Experten bestätigen Folgen des Klimawandels für die Landwirtschaft
Dass sich das Klima ändert, bestätigen inzwischen alle Experten. Welche Auswirkungen diese Veränderungen auf die Landwirtschaft haben werden, diskutierten Experten gestern in der niederösterreichischen Landwirtschaftskammer. "Es gibt zahlreiche Anzeichen für die Klimaveränderung", erklärte Helga Kromp-Kolb von der Universität für Bodenkultur. Eines davon sei der frühere Vegetationsbeginn, zu sehen beispielsweise an der frühen Reife der Trauben. "Heute wird durchschnittlich um zwei Wochen früher Wein gelesen als vor 30 Jahren", so die Klimaexpertin.
Kromp-Kolb erklärt dieses Phänomen mit einem Temperaturanstieg von 0,6 Grad Celsius in Österreich in den letzten 150 Jahren, wobei der Großteil der beobachteten Erwärmung der letzten 50 Jahre auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen sei. Wenn nicht gegengesteuert werde, müsse mit einem weiteren Anstieg der durchschnittlichen Temperatur bis zu 5,8 Grad gerechnet werden. Mit der Erderwärmung einher gingen die Rückgänge der Niederschläge. Kromp-Kolb schätzt, dass vor allem der Frühjahrsniederschlag weniger wird.
Hauptbetroffene der Klimaveränderung ist unumstritten die Landwirtschaft, mit allen negativen aber auch positiven Konsequenzen. Josef Eitzinger von der Universität für Bodenkultur hält eine beschleunigte Entwicklung der Pflanzen auf Grund der Temperaturerhöhung durchaus für möglich. Die längere Vegetationsdauer wirkt sich ebenfalls positiv auf das Pflanzenwachstum aus. Eitzinger stellt jedoch die Frage, ob diese Faktoren reichen werden, die negativen Auswirkungen Wett zu machen. Vor allem der größere Wasserverlust und die höhere Verdunstung können künftig Probleme verursachen.
Veränderter Schädlingsbefall und verstärkte Bodenerosion
Die Landwirte werden auch mit einem veränderten Schädlingsbefall und einer verstärkten Bodenerosion zu kämpfen haben. Der Klimaexperte weiß aber auch Gegenmaßnahmen. Die Landwirte sollten ihr Hauptaugenmerk auf die Verbesserung des Wasserhaushaltes der Böden legen. Eine schonende Bodenbearbeitung und eine Bodenbedeckung helfen, das Wasser über den Winter zu speichern und während des Wachstums verfügbar zu machen. Eitzinger empfiehlt auch, den Anbauzeitpunkt und die Sortenwahl entsprechend dem Wasserhaushalt anzupassen.
Häufigere und längere Trockenperioden erwartet
Mit zunehmenden Wetterkapriolen rechnet auch Josef Stroblmaier von der Österreichischen Hagelversicherung. Der landwirtschaftliche Versicherungsexperte erwartet häufigere und längere Trockenperioden und extreme Hitzewellen. Auch auf veränderte Niederschläge müssten sich die Bauern einstellen. "Schnee und Regen werden unregelmäßiger, einzelne Niederschläge heftiger. Die fehlende Schneebedeckung im Winter führt zu einer Zunahme der Frostschäden", erläuterte Stroblmaier. Er rechnet auch mit vermehrten Stürmen im Zuge von Hagelunwettern. Direkt abzulesen sind die Wetterkapriolen an der Anzahl der Versicherungsschäden. Diese sind in den letzten 50 Jahren um das dreifache gestiegen, die Versicherung kalkuliert mit einem weiteren Anstieg. (Schluss)
Rückfragehinweis: AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst
Tel: 01/533-18-43, mailto:pressedienst@aiz.info http://www.aiz.info FAX: (01) 535-04-38
*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***
OTS0102 2004-01-22/10:44
Kromp-Kolb erklärt dieses Phänomen mit einem Temperaturanstieg von 0,6 Grad Celsius in Österreich in den letzten 150 Jahren, wobei der Großteil der beobachteten Erwärmung der letzten 50 Jahre auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen sei. Wenn nicht gegengesteuert werde, müsse mit einem weiteren Anstieg der durchschnittlichen Temperatur bis zu 5,8 Grad gerechnet werden. Mit der Erderwärmung einher gingen die Rückgänge der Niederschläge. Kromp-Kolb schätzt, dass vor allem der Frühjahrsniederschlag weniger wird.
Hauptbetroffene der Klimaveränderung ist unumstritten die Landwirtschaft, mit allen negativen aber auch positiven Konsequenzen. Josef Eitzinger von der Universität für Bodenkultur hält eine beschleunigte Entwicklung der Pflanzen auf Grund der Temperaturerhöhung durchaus für möglich. Die längere Vegetationsdauer wirkt sich ebenfalls positiv auf das Pflanzenwachstum aus. Eitzinger stellt jedoch die Frage, ob diese Faktoren reichen werden, die negativen Auswirkungen Wett zu machen. Vor allem der größere Wasserverlust und die höhere Verdunstung können künftig Probleme verursachen.
Veränderter Schädlingsbefall und verstärkte Bodenerosion
Die Landwirte werden auch mit einem veränderten Schädlingsbefall und einer verstärkten Bodenerosion zu kämpfen haben. Der Klimaexperte weiß aber auch Gegenmaßnahmen. Die Landwirte sollten ihr Hauptaugenmerk auf die Verbesserung des Wasserhaushaltes der Böden legen. Eine schonende Bodenbearbeitung und eine Bodenbedeckung helfen, das Wasser über den Winter zu speichern und während des Wachstums verfügbar zu machen. Eitzinger empfiehlt auch, den Anbauzeitpunkt und die Sortenwahl entsprechend dem Wasserhaushalt anzupassen.
Häufigere und längere Trockenperioden erwartet
Mit zunehmenden Wetterkapriolen rechnet auch Josef Stroblmaier von der Österreichischen Hagelversicherung. Der landwirtschaftliche Versicherungsexperte erwartet häufigere und längere Trockenperioden und extreme Hitzewellen. Auch auf veränderte Niederschläge müssten sich die Bauern einstellen. "Schnee und Regen werden unregelmäßiger, einzelne Niederschläge heftiger. Die fehlende Schneebedeckung im Winter führt zu einer Zunahme der Frostschäden", erläuterte Stroblmaier. Er rechnet auch mit vermehrten Stürmen im Zuge von Hagelunwettern. Direkt abzulesen sind die Wetterkapriolen an der Anzahl der Versicherungsschäden. Diese sind in den letzten 50 Jahren um das dreifache gestiegen, die Versicherung kalkuliert mit einem weiteren Anstieg. (Schluss)
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