Für Browser < IE 11 nicht optimiert. Verwenden Sie bitte einen aktuelleren Browser.
Skip to main content
Ökonwes
  • Sonne
  • Wind
  • Biomasse
  • Mobilität
  • Nachhaltigkeit(current)1
    • Nachhaltigkeit
    • Vernetzung
    • Wasser
    • weitere Energien
    • Ersatz fossiler Energie
    • Umweltschutz(current)2
    • Bauen
    • offene Briefe
    • Ansichtssache
    • Buch-Tipp
    • Heroes for future
    • Jobs
    • Ernährung und Gesundheit
    • Ökologisch Investieren
  1. oekonews
  2. Nachhaltigkeit
  3. Umweltschutz

EU-Düngeplan der Kommission stößt auf scharfe Kritik von Umweltschützern

19.05.2026

Die Europäische Kommission hat heute ihren neuen Aktionsplan für Düngemittel vorgestellt. Damit reagiert sie auf die zuletzt stark gestiegenen Preise für Kunstdünger.

LandwirtschaftDüngenGlyphosat.jpg.jpg
© Erich Westendarp pixabay.com

Brüssel –Das  Europäische Umweltbüro EEB (European Environmental Bureau) kritisiert jedoch, dass der Plan die eigentlichen Ursachen der Krise verfehle und Europa weiter in die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern führe.

Auslöser der aktuellen Entwicklungen seien die erneuten geopolitischen Spannungen nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran. Diese hätten weltweite Handels- und Lieferkettenprobleme ausgelöst und erneut gezeigt, wie abhängig die industrielle Landwirtschaft von fossilem Erdgas ist. Bereits nach dem russischen Angriff auf die Ukraine waren Energie- und Düngemittelpreise massiv gestiegen.


Kritik an stärkerer Düngerproduktion

 

Zwar erwähne die Kommission in ihrem Plan Maßnahmen wie besseres Nährstoffmanagement oder die Förderung biologischer Landwirtschaft, doch laut EEB blieben die Formulierungen vage und unverbindlich. Statt die strukturellen Probleme anzugehen, setze der Plan weiterhin auf eine Ausweitung der Düngemittelproduktion.

Nach Ansicht des Umweltverbands ignoriert die EU damit, dass Europa bereits heute mehr Stickstoff produziere, als Böden und Gewässer aufnehmen könnten. Die Folgen seien massive Umweltprobleme wie die Überdüngung von Flüssen, Seen und Küstengebieten, steigende Ammoniakemissionen sowie Belastungen für Trinkwasser und Gesundheit.
 

Ein aktuelles Papier der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) schätzt, dass Europa jährlich Stickstoffressourcen im Wert von 20 bis 60 Milliarden Euro verschwendet. Die Umwelt- und Gesundheitskosten seien noch deutlich höher: Die EU-Kommission selbst beziffere diese auf jährlich 70 bis 320 Milliarden Euro.

 

Forderung nach Agrarwende

Der EEB fordert stattdessen eine grundlegende Umstellung der Landwirtschaft. Dazu gehöre eine Reduktion der Tierbestände auf ein Maß, das Böden und Gewässer nachhaltig verkraften können, sowie ein stärker pflanzenbasierter Konsum.
 

Die EU habe sich bereits verpflichtet, Nährstoffverluste bis 2030 zu halbieren. Laut Studien des Gemeinsamen Forschungszentrums der EU sei dieses Ziel jedoch nur durch einen agroökologischen Wandel und Veränderungen bei den Ernährungsgewohnheiten erreichbar.
 

Anstatt mehr synthetischen Dünger zu produzieren, müsse Europa laut EEB bestehende Nährstoffe besser zurückgewinnen und den Einsatz insgesamt reduzieren. Gleichzeitig müsse das Verursacherprinzip konsequent umgesetzt werden.
 

Warnung vor Aufweichung von Umweltstandards

Besonders kritisch sieht der Umweltverband Überlegungen der Kommission, Umweltauflagen zu lockern. Dazu zählt etwa die geplante Möglichkeit, mehr vergorene Gülle über die bisherigen Grenzwerte der EU-Nitratrichtlinie hinaus auszubringen.

Die Direktorin für Natur, Gesundheit und Umwelt beim EEB, Faustine Bas-Defossez, erklärt: 
„Europa kann eine durch fossile Energien verursachte Düngemittelkrise nicht lösen, indem es genau jenes System weiter verstärkt, das das Problem verursacht.“

Auch Sara Johansson, Wasserexpertin des EEB, warnt vor den Folgen: 
„Mehr Gülle auf bereits mit Stickstoff gesättigten Böden bedeutet stärker verschmutzte Flüsse, belastetes Trinkwasser und höhere Kosten für die Bevölkerung.“

Der EEB fordert daher, bestehende Klimaschutzinstrumente wie den Emissionshandel ETS und den CO₂-Grenzausgleich CBAM nicht zu schwächen, sondern gezielt für den Umbau hin zu einer resilienteren und umweltfreundlicheren Landwirtschaft zu nutzen.
  • Drucken
  • Empfehlen
19.05.2026 | Autor*in: Doris Holler-Bruckner
Zum vorigen Artikel voriger Artikel

5 Jahre Luftburg: Wie ein Prater-Wirtshaus zum Bio-Vorzeigeprojekt wurde

Zum nächsten Artikel nächster Artikel

Forstbasierte Bioökonomie als Schlüssel für Klima-, Ressourcen- und Gesellschaftsfragen

oekonews

Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit. Sonntag, 7. Juni 2026, 69.311 Artikel Online

Weitere Themen

  • Gemeinsam gegen die Weservertiefung: Stoppt sinnlose Infrastruktur-Projekte!
  • Dialog zwischen dem  alpinen Vereinen und der Bundesregierung wird fortgesetzt 
  • Kaputt? Neue Website zeigt Repair Cafés in der Nähe
  • Neue Daten zu Treibhausgas-Emissionen der Bundesländer 2024
  • Simmering wird klimafit: Zwei U3-Plätze verwandeln sich in grüne Oasen
  • THE NORTH FACE setzt künftig auf Nylon aus erneuerbaren Rohstoffen
  • 90 Prozent-Finanzierungslücke muss Thema der Bonner Klima-Gespräche werden
  • CCCA: Wer heute kürzt, zahlt morgen doppelt
  • Greenpeace Deep Arctic Expedition: “Gehen von neu entdeckten Arten aus”
  • Tag der Umwelt: „Die Natur kann ohne uns – wir aber nicht ohne sie“
  • zum ersten Set
  • zurück zum vorigen Set
  • 1(current)
  • 2
  • 3
  • weiter zum nächsten Set
  • zum letzten Set
15.381 Artikel | Seite 1 von 1.539

Newsletter

zur Anmeldung

Termintipp

Termin-Tipp: Festival für Nachhaltigkeit und Innovation - KURIER Speakout Termin-Tipp buchen

Oekotermine

Werben auf oekonews

Direkt an der Zielgruppe

Wichtiger Artikel

STUDIE: Ohne Energiewende mehr Rohstoffverbrauch
  • Suche
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Über oekonews
  • Haftung
  • RSS
© 2026 oekonews.at
LandwirtschaftDüngenGlyphosat.jpg.jpg

© Erich Westendarp pixabay.com