Für Browser < IE 11 nicht optimiert. Verwenden Sie bitte einen aktuelleren Browser.
Skip to main content
Ökonwes
  • Sonne
  • Wind
  • Biomasse
  • Mobilität
  • Nachhaltigkeit(current)1
    • Nachhaltigkeit
    • Vernetzung
    • Wasser
    • weitere Energien
    • Ersatz fossiler Energie
    • Umweltschutz(current)2
    • Bauen
    • offene Briefe
    • Ansichtssache
    • Buch-Tipp
    • Heroes for future
    • Jobs
    • Ernährung und Gesundheit
    • Ökologisch Investieren
  1. oekonews
  2. Nachhaltigkeit
  3. Umweltschutz

EU-Ombudsfrau prüft Aufweichung der Nitrat-Richtlinie durch die Kommission

29.05.2026

Die Europäische Kommission gerät wegen ihrer geplanten Lockerung der EU-Nitrat-Richtlinie zunehmend unter Druck.

Wasser.jpg.jpg
© 44833 pixabay.com / Wassertropfen
Brüssel  -  Die Europäische Ombudsfrau Teresa Anjinho untersucht nun Beschwerden gegen das Vorgehen der Kommission, nachdem Umweltorganisationen schwere Verfahrensmängel bei der Einführung sogenannter „RENURE“-Regeln kritisiert hatten.

Im Zentrum steht eine Beschwerde des European Environmental Bureau (EEB), die im April 2026 eingebracht wurde. Die Organisation wirft der Kommission vor, Änderungen im Düngerecht ohne ausreichende wissenschaftliche Grundlage und ohne transparente Folgenabschätzung durchgesetzt zu haben. Die neuen Regeln erlauben es Landwirten, deutlich größere Mengen an aufbereitetem Mist und Gülle („RENURE-Produkte“) auf Feldern auszubringen, als bisher nach der Nitrat-Richtlinie zulässig war.
 

Die Ombudsfrau bestätigte nun, dass die Vorwürfe des EEB Ähnlichkeiten mit bereits früher festgestellten Fällen von „Missständen in der Verwaltung“ („maladministration“) aufweisen. Bereits im vergangenen November hatte sie der Kommission wegen ähnlicher Verfahren schriftliche Empfehlungen übermittelt. Die neuen Beschwerden würden deshalb in die laufenden Untersuchungen einbezogen.
 

Kritik an mangelnder Transparenz 

Sara Johansson, Wasserpolitik-Managerin beim EEB, kritisierte insbesondere die fehlende Transparenz des Verfahrens: 

„Die Schwächung von Umwelt- und Gesundheitsschutz ohne ausreichende Beweise oder Folgenabschätzungen durchzudrücken, ist Politik hinter verschlossenen Türen. Die Nitratverschmutzung kostet die Steuerzahler bereits heute 60 Millionen Euro pro Tag allein für die Reinigung des Wassers. Entscheidungen mit solch weitreichenden Folgen brauchen Transparenz.“
 

Nach Ansicht des EEB habe die Kommission zentrale Standards ihrer eigenen „Better Regulation“-Prinzipien missachtet. So sei die Änderung beschlossen worden, noch bevor die laufende Evaluierung der Nitrat-Richtlinie abgeschlossen war. Außerdem habe die Behörde weder ausreichend geprüft, ob die Neuregelung mit anderen EU-Gesetzen vereinbar sei, noch die Öffentlichkeit angemessen konsultiert.
 

Sorge vor weiterer Verschmutzung

Trotz der laufenden Untersuchung plant die Kommission offenbar bereits weitere Lockerungen. Im kürzlich vorgestellten „Fertiliser Action Plan“ kündigte sie an, die RENURE-Regeln künftig auch auf vergorene Gülle auszuweiten. Dadurch könnten Landwirte selbst in sogenannten „Nitratgefährdeten Gebieten“ größere Mengen stickstoffhaltiger Düngemittel ausbringen.
 

Umweltorganisationen warnen davor, dass dies die Belastung von Grund- und Trinkwasser weiter verschärfen könnte. Nitrat gilt als eines der größten Umweltprobleme der europäischen Landwirtschaft. Laut EEB verursacht die Verschmutzung der Gewässer jährlich Kosten von rund 22 Milliarden Euro innerhalb der EU.
 

Besonders drastisch zeigte sich die Problematik zuletzt in Spanien: Dort hatten im Jahr 2024 mehr als 220.000 Menschen zeitweise keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser, weil die Nitratwerte infolge intensiver Tierhaltung und übermäßiger Düngung zu hoch waren.
 

Die EU-Nitrat-Richtlinie gilt seit Jahrzehnten als zentrales Instrument zum Schutz von Gewässern vor landwirtschaftlicher Verschmutzung. Kritiker befürchten nun, dass ihre Wirkung durch die neuen Ausnahmen schrittweise ausgehöhlt werden könnte.

  • Drucken
  • Empfehlen
29.05.2026
Zum vorigen Artikel voriger Artikel

„Ewigkeits-Chemikalien, Atomrisiko und Naturschutz“: Länder machen Druck auf den Bund

Zum nächsten Artikel nächster Artikel

Frosch erneut Testsieger bei Haushaltsreinigern

oekonews

Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit. Dienstag, 16. Juni 2026, 69.405 Artikel Online

Weitere Themen

  • BeeWild-Kongress 2026 schlägt Alarm: Biodiversitätsverlust gefährdet unsere Lebensmittelversorgung
  • Deutschland verfehlt Klimaziele deutlich: Emissionslücke bleibt bis 2045 bestehen
  • Greenpeace zur FIFA WM 2026: Rekord-Emissionen und massives Greenwashing bei Klimazielen und umweltzerstörerischen Sponsoren
  • Hambacher Wald wird dauerhaft unter Schutz gestellt
  • Müllabfuhr 4.0: Wie Österreich die Entsorgung der Zukunft neu erfindet
  • Sensation auf der Donau: Erstmals erfolgreiche Nachzucht des seltenen Sternhausen-Störs
  • Tag der Artenvielfalt: Auf Entdeckungstour in Wien-Penzing
  • 333 Green-Skills-Angebote für die Jobs mit Zukunft
  • Weniger Mist: Irrtümer rund ums Mindesthaltbarkeitsdatum kommen teuer
  • Willkommen bei der schmutzigsten WM der Geschichte
  • zum ersten Set
  • zurück zum vorigen Set
  • 1(current)
  • 2
  • 3
  • weiter zum nächsten Set
  • zum letzten Set
15.410 Artikel | Seite 1 von 1.541

Newsletter

zur Anmeldung

Termintipp

Termin-Tipp buchen

Oekotermine

Werben auf oekonews

Direkt an der Zielgruppe

Wichtiger Artikel

STUDIE: Ohne Energiewende mehr Rohstoffverbrauch
  • Suche
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Über oekonews
  • Haftung
  • RSS
© 2026 oekonews.at
Wasser.jpg.jpg

© 44833 pixabay.com / Wassertropfen