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Erster Windenergie – Lehrstuhlinhaber Deutschlands

12.05.2004

Prof. Martin Kühn und zahlreiche Forschungsinstitute auf der WindEnergy

Mit der zunehmenden Bedeutung der Windenergie als erneuerbare Energiequelle der Zukunft steigt auch der Bedarf, mit Hilfe von Forschungsprojekten die Technologie weiter zu optimieren. Für die Hersteller von Windkraftanlagen ist es das vordringliche Ziel, immer wirtschaftlichere Anlagen zu bauen. Sie investieren teilweise selbst in hochmoderne Forschungseinrichtungen, finanzieren Lehrstühle oder kooperieren mit Hochschulen. Seit Januar gibt es in Stuttgart den ersten Lehrstuhl Deutschlands für Windenergie.
Lehrstuhlinhaber Professor Martin Kühn, war vorher Projektleiter für Offshore–Entwicklung bei GE Energy. Er wird auf der WindEnergy das Lehrangebot vorstellen und die "Think Ing"–Initiative des VDMA unterstützen. Außerdem stellen sich vier Forschungsgruppen auf der Fachmesse mit ihren aktuellen Projekte vor. Insgesamt präsentieren 330 Aussteller aus 18 Nationen in Hamburg ihre Produkte und Dienstleistungen rund um die Windenergie.
Auf dem Meer liegt die Zukunft der Windenergienutzung, das Energiepotenzial ist enorm. Die speziellen Bedingungen auf See und die hohen Anforderungen an die Offshore–Anlagen sind noch weitgehend unerforscht – hier benötigt die Industrie Forschungsdaten. Und auch die Auswirkungen von Offshore–Windparks auf die marine Flora und Fauna sind noch unklar. Daher wurde das Forschungsprojekt FINO gestartet, finanziert von Bundesumweltministerium: Auf einer Forschungsplattform in
der Nordsee – eine weitere ist in der Ostsee geplant – werden derzeit umfangreiche Messungen und Untersuchungen durchgeführt. Die Germanische Lloyd WindEnergie (Halle 6), einer der Projektträger, wird am 12. Mai (17 Uhr) die FINO–Aktivitäten in Nord– und Ostsee vorstellen sowie erste Messergebnisse präsentieren. Die auf der Forschungsplattform gewonnenen Messdaten sollen Energieversorgungsunternehmen, Planern und Betreibern von Windenergieanlagen sowie Genehmigungsbehörden eine Grundlage für die Bewertung der langfristigen Auswirkungen von Offshore–Windparks geben. Herstellern sollen die gewonnenen Kenntnisse helfen, für den Offshore–Bereich optimierte Anlagen zu entwickeln. Auch das Deutsche Windenergie Institut (DEWI, Halle 6) ist beteiligt, es führt die
meteorologischen Untersuchungen durch.
Insgesamt sind drei Universitäten mit vier Forschungsprojekten auf der WindEnergy (Halle 7, Stand 350) vertreten. Dabei liegt ein wichtiger Forschungsschwerpunkt der Institute auf zukünftigen Offshore–Anwendungen: ForWind, das Zentrum für Windenergieforschung der Universitäten Oldenburg und Hannover präsentiert sich mit aktuellen Projekten "Forschungsschwerpunkte in Oldenburg sind Offshore–Meteorologie, Windleistungsvorhersage und Netzeinspeisung", erklärt Geschäftsführer Marcel Krämer. In Hannover steht unter anderem die Gründung von Offshore–Windenergieanlagen auf dem Prüfstand. Erforscht wird die Wellen– und Windbelastung an den Fundamenten. Ebenfalls an der Carl–von–Ossietzky–Universität, Oldenburg, ansässig ist die Junior Research Group IMPULSE, die computergestützte Entscheidungshilfesysteme zum Thema Offshore–Windparks erstellt. Kernthemen der Forschung sind die Analyse von Risiken infolge von
Schiffshavarien und alternativen Kabeltrassen. Weitere Forschungsgebiete von IMPULSE sind Aqua–Kulturen: "Wir untersuchen die Eignung verschiedener Offshore–Standorte für Muschelfarmen und deren Auswirkungen auf das Ökosystem", erklärt Jan Fischer.
An der Hochschule Bremerhaven hat seit März 2004 die Forschungs– und Koordinierungsstelle Windenergie (fk–wind) offiziell ihre Arbeit aufgenommen. Sie soll alle Forschungsaktivitäten im Land Bremen koordinieren und als Vermittler gegenüber der Wirtschaft fungieren. "Die Forschungsprojekte der fk–wind beschäftigen sich mit allgemeinen Fragestellungen der Windenergie, wobei Schwerpunkte auf der Offshore–Nutzung, der Mess–, Steuer– und Regelungstechnik, der Prozesssimulation sowie der mechanischen Belastung und Konstruktion
liegen", erklärt Jörn Böcker von der Hochschule Bremerhaven. Die TU Berlin ist mit dem Fachbereich Konstruktion und Maschinensysteme auf der WindEnergy. Das Fachgebiet ist in der Forschung u. a. spezialisiert auf Industriebremsen und –kupplungen. "Wir führen auf unseren Testständen Untersuchungen an realen Bremssystemen im Auftrag von Herstellern durch", erklärt Fachgebietsleiter Prof. Henning Meyer. Die TU München, Forschungsstelle für Zahnräder und Getriebebau (FZG), berichtet am 13. Mai um 12.15 Uhr in einem Ausstellerworkshop über das Thema "Standards für Design und Konstruktion von Getriebeboxen für Windturbinen".
Der Hersteller GE Energy (Halle 4) partizipiert am neuen europäischen hungszentrum von General Electric in Garching bei München, das im Sommer eröffnet werden soll. Einer der vier Forschungsschwerpunkte des GE Global Research Centre–Europe wird der Bereich Alternative Energiesysteme inklusive Windenergie sein. "Eines der Projekte wird sich mit der weiteren Optimierung von Getriebe und Antriebsstrang als
Schlüsselkomponenten von Windenergieanlagen beschäftigen. Ein weiteres wird sich auf neuartige Blitzschutz–Systeme konzentrieren", kündigt der leitende Forschungsingenieur Jim Lyons an.
Die WindEnergy 2004 findet von 11. bis 14. Mai statt. Öffnungszeiten: 9 bis 18 Uhr, am Donnerstag bis 20 Uhr.
internationale Fachmesse
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12.05.2004 | Autor*in: holler
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