Europa knackt die Millionenmarke: Öffentliche Ladeinfrastruktur wächst rasant
Im ersten Quartal 2025 hat Europa einen bedeutenden Meilenstein auf dem Weg zur emissionsfreien Mobilität erreicht: Die Zahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte für Elektrofahrzeuge überschritt erstmals die Marke von 1 Million – ein deutlicher Anstieg gegenüber den rund 950.000 Ladepunkten Ende 2024.
Diese Entwicklung zeigt, dass der Ausbau der Ladeinfrastruktur in Europa weiter an Fahrt aufnimmt. Der vierteljährlich erscheinende europäische Marktmonitor dokumentiert diese Fortschritte und prüft, ob die Ladeinfrastruktur mit dem rasanten Wachstum der Elektromobilität Schritt hält.
Bis Ende des ersten Quartals 2025 kamen in Europa durchschnittlich 7,2 Ladepunkte pro 1.000 Fahrzeuge (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge) auf der Straße – ein spürbarer Anstieg gegenüber 6,5 pro 1.000 Fahrzeuge Ende 2024. Maßstab ist dabei die installierte Leistung gemessen in 22-kW-Äquivalenten, ein gängiger Vergleichswert zur Bewertung der Ladeinfrastruktur.
Skandinavien an der Spitze – Südeuropa mit Nachholbedarf
Spitzenreiter beim Verhältnis von Ladepunkten zur Fahrzeuganzahl bleibt Norwegen mit beeindruckenden 46 öffentlichen Ladepunkten pro 1.000 Fahrzeuge. Dahinter folgen Island (35), Dänemark (30) und Schweden (22) – Länder, die traditionell als Vorreiter der Elektromobilität gelten.
Deutlich unter dem europäischen Durchschnitt liegen hingegen Italien und Spanien mit jeweils nur 3 Ladepunkten pro 1.000 Fahrzeuge, was den dringenden Ausbaubedarf in Südeuropa unterstreicht.
Schnellladen im Aufwind
Besonders dynamisch entwickelte sich im ersten Quartal das Schnellladen über Gleichstrom (DC): Hier stieg die Zahl der Ladepunkte im Vergleich zum Vorjahr um 54 %, während das Wachstum bei den klassischen Wechselstrom-Ladepunkten (AC) bei 28 % lag. Aktuell sind rund 19 % aller öffentlichen Ladepunkte DC-Lader, während 81 % auf AC-Technologie basieren.
Die stärksten Zuwächse im Bereich der Schnellladeinfrastruktur verzeichnete Dänemark mit einem beeindruckenden Plus von 104 %, gefolgt von Belgien mit 92 %.
Fazit:
Die neuen Zahlen zeigen: Europa macht große Fortschritte beim Ausbau der Ladeinfrastruktur – ein entscheidender Faktor für die weitere Verbreitung von Elektrofahrzeugen. Dennoch bleiben regionale Unterschiede bestehen. Während einige Länder beim Tempo des Ausbaus bereits weit voraus sind, besteht andernorts noch erheblicher Handlungsbedarf. Der Marktmonitor liefert damit nicht nur eine Momentaufnahme, sondern auch wichtige Impulse für Politik und Wirtschaft, um die Ladeinfrastruktur europaweit zukunftsfähig zu gestalten.