„Gefahr vor unserer Tür – Warum uns das tschechische Endlager alle betrifft“
Sandl – Trotz sommerlicher Hitze kamen zahlreiche Interessierte zum ersten Infoabend des Anti Atom Komitees in diesem Jahr. Die Veranstaltung in Sandl, zu der auch Besucher:innen aus dem angrenzenden Waldviertel anreisten, machte deutlich: Die geplanten Atomprojekte in der benachbarten Tschechischen Republik sind ein grenzüberschreitendes Thema – und betreffen uns alle.
Gefahr kennt keine Grenzen
Die zentrale Frage des Abends lautete: Was geht uns der Bau eines Endlagers in Tschechien an? Die Antwort fiel klar aus – es geht uns sehr wohl etwas an. Denn radioaktive Strahlung kennt keine Staatsgrenzen, und die Lagerung hochgefährlicher Abfälle ist ein Thema von überregionaler Tragweite.
Manfred Doppler vom Anti Atom Komitee und Bürgermeister Gerhard Neunteufel eröffneten den Abend mit klaren Worten zur Dringlichkeit des Themas. Gabi Reitingerová von der Organisation OIZP Budweis informierte im Anschluss über die aktuellen Ausbaupläne der Atomkraftwerke in Tschechien und den Status der Endlagersuche. Schon jetzt sei absehbar, dass die ursprünglich geplanten Kapazitäten nicht ausreichen werden – ein Hinweis auf die Dimension des Problems.
Endlager in Reichweite
Edvard Sequens von CALLA Budweis stellte in seinem Vortrag den Standort Janoch beim AKW Temelín exemplarisch vor. Er erläuterte, wie ein Endlager für hochradioaktiven Müll dort konkret aussehen könnte. In der Tschechischen Republik soll ein solches Lager bis 2050 in Betrieb gehen. Bereits jetzt lagern Zigtausende Tonnen Atommüll aus den bestehenden Reaktoren in Dukovany und Temelín. Das geplante Endlager müsste für eine sichere Lagerung über viele tausend, besser über eine Million Jahre ausgelegt sein – eine technische und gesellschaftliche Herausforderung ohne verlässliche Lösung.
Widerspruch zur Energiewende
Während in Europa immer mehr Staaten auf erneuerbare Energien setzen, setzt Tschechien weiterhin auf Atomkraft – trotz aller ungelösten Fragen zur Entsorgung und trotz der Tatsache, dass Atomkraft keine rasche Hilfe für die Energiewende darstellt. Selbst offizielle Stellen räumen mittlerweile ein, dass der Neubau von Reaktoren aus zeitlichen und finanziellen Gründen an seine Grenzen stößt – nicht nur in Tschechien, sondern auch in Frankreich.
Information und Aufklärung bleiben wichtig
Der große Andrang beim Infoabend zeigt: Das Interesse an sachlicher Aufklärung zum Thema Atomkraft und Endlagerung ist hoch. Wer den Vortrag von Edvard Sequens nachhören möchte, findet ihn in der Sendereihe AUSgestrahlt des Anti Atom Komitees auf Radio Freequenns:
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