Frauen in die Energiebranche: Österreich schließt mit neuer Initiative die Datenlücke
Im Rahmen der internationalen Initiative „Equality in Energy Transitions“ (2025–2027) geht Österreich einen entscheidenden Schritt weiter: Erstmals wird eine systematische Datenbasis geschaffen, die nicht nur die Geschlechterverteilung misst, sondern auch die Attraktivität und Gestaltung von Berufsbildern analysiert.
„Wir wissen zu wenig darüber, welche Faktoren Energieberufe für Frauen attraktiv machen“, erklärt Sabine Mitter (BMIMI), Vice Chair der Initiative. Die neue Erhebung setzt genau hier an:
Zweistufiges Design: Befragungen von Unternehmen und Mitarbeiterinnen liefern ein detailliertes Bild der Ist-Situation.
Praxisnutzen: Aus den Ergebnissen entstehen Leitfäden für Unternehmen, um Stellenausschreibungen und Arbeitsumfelder gezielt auf Bewerberinnen auszurichten.
Internationale Vorreiterrolle: Das Design ist so konzipiert, dass es als Vorlage für andere Partnerländer dient und jährliche Vergleiche ermöglicht.
Ein zentraler Pfeiler der Initiative ist das Botschafterinnen-Programm. Vier hochkarätige Expertinnen bringen ihre Erfahrung aus Forschung, Industrie und Regulierung ein, um Vorbilder sichtbar zu machen:
Lisa Diamond (AIT): Spezialistin für Energiegemeinschaften und Fairness in automatisierten Systemen.
Irmela Kofler (K1-MET): Expertin für Dekarbonisierung der Industrie und Wasserstofftechnologien.
Susanne Supper (Green Energy Lab): Strategin für Innovationsnetzwerke und die Umsetzung neuer Energielösungen.
Christina Veigl (E-Control): Fokus auf Verbraucherschutz und die Alltagstauglichkeit der Energiewende für Haushalte.
Diese Botschafterinnen sind direkt in die Entwicklung der neuen Datenerhebung eingebunden und schlagen so die Brücke zwischen wissenschaftlicher Theorie und beruflicher Praxis.
Neben der harten Datenarbeit setzt Österreich auf ein breites Maßnahmenpaket, um Frauen für den Klimaschutz-Sektor zu begeistern:
Praktikumsinitiative „Klimapionierin“: Direkter Einstieg für junge Talente.
Women-in-Energy-Events & Podcasts: Vernetzung und Information der Branche.
Sichtbarkeit: Aufbrechen veralteter Rollenbilder in technischen Berufen.
„Wir wollen verstehen, wie Energieberufe gestaltet sein müssen, damit sich mehr Frauen dafür entscheiden“, so Sabine Mitter. Ziel ist es, die Energiewende nicht nur technisch, sondern auch personell zukunftsfit zu machen.