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Erneuerbare Energien werden günstiger: Hybridkraftwerke mit Speicher stehen vor dem Durchbruch

08.07.2026

IRENA-Bericht zeigt: Solar, Wind und Batteriespeicher verdrängen fossile Stromerzeugung immer mehr aus dem Kostenvergleich

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Erneuerbare versus Fossile © MD & oekonews

Die Kosten für erneuerbare Energien sind in den vergangenen Jahren stark gesunken. Nach einer Phase rasanter Preisrückgänge zeichnet sich inzwischen zwar eine Stabilisierung ab – doch erneuerbare Energien bleiben in vielen Regionen die wirtschaftlich günstigste Form der neuen Stromerzeugung. Besonders dynamisch entwickelt sich der Markt für Hybridkraftwerke aus Solarenergie, Windkraft und Batteriespeichern. 
 

Der aktuelle Bericht „Renewable Power Generation Costs in 2025“ der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) zeigt: Mehr als 90 Prozent aller 2025 weltweit neu errichteten Großanlagen für erneuerbare Energien produzierten Strom günstiger als die billigsten neu gebauten fossilen Kraftwerke in ihren jeweiligen Märkten.
 

Damit bestätigt IRENA einen langfristigen Trend: Erneuerbare Energien sind nicht mehr nur eine Klimaschutzmaßnahme, sondern zunehmend auch die kostengünstigste Option für neue Stromerzeugung. 


Solarstrom bleibt extrem günstig  und Windkraft wird weiter billiger
 

Nach mehr als einem Jahrzehnt deutlicher Kostensenkungen stabilisieren sich die Preise vieler erneuerbarer Technologien inzwischen auf einem niedrigen Niveau.
 

Die Stromgestehungskosten (Levelized Cost of Electricity – LCOE) lagen 2025 laut IRENA bei:

  • Solar-Photovoltaik: rund 44 US-Dollar pro Megawattstunde (USD/MWh)
  • Onshore-Windkraft: rund 33 USD/MWh
  • Offshore-Windkraft: rund 78 USD/MWh

Damit bleibt insbesondere die Photovoltaik eine der günstigsten neuen Energiequellen weltweit. Onshore-Windkraft konnte ihre Kosten erneut reduzieren und zählt weiterhin zu den preiswertesten Technologien für die Stromproduktion.
 

Andere erneuerbare Technologien entwickelten sich unterschiedlich:
 

  • Wasserkraft: etwa 62 USD/MWh
  • Geothermie: etwa 89 USD/MWh
  • Solarthermische Kraftwerke (Concentrated Solar Power, CSP): etwa 115 USD/MWh
  • Bioenergie: etwa 86 USD/MWh


Bei Wasserkraft, Geothermie und solarthermischen Anlagen erklärt IRENA den Kostenanstieg vor allem mit geringerer Stromproduktion einzelner Projekte und nicht mit höheren Technologie- oder Baukosten. 

 

Fossile Kraftwerke werden zunehmend teurer

Während erneuerbare Energien ihre Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessern, steigen die Kosten neuer fossiler Kraftwerke.
 

Besonders Erdgasverstromung ist betroffen. Laut IRENA haben Engpässe bei Gasturbinen  - unter anderem verursacht durch die stark wachsende Nachfrage von Rechenzentren und Künstlicher Intelligenz  - die Investitionskosten für neue Gas-Kombikraftwerke deutlich erhöht.
 

In den USA haben sich die Investitionskosten für neue Anlagen mit kombinierter Gas- und Dampfturbine teilweise auf etwa 2.400 US-Dollar pro Kilowatt Leistung verdoppelt.
 

Dadurch steigen auch die Stromkosten solcher Kraftwerke. In Ländern mit hohen Gaspreisen wie Deutschland, Italien oder Japan nähert sich die Stromerzeugung aus neuen Gaskraftwerken laut IRENA Kosten von rund 100 USD/MWh.
 

In Regionen mit günstigeren Gaspreisen liegen die Kosten dagegen weiterhin etwa zwischen 50 und 60 USD/MWh. 


Der nächste große Schritt: Erneuerbare Energien mit Speicher

 

Die wichtigste Entwicklung der kommenden Jahre sieht IRENA bei sogenannten Hybridkraftwerken. Dabei werden erneuerbare Energiequellen - insbesondere Solar- und Windkraft -  mit Batteriespeichern kombiniert.

Diese Systeme lösen eines der größten Probleme erneuerbarer Energien: die Schwankungen bei Wetter und Tageszeit. Speicher ermöglichen es, Solarstrom auch abends oder nachts bereitzustellen und erhöhen damit die Versorgungssicherheit. 
 

Die Kosten dieser Systeme sinken rasant.
 

Ein Beispiel:

Die Stromkosten eines zuverlässigen Solar-plus-Batterie-Systems mit einer Verfügbarkeit von 95 Prozent lagen 2020 noch bei über 100 USD/MWh. Bis 2025 sind sie an geeigneten Standorten auf unter 85 USD/MWh gefallen.

IRENA erwartet weitere deutliche Kostensenkungen:

  • bis 2030: etwa 30 Prozent niedrigere Kosten
  • bis 2035: etwa 40 Prozent niedrigere Kosten   


Batteriespeicher werden zum Schlüssel der Energiewende
 

Ein wesentlicher Faktor für diese Entwicklung sind sinkende Batteriepreise.

Die Kosten für große Batteriespeicher mit einer Speicherdauer von vier Stunden sind 2025 um fast 30 Prozent gefallen und liegen inzwischen bei rund 140 US-Dollar pro Kilowattstunde.

Im Vergleich zu 2010 entspricht das einem Preisrückgang von etwa 95 Prozent.

Diese Entwicklung verändert die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energiesysteme grundlegend: Solar- und Windkraft können zunehmend nicht nur günstigen Strom erzeugen, sondern auch flexibel auf den Strombedarf reagieren. 



Solarparks mit Speicher werden zum neuen Standard

 

Der Trend zeigt sich bereits in der Praxis: Rund ein Viertel der 2025 neu installierten Großsolarleistung weltweit wurde laut IRENA direkt mit Batteriespeichern kombiniert.

An besonders geeigneten Standorten liegen die Stromkosten solcher Solar-plus-Speicher-Systeme bereits unter 85 USD/MWh.

Damit schließen Hybridkraftwerke die Lücke zwischen günstiger erneuerbarer Erzeugung und einer zuverlässigen Stromversorgung rund um die Uhr. 

Die Kosten sinken weiter  -  aber langsamer
 

IRENA erwartet, dass erneuerbare Hybridanlagen in den kommenden Jahren weiterhin günstiger werden. Allerdings dürfte der Rückgang weniger stark ausfallen als in der Vergangenheit.

Bei etablierten Technologien wie:
 

  • Solar-Photovoltaik
  • Onshore-Windkraft

zeichnet sich eine gewisse Preisstabilisierung ab.

Größeres Einsparpotenzial sieht IRENA weiterhin bei:

  • Batteriespeichern,
  • Langzeitspeichern,
  • neuen Systemlösungen für die Integration erneuerbarer Energien.

Mit zunehmender Verbreitung und größeren Produktionsmengen könnten diese Technologien weitere Kostenvorteile erzielen. 


Das Energiesystem der Zukunft wird  eindeutig erneuerbar und speicherbasiert
 

Der neue IRENA-Bericht zeigt deutlich: Die Energiewende wird nicht nur durch Klimaziele vorangetrieben, sondern zunehmend durch wirtschaftliche Faktoren.
 

Erneuerbare Energien sind vielerorts bereits die günstigste neue Stromquelle. Der nächste Entwicklungsschritt sind intelligente Kombinationen aus Solarenergie, Windkraft und Speichern.
 

Hybridkraftwerke könnten damit zu einem zentralen Baustein des zukünftigen Energiesystems werden: mit sauberem Strom, stabiler Versorgung und weiter sinkenden Kosten. Sie sind einfach vollkommen wirtschatlich! 

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