Für Browser < IE 11 nicht optimiert. Verwenden Sie bitte einen aktuelleren Browser.
Skip to main content
Ökonwes
  • Sonne
  • Wind
  • Biomasse
  • Mobilität
  • Nachhaltigkeit(current)1
    • Nachhaltigkeit
    • Vernetzung
    • Wasser
    • weitere Energien
    • Ersatz fossiler Energie(current)2
    • Umweltschutz
    • Bauen
    • offene Briefe
    • Ansichtssache
    • Buch-Tipp
    • Heroes for future
    • Jobs
    • Ernährung und Gesundheit
    • Ökologisch Investieren
  1. oekonews
  2. Nachhaltigkeit
  3. Ersatz fossiler Energie

Finnland  bereitet neues Atomgesetz vor: Schnellere Verfahren und  neue Reaktortechnologien im Fokus

27.03.2026

Vehementer Ausbau passiert trotzdem im Bereich erneuerbarer Energien. Das geht schneller und ist günstiger.

ltapsah-wind-farm-7443671.jpg
Windpark © LTapsaH pixabay.com

Helsinki - Finnland will weiter auf Atomkraft setzen.  Am 12. März hat die Regierung  dem Parlament einen Entwurf für ein neues Atomgesetz vorgelegt. Dieses soll das bisherige Gesetz aus dem Jahr 1987 ersetzen und zugleich zahlreiche  damit zusammenhängende Gesetze – darunter auch Bestimmungen zum Strahlenschutz – modernisieren.

Ziel der Reform ist es, so  das Ministerium für Wirtschaft und Beschäftigung, die Nutzung der Kernenergie klar am gesamtgesellschaftlichen Interesse auszurichten.   


Beschleunigung von Projekten und neue Technologien

Die Regierung unter Premierminister Petteri Orpo verfolgt mit der Reform ein wirtschafts- und energiepolitisches Ziel: Finnland soll als Standort für Investitionen in die Kernenergie attraktiver werden. Geplant ist, Projektvorbereitungen zu beschleunigen,  die Kosten zu senken und Genehmigungsprozesse berechenbarer zu  machen.

Kernstück ist die Einführung flexiblerer Genehmigungs-, Lizenzierungs- und Meldeverfahren. Diese sollen es ermöglichen, bewährte technische Lösungen einfacher wiederzuverwenden und gleichzeitig innovative Konzepte schneller voranzubringen. Dazu zählen insbesondere sogenannte Small Modular Reactors (SMR) – kleine, modular aufgebaute Reaktoren, die in Finnland als wichtige Zukunftstechnologie gelten. Zudem will Finnland künftig den Bau von Kernanlagen näher an Verbrauchszentren ermöglichen. 

 

Ein zentraler Punkt der Reform ist die Vereinfachung der Genehmigungsverfahren, insbesondere in frühen Projektphasen.  Für kleinere Anlagen mit einer thermischen Leistung von bis zu 50 Megawatt soll künftig das Wirtschaftsministerium zuständig sein. Größere Projekte bleiben weiterhin in der Verantwortung der Regierung. Parallel dazu werden auch die Vorschriften der finnischen Atomaufsichtsbehörde STUK angepasst. Ziel ist ein modernerer, weniger detaillierter und zugleich flexibler regulatorischer Rahmen.
 

Inkrafttreten ab 2027 geplant

Die finnische Umwelt- und Klimaministerin Sari Multala betont, dass Finnland auch künftig auf eine Mischung aus emissionsfreien, leistbaren und verlässlichen Energiequellen angewiesen sein werde – dazu zählt nach Meinung der finnischen Regierung auch Kernenergie. Die Reform soll sicherstellen, dass gesetzliche Rahmenbedingungen mit technologischen Entwicklungen Schritt halten und unterschiedliche Projektmodelle besser unterstützen.

Das neue Atomgesetz soll am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Damit könnten neue Projekte noch innerhalb der aktuellen Legislaturperiode nach den reformierten Regeln beantragt werden.

 Immer noch Atomkraft - trotz endloser Verzögerung  und horrender Kosten

Aktuell betreibt Finnland fünf Reaktorblöcke an zwei Standorten: Im Kraftwerk Loviisa laufen zwei Druckwasserreaktoren seit den späten 1970er- und frühen 1980er-Jahren. Das Kraftwerk Olkiluoto umfasst zwei ältere Siedewasserreaktoren sowie den Reaktor Olkiluoto 3 vom Typ EPR, der nicht nur mit  mehr als 10 Jahren Verspätung, sondern auch mit Kosten, die von ursprünglich geplanten 3 Mrd. Euro auf 11 Mrd. stiegen,  2023 in Betrieb ging. Mehr als 2.300  Fehler und Sicherheitsprobleme hatten  die Fertigstellung des Kraftwerkes massiv verzögert.  Ein weiterer  Reaktor in Olkiluoto wurde vom Betreiber TVO wegen der horrenden Kosten abgesagt.  

Mit einem Anteil von rund  37  Prozent an der Stromerzeugung ist Kernenergie derzeit eine tragende Säule im Energiesystem Finnlands – und dürfte durch die geplante Reform wieder Auftrieb bekommen.  Voraussetzung dafür sind jedoch hohe staaatliche Förderungen, denn ohne diese ist Atomenergie einfach unwirtschaftlich.

 
Eines ändert sich trotzdem nicht: Atomkraft ist  die teuerste Form der Energieerzeugung.  Unabhängigkeit bietet sie ebenfalls nicht, denn Uran muss importiert werden. Für zwei der Kernkraftwerke Finnlands kommt dieses immer noch aus Russland- absurd, 

Erneuerbare Energien wachsen  auch in Finnland weit schneller als Atomkraft: Allein im Vorjahr wurden mit mehreren Freiflächenprojekten 227 MW  industrielle Solarenergiekapazitäten neu errichtet,  ihr Anteil betrug  per Ende 2025 352 MW. Die  Windkraftkapazität Finnlands stieg 2025 auf  fast 9500 MW und sorgte für 36 Prozent  der finnischen Stromversorung, was ganz knapp an die Atomkraft herankommt. In Summe hat ein Mix aus Erneuerbaren Energien auch in Finnland die Kernkraft überholt. 

Verwandte Artikel

  •  Dukovany-AKW soll bis zu 80 Jahre laufen
  • SMRs – Ein alter Hut in Bayern?
  • Vorarlberg: Klares Zeichen gegen neue Atomkraftprojekte in der Schweiz
  • Ukraine plant bis 2030 Reparatur des Tschernobyl-Sarkophags
  • Nukleare Renaissance oder finanzielles Fass ohne Boden?
  • ZEIGE ALLE BERICHTE ZU DIESEM THEMA
  • Drucken
  • Empfehlen
27.03.2026 | Autor*in: Doris Holler-Bruckner
Zum vorigen Artikel voriger Artikel

SMRs – Ein alter Hut in Bayern?

Zum nächsten Artikel nächster Artikel

Forschung zeigt: Energiewendeförderung  muss  soziale Ungleichheit  mitdenken  

oekonews

Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit. Montag, 18. Mai 2026, 69.104 Artikel Online

Weitere Themen

  • Meilenstein für die Energiewende: Westnetz testet „netzbildende“ Großbatteriespeicher zur Systemstabilisierung
  • IEA-Report: 2025 als Rekordjahr beim Ausbau von Erneuerbaren bestätigt
  • Hattmannsdorfers Fossile Fantasien schaden Österreich
  • Konferenz in Santa Marta: Druck auf Regierungen wächst – Ausstieg aus fossilen Energien gefordert
  • Zukunft statt Gas: Klimabündnis ruft zu Demonstration in Hamm auf
  • ATOMENERGIE: NICHT NOTWENDIG!
  • 94 Milliarden Dollar Reingewinn 2026 für Shell, Exxon und Co.
  • Elektrizitätswirtschaftsgesetz reformiert Strommarkt
  • EU will raus aus fossilen Krisen – doch Steuerfragen bleiben bei den Staaten
  • Weltweit fordern Städte schnelleren Ausstieg aus fossilen Energien
  • zum ersten Set
  • zurück zum vorigen Set
  • 2
  • 3(current)
  • 4
  • weiter zum nächsten Set
  • zum letzten Set
13.189 Artikel | Seite 3 von 1.319

Newsletter

zur Anmeldung

Termintipp

Energiewende mitgestalten – Demokratie stärken, Zukunft sichern Termin-Tipp buchen

Oekotermine

Werben auf oekonews

Direkt an der Zielgruppe

Wichtiger Artikel

STUDIE: Ohne Energiewende mehr Rohstoffverbrauch
  • Suche
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Über oekonews
  • Haftung
  • RSS
© 2026 oekonews.at
ltapsah-wind-farm-7443671.jpg

Windpark © LTapsaH pixabay.com