„

„Der Geschmack überzeugt unsere Kunden, das rechtfertigt auch den etwas höheren Preis, gegenüber der konventionellen Landwirtschaft. Die Produkte sind vor Ort erzeugt und sichern gleichzeitig Wiener Arbeitsplätze!„ so ist man beim Biobetrieb überzeugt.
Gewirtschaftet wird ohne ÖPUL oder sonstige landwirtschaftliche Förderung. Dazu gehört entsprechendes Zeit und Personalmangement. Außerdem erfolgt eine genaue Auswahl der Produkte, um auch größere Geschäftspartner entsprechend mit biologischen Produkten beliefern zu können. So geht z.B. zur Zeit ein Großteil der ca. 900 Tonnen BIO–Erdäpfel aus Wien nach England. Je nach Bedarf und Nachfrage gibt es die Erdäpfel aus der Lobau natürlich bei den größeren Ketten Hofer, REWE, oder Spar im BIO–Sortiment . Zusätzlich können beim Verkaufsstand des Stadtguts Lobau Saisongemüse , Getreide, Mehle, und Kartoffeln erworben werden. Ein Mal im Jahr gibt es den Bauern und Bäuerinnentag auf der Freyung wo sich Vertreter der 900 landwirtschaftlichen Betriebe aus Wien präsentieren, auch hier ist der Biobetrieb „Stadtgut Lobau„ jedes Jahr dabei. Auskünfte: (+43 2249) 2300.

160 ÖKO–Parzellen mit je 80 m² zu pachten

Eine weitere Dienstleistung bietet der BIO–Betrieb Stadtgut Lobau direkt für die Bevölkerung an. Man kann ein eigenes Gemüsefeld, dass von der MA 49 bestellt und angebaut wird, für eine Saison pachten und dort sein Gemüse dann gleich selbst ernten. Natürlich alles in BIO–Qualität. Auskünfte zu dieser Aktion sind bei Karl Mayer, Oberverwalter "Stadtgut Lobau", 2301 Groß–Enzersdorf, erhältlich.
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19.10.2005 | Autor*in: holler
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