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EU-Kommission bestätigt: Nitratrichtlinie bleibt entscheidend für sauberes Wasser

19.07.2026

Die EU-Nitratrichtlinie bleibt ein zentrales Instrument zum Schutz von Europas Gewässern vor landwirtschaftlicher Verschmutzung.

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© David Becker unsplash.com

Brüssel - Zu diesem Ergebnis kommt eine umfassende Evaluierung der Europäischen Kommission, die nach fast drei Jahren Prüfung veröffentlicht wurde. Der Bericht bestätigt, dass die Richtlinie weiterhin notwendig, wirksam und relevant ist, fordert aber eine konsequentere Umsetzung durch die Mitgliedstaaten.
 

Die seit 35 Jahren bestehende Regelung soll die Belastung von Flüssen, Seen, Grundwasser und Küstengewässern durch Nitrat aus der Landwirtschaft reduzieren. Laut Kommission bietet sie ausreichend Flexibilität, um Maßnahmen an regionale Bedingungen anzupassen. Diese Flexibilität müsse jedoch mit einer stärkeren Verantwortung der Mitgliedstaaten für Kontrolle und Durchsetzung verbunden sein.
 

Der Europäische Umweltverband EEB (European Environmental Bureau) begrüßt die Bewertung. „Die Nitratrichtlinie ist bei richtiger Umsetzung der kosteneffizienteste Weg, um die Schäden durch landwirtschaftliche Verschmutzung zu verringern und Europas Gewässer wiederherzustellen“, betont Sara Johansson, Wasserexpertin des EEB.
 

Der Handlungsbedarf bleibt groß: Mehr als ein Drittel der europäischen Grundwasservorkommen, Flüsse, Seen und Küstengewässer sind weiterhin durch landwirtschaftliche Einträge belastet. Die dadurch entstehenden Kosten für Umwelt, Gesundheit und öffentliche Haushalte werden laut EEB auf mehr als 22 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.
 

Die Kommission hebt insbesondere die Begrenzung von Wirtschaftsdünger als wichtigen Bestandteil der Richtlinie hervor. Gleichzeitig kritisieren Umweltorganisationen geplante Lockerungen bei bestimmten Düngeregeln, etwa durch Ausnahmen für aufbereiteten Wirtschaftsdünger, da diese zu einer höheren Stickstoffbelastung führen könnten.
 

Die EEB sieht nun vor allem die konsequente Umsetzung bestehender Regeln als entscheidend. Die nächste Planungsphase zur Wasserrahmenrichtlinie biete eine Chance, stärker auf eine Landwirtschaft zu setzen, die natürliche Kreisläufe berücksichtigt. Laut EU-Evaluierung überwiegen die Vorteile sauberer Gewässer deutlich: Die positiven Effekte einer besseren Umsetzung der Nitratrichtlinie seien schätzungsweise drei- bis siebenmal höher als die dafür notwendigen Kosten.
 

Die Botschaft der Evaluierung ist damit klar: Die Instrumente zum Schutz von Europas Wasser sind vorhanden. Entscheidend ist, sie auch konsequent anzuwenden.

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