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Experten warnen: Übergewicht bei Kindern nimmt zu

14.01.2006

Schätzungsweise 20 Prozent der Kinder haben bereits Übergewicht

KinderärztInnen und ErnährungswissenschafterInnen sind alarmiert: In Österreich ist schätzungsweise jede/r fünfte Schüler/in zwischen 11 und 13 Jahren übergewichtig. Etwa fünf Prozent der Wiener Schulkinder leiden an Adipositas – und der größte Teil der stark Übergewichtigen trägt diese Last lebenslang.
Wie ein großer Teil der Bevölkerung essen auch Kinder und Jugendliche generell zu viel, zu süß und zu fett und damit geht eine zu hohe Kalorienzufuhr einher. Zudem locken überall kalorienreiche Snacks und Softdrinks für Zwischendurch. Gleichzeitig bewegen sich viele Kinder und Jugendliche zu wenig.
Das hat enorme Folgen für ihre Gesundheit und für ihre Psyche. Übergewichtige Kinder sind anfälliger für Herz–Kreislauf–Erkrankungen und Diabetes. Sie werden oft gehänselt, fühlen sich dadurch ausgegrenzt und ziehen sich zurück. Die Ernährungswissenschafterin Mag. Rita Kichler, Gesundheitsreferentin im Fonds Gesundes Österreich, gibt konkrete Tipps, wie Eltern ihre Sprösslinge in Sachen ausgewogene Ernährung unterstützen können.

Verbote bringen nichts

Gemüse trägt zur Gesundheit bei, ist jedoch bei vielen Kindern nicht beliebt. "Ob Obst, Gemüse oder andere für die Ernährung günstigen Lebensmittel, Kinder müssen von sich aus auf den richtigen Geschmack kommen" findet Mag. Kichler. Ein strikter Menüplan, der zum gesunden Essen "zwingt", hilft da wenig. Und vor allem eins, weiß die Expertin: "Verbote bringen nichts. Dadurch werden die häufig zu viel konsumierten Speisen wie Süßigkeiten oder Pommes frites nur noch interessanter." Statt dessen sollte das Augenmerk auf die Ausgewogenheit gelegt werden. "Bei optimierter Mischkost ist auch gegen gelegentliche Limonaden, Burger oder einen kleinen Schokoriegel nichts einzuwenden. Das ist alles eine Frage der Menge", so Mag. Kichler. Weiters rät sie den Eltern, sich auf die Vorbildwirkung zu besinnen, "denn wenn Eltern selbst beim dekorativen Obstkorb nicht zugreifen und kein Gemüse essen, wie soll man das dann von den Kindern erwarten." Empfehlenswert wäre es, wenn Eltern mit ihren Kindern gemeinsam Märkte erkunden und mit den für sie ansprechenden pflanzlichen Lebensmitteln neue Speisen zubereiten, um herausfinden, welches Obst und Gemüse ihnen am besten schmeckt.

Ein guter Tag beginnt mit einem guten Frühstück

Wichtig für Eltern ist es, schon am Beginn des Tages die Weichen richtig zu stellen: "Das Frühstück als Energielieferant für den Vormittag ist nicht nur für Kindergarten– und Schulkinder wichtig, sondern auch für Sie selbst", rät die Expertin. "Eine Kombination aus Vollkornbrot mit Topfenaufstrich, frischem Obst und Gemüserohkost oder Müsli mit Joghurt und Früchten bietet Ihrem Kind wertvolle Nährstoffe." Falls der Nachwuchs gar nicht frühstücken will, sollte man Kinder allerdings auch nicht dazu nötigen. Mag. Kichler: "Auch ein Glas Milch oder Kakao ist am Morgen ausreichend, falls das zweite Frühstück dann reichlicher gestaltet wird. Geben Sie Ihrem Kind in diesem Fall ausreichend Pausenverpflegung mit."

Die gesunde Jause macht Schule

Topfenkolatschen, Schoko–Riegel, Kuchen, süße Getränke und andere zuckerreiche Kost sind keine empfehlenswerten Pausensnacks. "Neben Obst und Gemüse sind zum Beispiel auch Milch, Kakao oder Joghurt sowie Vollkornbrote mit fettarmen Schinken oder Käse empfehlenswert für die Pausenverpflegung" skizziert die Expertin die optimale Jausen–Box.

Ausreichend Trinken

Für eine optimale geistige Leistungsfähigkeit ist auch ausreichendes Trinken von Bedeutung. "Die besten Durstlöscher für Kinder sind Wasser oder Mineralwasser, verdünnte Obst– und Gemüsesäfte oder ungesüßte Früchte– und Kräutertees", so Mag. Kichler. "Bohnenkaffee, schwarzer Tee, Colagetränke und koffeinhaltiger Eistee sind für Kinder nicht geeignet

Die Ernährungspyramide baut auf!

Mit einer aktuellen Informations–Offensive unter dem Motto "Die Ernährungspyramide baut auf" will der Fonds Gesundes Österreich gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium und weiteren KooperationspartnerInnen die ÖsterreicherInnen für mehr Ernährungsbewusstsein sensibilisieren. "Wir empfehlen eine vielfältige und ausgewogene Ernährung, die dem Bild der Ernährungspyramide entsprechend zusammengesetzt ist" erklärt Dennis Beck, der Geschäftsführer des Fonds Gesundes Österreich, eine wesentliche Zielsetzung der Kampagne. Die Ernährungspyramide veranschaulicht, in welchen Mengen bestimmte Lebensmittelgruppen auf dem Menüplan der Österreicherinnen und Österreichern stehen sollten. Das heißt: Kein Lebensmittel ist ungesund oder gar verboten. Aber manche Dinge sollten eben nur sehr selten gegessen werden, andere täglich und reichlich so wie Obst und Gemüse, von denen fünf Portionen pro Tag empfehlenswert sind, gleiches gilt für Erdäpfel und Getreideprodukte. Weit oben finden sich Fette und Öle, von denen möglichst wenig verzehrt werden sollte, an der Spitze stehen kleine Extras, wie Süßigkeiten, Mehlspeisen und salzige Knabbereien.
Mehr praktische Tipps zum ausgewogenen Essen gibt es im Internet unter www.gesundesleben.at ; bei der Ernährungs–Hotline: 0810 810 227 (Montag bis Freitag, jeweils 9:00 bis 15:00 Uhr zum Ortstarif aus ganz Österreich) oder in den Publikationen des Fonds Gesundes Österreich:
Broschüre: Bewusst lebt besser. Ernährung.
Folder: Die Ernährungspyramide baut auf.
Broschüre und Folder können auch unter www.gesundesleben.at bestellt werden!
Quelle: Fond Gesundes Österreich
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14.01.2006 | Autor*in: holler
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