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EU plant Überarbeitung der Wasserrahmenrichtlinie: WWF warnt vor massiven Rückschritten im Gewässerschutz

08.12.2025

Die Ankündigung der EU-Kommission, die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) bis Mitte 2026 zu öffnen und zu überarbeiten, sorgt für heftige Kritik von Umweltorganisationen.

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Flussauen © Seaq68 pixabay.com
 Brüssel/Wien   - Die Ankündigung der EU-Kommission, die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) bis Mitte 2026 zu öffnen und zu überarbeiten, sorgt für heftige Kritik von Umweltorganisationen.  Auch der WWF Österreich schlägt Alarm: Die Entscheidung komme unmittelbar nach Forderungen der mächtigen Bergbau- und Metalllobby Euromines  und könnte weitreichende Folgen für den Gewässerschutz in Europa haben.

„Das ist eine sehr rücksichtslose Entscheidung, weil sie die Tür für massive Verschlechterungen im Wasserschutz öffnet“, warnt WWF-Expertin Bettina Urbanek. Sollten die Vorschläge aus der Industrie Gehör finden, drohten „schwächere oder sogar gestrichene Standards – auf Kosten der Biodiversität und der Gesundheit von Millionen Menschen“.
 

Industrie setzt EU-Richtlinie ins Visier 

Ein Bericht der Umweltkoalition Living Rivers Europe zeigt, dass die WRRL seit längerem im Fokus verschiedener Branchenlobbys steht,  darunter Energie-, Chemie-, Bergbau- und Landwirtschaftsverbände. Zu ihren zentralen Forderungen zählt die Abschaffung des sogenannten Verschlechterungsverbots: Bislang dürfen sich der Zustand von Flüssen, Seen oder Grundwasser nicht verschlechtern, wenn neue Projekte genehmigt werden. Ohne dieses Verbot wären deutlich mehr Verschmutzungen durch industrielle und landwirtschaftliche Prozesse zu erwarten.
 

Auch das Ziel, alle europäischen Gewässer bis 2027 in einen „guten“ ökologischen und chemischen Zustand zu bringen, soll laut Lobbyforderungen aufgeweicht und zeitlich nach hinten verschoben werden.
 

Besonders kritisch sieht der WWF den Angriff auf das „one-out-all-out“-Prinzip. Dieses besagt, dass die Gesamtbewertung eines Gewässers sich nach der am schlechtesten bewerteten Teilkomponente richtet. Fällt dieses Prinzip, könnten Gewässer trotz hoher Belastung – etwa durch Chemikalien – trotzdem eine gute Zustandsbewertung erhalten. Urbanek findet dafür ein drastisches Bild: „Das wäre, als würde man einem Gebäude mit verrottetem Fundament einen guten Zustand bescheinigen, nur weil die Wände weiß gestrichen sind.“
 

„Finger weg von der Richtlinie“ 

Der WWF fordert die EU-Kommission eindringlich auf, sich nicht von Einzelinteressen leiten zu lassen. Die Wasserrahmenrichtlinie sei ein wirksames Instrument und unverzichtbar für den Schutz der europäischen Gewässer und die langfristige Versorgungssicherheit.
 

Besonders brisant: Schon 2019 hatte die EU-Kommission selbst im Rahmen eines „Fitness-Checks“ bestätigt, dass die WRRL modern, notwendig und effektiv sei. Auch die Bevölkerung stellte sich hinter das Gesetz  -  über 375.000 Bürgerinnen und Bürger unterstützten damals den Erhalt der Richtlinie in ihrer starken Form.
 

Hintergrund: Was die Wasserrahmenrichtlinie schützt 

Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL, 2000/60/EG) bildet das Fundament der europäischen Gewässerpolitik. Sie verpflichtet die Mitgliedstaaten dazu, Flüsse, Seen, Grundwasser sowie Übergangs- und Küstengewässer zu schützen und ihren Zustand zu verbessern. Eine Schwächung hätte weitreichende Konsequenzen – nicht zuletzt für die im Frühjahr 2025 beschlossene Wasserresilienzstrategie der EU, die auf breite Zustimmung gestoßen war.

Schon früher hatte es Versuche von Industrieverbänden gegeben, die WRRL aufzuweichen. Damals entschied sich die EU-Kommission nach Prüfung gegen Änderungen. Dass nun – in einem politischen Klima zunehmender Deregulierung – erneut an der Richtlinie gerüttelt wird, sorgt bei Umweltorganisationen für große Besorgnis. 
 

Der WWF appelliert daher an die Verantwortlichen in Brüssel: „Finger weg von der Richtlinie.“

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Flussauen © Seaq68 pixabay.com