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Fossile Stromerzeugung ist übersubventioniert

05.09.2014

Die klassische Energiewirtschaft muss sich endlich dem freien Strommarkt stellen

© Bishnu Sarangi /pixabay.com
© Bishnu Sarangi /pixabay.com
Der Präsident von Österreichs Energie Wolfgang Anzengruber zieht Österreichs erfolgreichen Ökostromausbau in Brüssel in den Schmutz. "Überförderung bei erneuerbaren Energien anzuprangern, aber den Supergau der Übersubventionierung von Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken, die mehr als drei Mal so hoch ist, aus dem Auge zu verlieren ist überaus unglaubwürdig", berichtet Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft und ergänzt: "Die Industrie ist nicht benachteiligt durch die Energiewende, sondern sie profitiert von den niedrigen Strompreisen und partizipiert am Ausbau der erneuerbaren Energien mit."
EU Energiekommissar Günter Öttinger hat letztes Jahr in einem Entwurf die Subventionskosten für Kohle- und Gaskraftwerke mit 26 Mrd. Euro und jene für Atomkraftwerke mit 35 Mrd. Euro abgeschätzt. Für die Gesundheitsfolgekosten von fossilen Kraftwerken wurden 40 Mrd. Euro erhoben. Die Umwelt- und Versicherungskosten sind da noch gar nicht eingerechnet. Gegen diesen Supergau der Übersubventionierung von Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken von über 100 Mrd. Euro in nur einem Jahr, sehen die Förderungen für alle erneuerbaren Energien mit 30 Mrd. Euro vergleichsweise bescheiden aus. "Angesichts dieser klaren Benachteiligung der erneuerbaren Energien ist es wirklich verwunderlich, wie Anzengruber als neuer Präsident von Österreichs Energie bei erneuerbaren Energien von Überförderung spricht, die Subventionen bei Kohle- und Gaskraftwerken aber verschweigt", erklärt Moidl und setzt fort: "Dieses Schlechtmachen des Ausbaus von Ökostrom sind wir von den großen Atomkonzernen und der Kohleindustrie gewohnt. Aber für mich ist erschreckend, dass Anzengruber nichts besseres zu tun hat, als in Brüssel solche Halbwahrheiten zu verbreiten und den erfolgreichen Weg des österreichischen Ökostromausbaus bewusst schlecht zu machen."
Darüberhinaus wurden in Österreich gerade mit der starken Unterstützung von Österreichs Energie neue Förderungen für bestehende und neu Kohle- und Gaskraftwerke beschlossen. Damit werden österreichische fossile Kraftwerke in den nächsten Jahren mit einem Geldregen von 200 Mio. Euro bedacht. Vergleicht man die bezahlten Subventionen in Deutschland für Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke der letzten 40 Jahre mit jenen Förderungen für erneuerbare Energien ist die Bilanz noch deutlicher. Laut einer Studie des Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft wurden mit 611 Mrd. Euro Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke 10 Mal mehr gefördert als alle erneuerbaren Energien (67 Mrd. Euro) zusammen. "Die höchsten Förderungen werden also nicht wie Anzengruber fälschlich behauptet bei den erneuerbaren Energien, sondern für Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke ausgegeben", erklärt Moidl.
Industrie profitiert massiv von den niedrigen Strompreisen
Des Weiteren hat Anzengruber behauptet, dass der Strompreis in Europa viel höher wäre als jener in den USA. Dies ist aber ein Mythos, denn der Strompreis von Österreich ist gleich hoch wie jener der USA. "Spannend dass dies Anzengruber nicht weiß, denn im aktuellen Jahresmagazin von Österreichs Energie ist genau dies nachzulesen", wundert sich Moidl und ergänzt abschließend: "Die Industrie hat durch den Ökostromausbau in Europa und durch den sinkenden Großhandelspreis für Strom sehr stark profitiert. Weiters hat die erneuerbare Branche mittlerweile einen bedeutenden Anteil bei Arbeitsplätzen, Investitionen und im Produktionsbereich und ist somit selbst Industrie."

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05.09.2014 | Autor*in: holler
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