Forschung zum Anfassen: Mitfahrgelegenheit in die Zukunft der Mobilität
Aldenhoven - Antworten darauf gab das Konsortium autotech.agil, das diese Woche auf dem Aldenhoven Testing Center die Ergebnisse seiner dreijährigen Forschungsarbeit präsentierte. Über 100 Expert:innen aus Universitäten und der Automobilindustrie zeigten im Reallabor, wie vernetzte und automatisierte Mobilität künftig Alltag werden kann.
Bei Live-Demonstrationen konnten Besucher:innen in autonomen Forschungsfahrzeugen mitfahren und erleben, wie Fahrzeuge, Infrastruktur, Leitzentrale und Cloud-Dienste nahtlos zusammenspielen. So reagierten Autos und Drohnen gemeinsam auf Notfälle, gesteuert durch einen „digitalen Zwilling“, der das gesamte Verkehrsgeschehen in Echtzeit abbildet.
Besonderes Augenmerk lag auf gesellschaftlichem Nutzen: Das autoSHUTTLE etwa demonstrierte barrierefreien ÖPNV, das autoELF zeigte, wie Sensorik selbst kleinste Verkehrsteilnehmende schützt, und mit dem autoCARGO wurde eine flexible Paketzustellung erprobt. Nachhaltigkeit wurde durch „Eco-Routing“ und energiesparende Fahrstrategien integriert.
„Automatisierung und Vernetzung eröffnen enorme Chancen, Mobilität sicherer, inklusiver und effizienter zu gestalten“, betonte Projektleiter Raphael van Kempen.
Koordiniert von der RWTH Aachen arbeiteten 21 Partner aus Forschung und Industrie an offenen, modularen Systemen, die künftig auch in Serienfahrzeuge integriert werden können. „Mit autotech.agil zeigen wir, wie digitale Souveränität im Mobilitätssektor möglich wird“, erklärte Gesamtkoordinator Professor Lutz Eckstein.
Das vom deutschen Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit rund 25 Millionen Euro geförderte Projekt läuft seit 2022 und soll als Blaupause für künftige Anwendungen dienen – von Modellregionen bis zur industriellen Vorentwicklung.