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EU-Schwenk pro Atomkraft - Czernohorszky: „EU schlägt einen gefährlichen Weg ein!“

11.03.2026

Studie aus Wien widerspricht dem Märchen vom „nachhaltigen Atomstrom“

NachhaltigeAtomkraftMärchen.png
Atomkraft ist nicht nachhaltig © KI generiert & oekonews
Wien   -  „Die heutigen Aussage von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zum Thema Atomkraft machen betroffen und lassen Schlimmes befürchten“, kritisierte heute Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky das Statement der EU Kommissionspräsidentin, wonach die Abkehr von Atomkraft ein "strategischer Fehler" gewesen sei.

„Atomkraft ist keine nachhaltige Energieform, weil die Atomindustrie bewusst viele negative Umweltfolgen und Risiken einfach in Kauf nimmt!“ so Czernohorszky, der auch Vorsitzender des Städtenetzwerk Cities for a Nuclear Free Europe (CNFE) ist.

„Gerade in diesen Tagen, in denen sich die Nuklearkatastrophe von Fukushima zum 15. Mal jährt, wird einmal mehr deutlich, welche langfristigen Risiken mit dieser Technologie verbunden sind. Atomkraft kann Schäden an unserer Umwelt verursachen, die nicht mehr reparabel sind. Darüber hinaus ist Atomkraft derzeit die teuerste Energieform. Jede Investition in diesem Bereich bindet finanzielle Mittel, die wir im Kampf gegen den Klimawandel dringend brauchen“, so Czernohorszky.

EU-Förderung für SMR birgt hohe Risiken

Mit Blick auf die angekündigte Förderung sogenannter Small Modular Reactors (SMR) warnt Czernohorszky: „Die Vorstellung, dass SMR bereits Anfang der 2030er Jahre in großem Umfang etabliert sein könnten, ist aus heutiger Sicht äußerst fraglich. Bislang existiert weltweit noch kein kommerziell betriebener Reaktor dieser Bauart, viele Projekte sind noch in der Entwicklungsphase.“

Ob diese Systeme tatsächlich sicherer oder wirtschaftlicher seien als bestehende Atomkraftwerke, sei völlig ungeklärt. Öffentliche Gelder in eine Technologie zu investieren, deren Risiken und Kosten so ungewiss sind, wären „ein falsches Signal und eine Verschwendung dringend benötigter Mittel für den Klimaschutz.“
 

Schritt in Richtung Atomkraft „dringend zu überdenken“

 

Erst im Vorjahr gelangte eine Studie der Wiener Umweltanwaltschaft („Nachhaltigkeitsnarrative im Nuklearbereich“) zu der Erkenntnis, dass Atomkraft keiner gängigen Definition von Nachhaltigkeit entspricht. Ausgeblendet werden dabei unter anderem die ungelösten Umweltfolgen des Uranabbaus, das Risiko schwerwiegender Auswirkungen durch Unfälle und die ungelösten Fragen der Entsorgung von radioaktiven Abfällen und Brennelementen. Auch müssen die hohen Kosten für den Neubau von Atomkraftwerken und die Entsorgung von Abfällen meist die Steuerzahler*innen tragen.

„Wenn man die Risiken, Mängel und wirtschaftlichen Probleme der Atomkraft gegen ihren Beitrag zum Klimaschutz und zu den Nachhaltigkeitszielen abwägt, wird deutlich, dass die Nachteile schwerer wiegen“, so Czernohorszky. „Ich appelliere dringend an alle EU-Verantwortlichen, den Schritt in Richtung Atomkraft dringend zu überdenken!“

Die Studie der Wiener Umweltanwaltschaft ist unter folgendem Link abrufbar: studie-nachhaltigkeitsnarrative-nuklearbereich.pdf

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