Erster Bericht zur Gentechnologie in Deutschland vorgelegt
"Die Gentechnologie ist da und geht nicht mehr weg. Also muss sie beobachtet werden" erklärte der Sprecher der Arbeitsgruppe der Berlin–Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Berliner Biochemiker Ferdinand Hucho, bei der Vorstellung des ersten Berichts zur Situation der Gentechnologie in Deutschland. Dabei hat die interdisziplinäre Arbeitsgruppe, in der auch Wirtschafts– und Sozialwissenschaftler mitwirkten, eine sehr unterschiedliche Akzeptanz der Gentechnologie festgestellt, jeweils nach dem Anwendungsgebiet.
Ausgespart hat die Forschungsgruppe in ihrem ersten Bericht den Bereich zur Stammzellenforschung, der als erstes Supplement zu den nun regelmäßig geplanten Gentechnologieberichten erscheinen soll. Mit diesem Bericht wollen die Wissenschaftler ganz deutlich Einfluss nehmen, gab Hucho auf Nachfragen von Journalisten zu. Sie wollen eine Novellierung des Stammzellengesetzes und des Gentechnikgesetzes und eine Einbeziehung der Forscher bei einer Neuformulierung auch für die Gentechnikdiagnostik erreichen. Dazu bemerkte der Sozialwissenschaftler Wolfgang van den Daele: "Man sollte eine Technologie nicht schon in der Forschungsphase verhindern." Das sei natürlich eine Gratwanderung, aber die "unendlich vielen Folgebehauptungen bei der Gentechnologie müssen empirisch überprüft werden." "Wir können nicht sagen, lass uns das Wissen bloß nicht erwerben", so van den Daele.
Zu den vier betrachteten Bereichen der Gentechnologie stellte die Arbeitsgruppe fest: In der Grundlagenforschung sei die Gentechnologie heute etabliert und akzeptiert. In der Medizin sei sie inzwischen für die Diagnostik unverzichtbar, könne für die Therapie bislang aber nicht mehr als eine Hoffnung bieten. In der Industrie befinde die Gentechnologie inzwischen auf dem Weg von der Nische zum Standard, aber die Beratung möglicher Ausgründungen aus den Hochschulen – so genannte Start–Ups – müsse verbessert werden. Dabei kritisierte Hucho allerdings die Vorstellung deutlich, Professoren könnten gleichzeitig Firmen gründen und in Forschung und Lehre präsent sein. Hier müsse ein neues System der Vermarktung von Forschungsergebnissen gefunden werden.
So gut wie keine Akzeptanz findet in Deutschland bisher die Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft. Das die Ablehnungsfront der Kunden stark ist, wollen auch viele Lebensmittelproduzenten in Europa keine Experimente mit gentechnisch veränderten Lebensmitteln eingehen. Der Potsdamer Wissenschaftler Bernd Müller–Röber plädierte hier für eine neue, offene Diskussion, die nicht nur Lebensmittel, sondern auch die Möglichkeiten der Gentechnologie bei den Nachwachsenden Rohstoffen berücksichtige. Die Diskussionsfronten seien hier aber "verhärtet".
Autorin: Susanne Stracke–Neumann Newsredaktion – BUSO Bund Solardach eG
Ausgespart hat die Forschungsgruppe in ihrem ersten Bericht den Bereich zur Stammzellenforschung, der als erstes Supplement zu den nun regelmäßig geplanten Gentechnologieberichten erscheinen soll. Mit diesem Bericht wollen die Wissenschaftler ganz deutlich Einfluss nehmen, gab Hucho auf Nachfragen von Journalisten zu. Sie wollen eine Novellierung des Stammzellengesetzes und des Gentechnikgesetzes und eine Einbeziehung der Forscher bei einer Neuformulierung auch für die Gentechnikdiagnostik erreichen. Dazu bemerkte der Sozialwissenschaftler Wolfgang van den Daele: "Man sollte eine Technologie nicht schon in der Forschungsphase verhindern." Das sei natürlich eine Gratwanderung, aber die "unendlich vielen Folgebehauptungen bei der Gentechnologie müssen empirisch überprüft werden." "Wir können nicht sagen, lass uns das Wissen bloß nicht erwerben", so van den Daele.
Zu den vier betrachteten Bereichen der Gentechnologie stellte die Arbeitsgruppe fest: In der Grundlagenforschung sei die Gentechnologie heute etabliert und akzeptiert. In der Medizin sei sie inzwischen für die Diagnostik unverzichtbar, könne für die Therapie bislang aber nicht mehr als eine Hoffnung bieten. In der Industrie befinde die Gentechnologie inzwischen auf dem Weg von der Nische zum Standard, aber die Beratung möglicher Ausgründungen aus den Hochschulen – so genannte Start–Ups – müsse verbessert werden. Dabei kritisierte Hucho allerdings die Vorstellung deutlich, Professoren könnten gleichzeitig Firmen gründen und in Forschung und Lehre präsent sein. Hier müsse ein neues System der Vermarktung von Forschungsergebnissen gefunden werden.
So gut wie keine Akzeptanz findet in Deutschland bisher die Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft. Das die Ablehnungsfront der Kunden stark ist, wollen auch viele Lebensmittelproduzenten in Europa keine Experimente mit gentechnisch veränderten Lebensmitteln eingehen. Der Potsdamer Wissenschaftler Bernd Müller–Röber plädierte hier für eine neue, offene Diskussion, die nicht nur Lebensmittel, sondern auch die Möglichkeiten der Gentechnologie bei den Nachwachsenden Rohstoffen berücksichtige. Die Diskussionsfronten seien hier aber "verhärtet".
Autorin: Susanne Stracke–Neumann Newsredaktion – BUSO Bund Solardach eG