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Feinstaubbelastung heuer doppelt so hoch wie im Vorjahr!

04.03.2010

In neun Städten wurde bereits jetzt der Jahresgrenzwert überschritten! – Hoher Anteil an Diesel–Fahrzeugen rächt sich

ja © Michael Sigmund
ja © Michael Sigmund
Wien – Die Luftqualität in Österreich ist heuer im Vergleich zum Vorjahr besorgniserregend schlecht. Eine aktuelle VCÖ–Untersuchung zeigt, dass in den ersten zwei Monaten des heurigen Jahres die Feinstaubbelastung doppelt so hoch war wie im Vorjahr. In neun Städten wurde der österreichische Jahresgrenzwert bereits jetzt überschritten, in Graz und Leibnitz sogar der weniger strenge EU–Grenzwert. Österreich leidet unter dem hohen Anteil von Diesel–Fahrzeugen. Der VCÖ fordert eine stärkere Unterstützung der betroffenen Städte durch die Bundesregierung.
In den ersten zwei Monaten war in Graz nur an 15 Tagen die Luftqualität in Ordnung. Die aktuelle VCÖ–Feinstaubbilanz zeigt, dass bei der Messstelle Graz Süd an 44 Tagen (!) der Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft überschritten wurde. Zur gleichen Zeit des Vorjahres gab es hier 23 Überschreitungen. In Leibnitz war bis Ende Februar bereits an 42 Tagen zu viel Feinstaub in der Luft (22 Überschreitungen im Vorjahr). Der EU–Jahresgrenzwert erlaubt 35 Überschreitungen.
Die hohe Feinstaubbelastung ist ein österreichweites Problem. "Die Feinstaubbelastung war zuletzt im Jahr 2006 so hoch wie heuer. Sicher war das Wetter ungünstig. Aber die Grenzwerte sind auch bei ungünstigen Wetterlagen einzuhalten. Die Bevölkerung braucht keine originellen Ausreden, sondern wirksame Maßnahmen, damit sie wieder saubere Luft atmen kann", betont VCÖ–Experte DI Martin Blum. Laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) verursachen allein die Abgase des Verkehrs in Österreich rund 2.400 Todesfälle – das ist drei Mal höher als die Zahl der Verkehrstoten! Feinstaub macht auch Kinder krank, verursacht Asthmaanfälle und chronische Bronchitis.
Die größten Feinstaubverursacher sind Industrie, Hausbrand und Verkehr. "Rasches Handeln ist nur im Verkehrsbereich möglich. Denn die Alternativen wären das Stilllegen von Industrieanlagen oder ein Heizverbot. Und das kann niemand ernsthaft wollen", stellt VCÖ–Experte Blum fest. Die betroffenen Städte und Bundesländer können durch Umweltzonen, niedrigere Tempolimits, durch mehr Bus– und Bahnverbindungen sowie der Förderung von Gehen und Radfahren die Feinstaubbelastung verringern.
Der VCÖ sieht auch die Bundesregierung gefordert, die Städte zu unterstützen. Die hohe Feinstaubbelastung ist auch die Folge des sehr hohen Anteils von Diesel–Pkw. Jeder zweite Pkw in Österreich fährt mit Diesel. Dieselabgase enthalten Feinstaub und mehr Stickoxide. Dennoch wird Diesel um zehn Cent pro Liter niedriger besteuert als Benzin. "Im Interesse der Gesundheit der Bevölkerung ist dieses Steuerprivileg für Diesel von der Regierung rasch abzuschaffen", fordert VCÖ–Experte Blum
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04.03.2010 | Autor*in: holler
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