Frankreichs größte Agrivoltaik-Anlage im Weinbau ist in Betrieb
Die Anlage dient gleichzeitig der Stromproduktion und dem Schutz der Rebstöcke vor extremen Wetterbedingungen. Die Solarmodule sind so ausgelegt, dass sie die spezifischen Bedürfnisse der Pflanzen berücksichtigen:
Schatten schützt vor intensiver Sonneneinstrahlung und reduziert Wasserverdunstung.
Geringere Windgeschwindigkeit (im Schnitt 5 km/h weniger) verringert die Trockenstressbelastung.
Die Module bieten Schutz vor Hagel sowie Milderung von Spätfrost – unter den Modulen ist es bei Frost bis zu 2 °C wärmer.
Insgesamt wird die Vitalität der Reben gefördert, bei gleichzeitig effizienter Stromerzeugung von bis zu 6 Megawatt – ausreichend für etwa 2.500 Haushalte.
Technik und Steuerung: KI im Weinberg
Die Solarmodule sind beweglich und werden über eine von der Firma Sun’Agri entwickelte Software mit Künstlicher Intelligenz (KI) gesteuert.
Diese verarbeitet Echtzeitdaten von:
Bodenfeuchtesensoren
Wetterstationen (Temperatur, Wind, Strahlung, Niederschlag)
So wird die Position der Module automatisch den aktuellen Wachstumsphasen und Umweltbedingungen angepasst.
Für wissenschaftliche Vergleichszwecke wurden Kontrollflächen von 0,8 Hektar pro Parzelle ohne Überdachung angelegt.
Erste Ergebnisse zeigen:
Das Holzgewicht der Pflanzen unter den Modulen war viermal höher als jenes der Referenzpflanzen im Freien.
Dies wird mit der geringeren Verdunstung und Windbelastung erklärt – entscheidende Faktoren in Zeiten zunehmender Klimarisiken.
Nachhaltige Investition in die Zukunft des Weinbaus
Die Anlage ist Teil eines umfassenden Umbaus des Weinguts:
Neubepflanzung mit an das Terroir angepassten Rebsorten (ab 2024)
Umweltschutz-Zertifizierung HVE (Haute Valeur Environnementale)
Hinter dem Projekt steht der Unternehmer Alain Samson, Eigentümer von Château Olivery und zugleich Inhaber des beauftragten Solarunternehmens Samsolar. Insgesamt wurden rund sechs Millionen Euro investiert.
Das vitivoltaische Projekt auf Château Olivery zeigt eindrucksvoll, wie moderne Technologie, nachhaltiger Weinbau und erneuerbare Energien erfolgreich vereint werden können. Es gilt als Pilotprojekt für klimaresiliente Landwirtschaft und könnte als Vorbild für anderen Regionen Europas Schule machen.