Für Browser < IE 11 nicht optimiert. Verwenden Sie bitte einen aktuelleren Browser.
Skip to main content
Ökonwes
  • Sonne
  • Wind
  • Biomasse
  • Mobilität(current)1
  • Nachhaltigkeit
    • Nachhaltigkeit
    • Vernetzung
    • Wasser
    • weitere Energien
    • Ersatz fossiler Energie
    • Umweltschutz
    • Bauen
    • offene Briefe
    • Ansichtssache
    • Buch-Tipp
    • Heroes for future
    • Jobs
    • Ernährung und Gesundheit
    • Ökologisch Investieren
  1. oekonews
  2. Mobilität

Essen oder Tanken? Beides ist möglich!

26.02.2007

Biokraftstofferzeugung – Politik muss für verbindliche ökologische Standards sorgen

Die Fraktion Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament starten ihre "Food Culture"–Kampagne, die unter anderem die Aufmerksamkeit auf die Risken lenken will, die durch den Boom bei pflanzlichen Treibstoffen (irreführenderweise oft als ‚Bio‚treibstoffe bezeichnet) entstehen.
Biokraftstoffe grundsätzlich abzulehnen ist falsch. Der Zielkonflikt zwischen Klimaschutz, Ernährungssicherheit und Naturschutz ist lösbar. Volle Tanks, ausreichend Nahrungsmittel und ein vielfältiger Artenschutz sind möglich, wenn die richtigen Weichen gestellt werden, meinen dazu Bärbel Höhn, stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Sylvia Kotting–Uhl, umweltpolitische Sprecherin, und Hans–Josef Fell, energiepolitischer Sprecher Bündnis90/Die Grünen:.
Die niedersächsische Europaabgeordnete Rebecca Harms, Vizepräsidentin der Fraktion Die Grünen/EFA und energiepolitische Sprecherin, erklärte: "Steigende Ölpreise und die Notwendigkeit den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase zu verringern, haben zu einer euphorischen Unterstützung für Pflanzentreibstoffe geführt. Mit dem Etikett "Bio"–Treibstoff wird vorgetäuscht, dass pflanzliche Treibstoffe grundsätzlich für die Umwelt positiv seien. Die Produktion von Biotreibstoffen ist jedoch manchmal sehr energieintensiv und hat oft sogar eine negative CO2–Bilanz: Die Abholzung von Regenwäldern, um Flächen für den Anbau von Energiepflanzen zu gewinnen, steht im Widerspruch zu Klimaschutzzielen.
Es ist klar, dass Pflanzentreibstoffe gerade in einem Flächenland wie beispielsweise Niedersachsen weiter eine Rolle bei der künftigen Energieversorgung spielen werden. Jedoch auch hier müssen mögliche Auswirkungen auf die Umwelt, zum Beispiel durch Monokulturen, bedacht werden.
Zudem gefährdet der zunehmende Verbrauch von Pflanzenkraftstoffen die globale Lebensmittelsicherheit. Wir dürfen der Weltbevölkerung das Recht auf gesunde Ernährung nicht durch eine verfehlte Agrar– und Energiepolitik streitig machen. Die EU muss für verbindliche ökologische Standards bei der Pflanzentreibstofferzeugung und bei Rohstoffimporten sorgen und dabei die Ernährungssicherung berücksichtigen.
"Das eigentliche Problem ist der viel zu hohe Energieverbrauch. Die Kommission hat als Ziel einen 10 %igen Anteil von Biokraftstoffen bis 2020 vorgeschlagen. Wenn wir nicht zu einer Verringerung des Energieverbrauchs und zu einer Verbesserung der Energieeffizienz kommen, ist ungewiss, ob diese Quote überhaupt zu einer Verringerung der Emissionen führt. Wer vor verbindlichen Grenzwerten für den Benzinverbrauch von Autos zurückschreckt, ist sicher nicht auf dem richtigen Weg."
erklärt Rebecca Harms.
"Der aktuelle Boom bei nachwachsenden Rohstoffen muss strikten umweltpolitischen Auflagen unterliegen und Vorrang für die Lebensmittelerzeugung sicherstellen, sonst wird die Ernährungssicherung weltweit gefährdet. Bereits heute wird in Ländern wie Brasilien und Malaysia durch die steigende Nachfrage nach Pflanzendiesel und Ethanol Raubbau an Böden und tropischen Wäldern sowie an Wasser betrieben und so der armen Bevölkerung Land und Brot streitig gemacht. Auch bei uns muss unterschieden werden: Lokale Biogasgewinnung aus landwirtschaftlichen Reststoffen ist sehr sinnvoll, intensivste Monokulturen zur Fütterung von Autos und Großanlagen nicht ", meint Graefe zu Baringdorf, Europaabgeordneter für Bündnis 90/Die Grünen.
Hans–Josef Fell erklärt: Volle Tanks und volle Teller sind möglich! Bei den Biokraftstoffen müssen wir die bestehenden Ansätze weiterentwickeln und auf die Nutzung der gesamten Pflanze setzen. Neben der hohen CO2 Einsparung ist die Flächeneffizienz hier besonders vorteilhaft etwa. bei Biogas. Beim Bioethanol aus Getreide fährt ein Auto mit dem Ertrag von einem Hektar Acker rund 30.000 Kilometer. Mit Biogas sind es 70.000 Kilometer. Daneben müssen wir verstärkt auf die Nutzung von Reststoffen setzen. Gerade Stroh und andere landwirtschaftliche Wertstoffe sind im Übermaß vorhanden und eignen sich für die Herstellung von Bioethanol mit neuen effizienten Techniken.
Importe von Biodiesel und Bioethanol müssen aus einem nachhaltigen Anbau stammen, sonst kommen wir vom Regen in die Traufe. Dafür brauchen wir unbedingt eine international anerkannte Zertifizierung mit ökologischen und sozialen Kriterien. Zum jetzigen Zeitpunkt kann beispielsweise die indonesische Regierung eine solche Zertifizierung nicht durchsetzen. Deswegen ist ein Import von Palmöl aus Indonesien abzulehnen. Die Zukunft der Biokraftstoffe in Europa liegt auch in der verstärkten Nutzung von Biogas. Hier sind vor allem die großen brachliegenden Flächen in Osteuropa interessant. Eine Studie der grünen Bundestagsfraktion macht dies deutlich.
Eine nachhaltige Bioenergiestrategie bei der Verstromung setzt auf einen intelligenten und aufeinander abgestimmten Einsatz vieler Pflanzen. Das EEG muss an dieser Stelle weiterentwickelt werden, damit in Deutschland nicht überproportional viele Maismonokulturen entstehen. Eine ganze Palette von Hölzern und anderen Pflanzen bringt ähnliche oder teilweise sogar bessere Erträge als Mais.
Insgesamt wird damit gerechnet, dass bis zum Jahr 2020 in Deutschland mehr als 5 Millionen Hektar Ackerfläche aus der bisherigen Nahrungsmittelproduktion freigesetzt wird. Momentan werden auf rund 1,3 Millionen Hektar nachwachsende Rohstoffe für Bioenergien angepflanzt. Ein Ausbaupotenzial ist vorhanden. Dies muss aber nachhaltig bewirtschaftet werden.
Ein Zielkonflikt von Bioenergien und Nahrungsmittelproduktion entsteht,wenn der Blick auf die Nutzung von Agrarerzeugnissen wie Raps, Mais oder Getreide verengt wird. Tatsächlich ist das verfügbare Potenzial an Biomasse für die Biokraftstofferzeugung aber sehr viel größer. Mit Ansätzen wie gemeinsamer Anbau von Nahrungs– und Energiepflanzen, Bioraffinerie, Ganzpflanzennutzung und der Rest– und Abfallstoffverwertung – die zügig umgesetzt werden müssen – wird ein enormes zusätzliches Potenzial freigesetzt.
Die These "Volle Tanks,leere Teller" wird aktuell wegen der steigenden Mais–(Tortilla–)Preise in Mexiko diskutiert. Die Ursachen für diese Preissteigerung sind in erster Linie beim Freihandel zu suchen. Der NAFTA–Prozess hat dazu geführt, dass viele mexikanische Landwirte ihre Produktion aufgrund billiger US–Importe eingestellt haben. Nun verteuern sich die Importe und die eigene Produktion zur Kompensation fehlt.
Die Behauptung, die Landwirtschaft würde sich Pflanzen zur Herstellung von Biotreibstoffen zuwenden und gleichzeitig den Anbau von Nahrungsmitteln reduzieren und damit verteuern, wird der Gesamtproblematik nicht gerecht. Stattdessen muss man sich verstärkt die Rolle der Fleischwirtschaft anschauen. Die weltweit wachsende Nachfrage führt zu einem steigenden Anbau von Futtermitteln. Alleine in Brasilien werden dafür 1,2 Millionen Hektar Fläche genutzt. In Brasilien selber sind durch die Fleischproduktion 100 Millionen Hektar belegt. Für Bioethanol und Zucker aber nur 6 Millionen Hektar.
  • Drucken
  • Empfehlen
26.02.2007 | Autor*in: holler
Zum vorigen Artikel voriger Artikel

Österreichs Kinder gehen immer weniger zu Fuß – Autofahrten stark gestiegen!

Zum nächsten Artikel nächster Artikel

Citymaut– eine Option gegen Stau

oekonews

Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit. Montag, 14. September 2026, 70.140 Artikel Online

Weitere Themen

  • Unfallrisiko für Fußgänger in Österreich in letzten Jahren stark gestiegen
  • Genuss–Reise ohne Auto: „Donauwellen & Wein–Sinnlichkeit„
  • VCÖ begrüßt geplantes Aus der Lichtpflicht im Frühling und Sommer!
  • Energiesparen und Klimaschutz
  • Klimaschutz im Verkehr eine andere Sternfahrt am „Wörthersee 2007„
  • Wiener kaufen die meisten Geländewagen – Zunahme um 30 Prozent
  • Die neue Post in Frankreich fährt elektrisch
  • Wo liegt die Zukunft der individuellen Mobilität ?
  • Auftrag für Elektroautos über 79 Mio. USD
  • Klimagipfel: SCHALLE: Österreich muss Vorreiterrolle übernehmen
  • zum ersten Set
  • zurück zum vorigen Set
  • 1101
  • 1102(current)
  • 1103
  • weiter zum nächsten Set
  • zum letzten Set
11.835 Artikel | Seite 1.102 von 1.184

Newsletter

zur Anmeldung

Termintipp

Termin-Tipp buchen

Oekotermine

Werben auf oekonews

Direkt an der Zielgruppe

Wichtiger Artikel

STUDIE: Ohne Energiewende mehr Rohstoffverbrauch
  • Suche
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Über oekonews
  • Haftung
  • RSS
© 2026 oekonews.at