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Geisterschiff auf hoher See: Spiridon II mit 3.000 Rindern seit 2 Tagen vom Radar verschwunden

21.11.2025

Ortungssignal aus, Expert:innen warnen vor Katastophe, österreichisches Unternehmen mutmaßlich beteiligt – ein Überblick über den Fall Spiridon II

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© Animal Welfar Foundation/ Animal Save Movement Türkiye
Die Situation um das Tiertransportschiff Spiridon II verschärft sich: Seit fast zwei Tagen sendet das Schiff kein AIS-Signal mehr – alles deutet darauf hin, dass das Ortungssystem für Schiffe gezielt abgeschaltet wurde. Das in Uruguay mit rund 3.000 Rindern beladene Tiertransportschiff lag wochenlang vor der türkischen Küste fest, nachdem die Einfuhr der Tiere verweigert wurde. Nun verschwand es auf dem Rückweg nach Uruguay zwischen Italien und Tunesien vom Radar.

Ortungssignal aus – Verdacht auf illegale Entsorgung

Laut internationalen Expert:innen und NGOs muss es als Notfall gewertet werden, wenn ein Schiff über so eine lange Zeit nicht geortet werden kann – erst recht bei einem Schiff, das bereits zuvor durch Verstöße und schlechte Zustände aufgefallen ist. Das mögliche Abschalten des Ortungssignals weckt den Verdacht, dass illegale Entsorgungen stattgefunden haben könnten – etwa von Tierkadavern oder Gülle – was im Mittelmeer streng verboten ist.

Die Spiridon II fährt unter der Flagge Togos, während die Eigentümerfirma in Honduras registriert ist und der operative Betreiber laut Schiffsunterlagen seinen Sitz im Libanon hat. Dieses Geflecht aus Zuständigkeiten erschwert Kontrolle, Haftung und Durchsetzung rechtlicher Standards erheblich.

The Marker hat die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO), die Europäische Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs (EMSA) sowie die zuständigen Behörden in Togo auf das deaktivierte AIS-Signal hingewiesen. Das Abschalten des Ortungssystems für längere Zeit bedeutet ein Sicherheitsrisiko für alle Schiffe auf dem Mittelmeer und ist laut internationalem Seerecht aus diesem Grund unzulässig.


Firmenbanner aus Österreich auf der Spiridon II – Posting nach Anfrage gelöscht

Am 21. September – dem Tag der Abfahrt der Spiridon II – veröffentlichte der Geschäftsführer des mutmaßlich beteiligten österreichischen Unternehmens ein Foto auf Social Media, das das Schiff beim Verladen der Tiere im Hafen von Uruguay zeigt. Deutlich zu erkennen: ein großes Banner der Firma an der Reling der Spiridon II. Der Begleittext lautete: „Loading for Turkey – breeding heifers in Uruguay“. Kurz nachdem The Marker dem Unternehmen eine Anfrage zu seiner möglichen Rolle bei dem Transport gestellt hatte, wurde der Beitrag gelöscht.

Tobias Giesinger von der Recherche-Plattform The Marker: „Ein Schiff mit tausenden Tieren verschwindet vom Radar – und niemand scheint sich verantwortlich zu fühlen. Tierschutzorganisationen befürchten, dass währenddessen Tierkadaver und Gülle illegal ins Meer entsorgt werden. Und obwohl die Hinweise deutlich sind, weist die österreichische Firma jede Beteiligung zurück.“


Chronologie der Ereignisse laut offiziellen Informationen und Schifftracking-Plattformen
  • 19. September 2025: Abfahrt der Spiridon II aus Montevideo (Uruguay) mit 2.901 trächtigen Rindern an Bord.
  • 22. Oktober 2025: Ankunft in Bandirma (Türkei). Türkische Behörden verweigern die Einfuhr wegen schwerer Dokumentationsmängel. Das Schiff wird festgesetzt.
  • 31. Oktober 2025: Verlegung vom Hafen an einen Ankerplatz vor der türkischen Küste.
  • 8. November 2025: Kurzzeitige Rückkehr in den Hafen zur Nachladung von Futter – Tiere bleiben an Bord.
  • 9. November 2025: Rückfahrt zum Ankerplatz – weiterhin keine Entladung der Tiere.
  • 14. November 2025: Abfahrt Richtung Uruguay – angegebene Ankunftszeit ist der 14. Dezember
  • 18. November 2025, 16:41 UTC: Letztes AIS-Signal der Spiridon II. Das Schiff ist seither nicht mehr ortbar.
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21.11.2025
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