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EU-Projekt SENTINEL:  Nachhaltige  Energielösungen für Militäreinsätze

15.05.2026

57-Millionen-Euro-Projekt soll fossile Abhängigkeit des Militärs reduzieren und widerstandsfähige Energiesysteme für Einsätze entwickeln

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© dodo71 pixabay.com
Die geopolitschen Entwicklungen zwingen auch Europa zum umdenken.  Energiesicherheit wird zunehmend zu einem strategischen Faktor für Europas Verteidigungsfähigkeit. Mit dem neuen EU-Projekt SENTINEL (Sustainable Energy Capabilities for Enhanced Military Camps and Operations) startet nun ein groß angelegtes Forschungsprogramm, das nachhaltige Energielösungen für militärische Operationen entwickeln soll. Mit dabei ist das Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE.

Das auf vier Jahre angelegte Projekt wird im Rahmen des Europäischen Verteidigungsfonds gefördert und verfügt über ein Gesamtbudget von rund 57 Millionen Euro. Insgesamt arbeiten 42 Partner aus 16 europäischen Ländern zusammen – darunter Forschungseinrichtungen, Industrieunternehmen, Streitkräfte und Verteidigungsministerien.
 

Weniger fossile Abhängigkeit im Militär

 

Im Zentrum des Projekts steht die Frage, wie militärische Einsätze künftig unabhängiger von fossilen Brennstoffen werden können. Ziel ist es, nachhaltige und zugleich robuste Energieversorgungssysteme zu entwickeln, die auch unter schwierigen Einsatzbedingungen funktionieren und gleichzeitig den logistischen Aufwand reduzieren.

Damit adressiert SENTINEL eine zentrale sicherheitspolitische Herausforderung: Militärische Operationen sind bislang stark von Treibstofflieferungen abhängig, was Versorgungslinien verwundbar macht und hohe Kosten verursacht. 

Die neuen Konzepte sollen daher nicht nur klimafreundlicher sein, sondern auch die operative Einsatzfähigkeit verbessern.
 

17 Energielösungen für Militärlager und Einsätze 

 

Gemeinsam mit europäischen Streitkräften entwickeln die Projektpartner insgesamt 17 Energielösungen. Dazu zählen neue Energie- und Speichertechnologien, digitale Systeme für das Energiemanagement, innovative Mobilitätslösungen sowie intelligente Stromnetze.

Getestet werden die Technologien in fünf praxisnahen Demonstrationen – vier davon auf realen Militärbasen, eine weitere in einer digitalen Simulationsumgebung. Die Tests finden unter unterschiedlichen klimatischen Bedingungen statt und sollen zeigen, wie belastbar und einsatztauglich die Systeme tatsächlich sind.

SENTINEL knüpft dabei an das Vorgängerprojekt INDY (Energy Independent and Efficient Deployable Military Camps) an, an dem das damalige Fraunhofer INT – mittlerweile Teil des Fraunhofer FKIE – bereits maßgeblich beteiligt war.
 

Fraunhofer FKIE analysiert Klimarisiken und Zukunftstechnologien

 

Das Fraunhofer FKIE übernimmt im Projekt vor allem Analyse- und Konzeptionsaufgaben. Ein Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung der klimatischen Bedingungen an den Demonstrationsstandorten. Dabei analysieren die Forschenden unter anderem Extremwetterereignisse sowie mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf militärische Infrastruktur und Energieversorgung. 

Darüber hinaus identifiziert das Institut neue Energietechnologien, die künftig für militärische Feldlager relevant werden könnten. Grundlage dafür ist das im Vorgängerprojekt entwickelte „Emerging Technology Compendium“, das bereits 75 Technologieanalysen umfasst.

 

Europäische Zusammenarbeit im Fokus

 

Ein erstes großes Treffen der Projektpartner fand bereits im Februar 2026 im slowenischen Maribor statt. Unter dem Titel „Aligning Expectations“ kamen mehr als 130 Vertreter:innen aus 16 europäischen Ländern zusammen, darunter Mitglieder der Europäischen Kommission, Streitkräfte, Verteidigungsministerien und Vertreter des Endnutzerbeirats.
 

Im Mittelpunkt standen die Abstimmung der Projektziele, die Koordination der Demonstrationen sowie die gemeinsame Entwicklung der geplanten Energielösungen. Fachvorträge, Workshops und technische Sitzungen sollten sicherstellen, dass Forschung, Militär und Politik eng zusammenarbeiten.

Mit SENTINEL setzt die Europäische Union verstärkt auf die Verbindung von Energiesicherheit, technologischer Innovation und Verteidigungsfähigkeit – und zeigt zugleich, dass Nachhaltigkeit auch im militärischen Bereich zunehmend strategische Bedeutung gewinnt. 
 

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