EU-Bürger und -Bürgerinnen fordern neue Krisenstrategie: 20 konkrete Empfehlungen für mehr Sicherheit in Europa
Brüssel - Die Europäische Kommission hat am Wochenende das Europäische Bürgerforum zur Vorsorge in Brüssel abgeschlossen. Nach fast drei Monaten intensiver Beratungen haben 150 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten ein klares Signal gesetzt: Europa soll krisenfester, besser vorbereitet und sozial inklusiver werden.
Am Sonntag übergaben sie offiziell 20 Empfehlungen zur Stärkung der europäischen Notfallvorsorge an den Generaldirektor für Europäischen Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe. Die Vorschläge sollen direkt in die Weiterentwicklung der Strategie der sogenannten „Vorsorgeunion“ einfließen.
Die Empfehlungen bündeln sich in sechs zentralen Bereichen: Kommunikation, Informationsintegrität, Inklusion, Selbstversorgung, gesellschaftliches Engagement und Bildung. Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit der EU im Ernstfall deutlich zu erhöhen.
Besonders im Fokus stehen dabei:
- eine bessere Vorsorgebildung in der Bevölkerung
- verständlichere und individuell angepasste Warn- und Krisensysteme
- stärkere Förderung von Freiwilligenarbeit
- Maßnahmen zur Selbstversorgung in Krisensituationen
- konsequenter Kampf gegen Desinformation
- gezielte Unterstützung vulnerabler Gruppen, etwa Menschen mit Behinderungen oder finanziellen Einschränkungen
Zu den konkreten Vorschlägen zählt unter anderem die Empfehlung, Bürgerinnen und Bürger in allen EU-Staaten stärker über ihre Eigenverantwortung in Krisen aufzuklären – etwa durch Haushaltsbroschüren und Tür-zu-Tür-Informationen zur sogenannten 72-Stunden-Selbstversorgung.
Dabei betonen die Teilnehmenden besonders, dass ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen nicht zurückgelassen werden dürfen. Lokale Behörden sollen eine zentrale Rolle spielen, um Vertrauen aufzubauen und kulturell angemessen zu kommunizieren.
Ein weiterer Vorschlag ist die Einführung eines einheitlichen visuellen und akustischen EU-Symbolsystems, das in Krisensituationen europaweit wichtige Einrichtungen und Dienstleistungen schnell erkennbar macht.
Die Kommission sieht die Ergebnisse des Forums als wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der europäischen Krisenvorsorge. Die 20 Empfehlungen sollen nun in die politische Umsetzung einfließen und die strategische Ausrichtung der EU im Bereich Katastrophenschutz und Resilienz mitprägen.
Die vollständigen Empfehlungen sind über die Bürgerbeteiligungsplattform der Europäischen Union einsehbar.