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Erneuerbare Energien senken Börsenstrompreise

10.02.2012

Sie sichern auch die Stromversorgung in Deutschland – Trotzdem gibt es die Energiewende nicht zum Nulltarif

© photon pictures.com
© photon pictures.com
Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hat die Entwicklung der Börsenstrompreise der letzten Monate ausgewertet. Das Ergebnis fällt für die Branche eindeutig positiv aus: Die Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren Energien senkt das Strompreisniveau an der Börse. „Die Börsenstrompreise sind anders als vielfach behauptet durch das endgültige Abschalten von acht Atomkraftwerken und dem energiepolitischen Kurswechsel der Regierung nicht gestiegen. Im Gegenteil: Wind– und Solarenergie senken an der Strombörse die Preise„, konstatiert BEE–Präsident Dietmar Schütz.
In der Bilanz bleibe Deutschland außerdem auch im Jahr eins des schwarz–gelben Atomausstiegs Nettoexporteur von Strom. Behauptungen, Deutschland sei zur Sicherung der eigenen Stromversorgung auf dauerhafte Lieferungen aus Nachbarländern angewiesen, hätten sich somit ebenfalls als plumpe Propaganda der alten Energiewirtschaft und ihrer Verbündeten entpuppt. „Es ist zur Zeit ausgerechnet das Atomland Frankreich, das auf Stromimporte aus den Nachbarländern angewiesen ist. Die Versorgungssicherheit in Deutschland ist dagegen auch mit Hilfe der Erneuerbaren gewährleistet„, so Schütz.
Der Preis am Spotmarkt (Baseload) habe im windreichen Dezember maximal um 50 Euro pro Megawattstunde gelegen und sei damit rund 15 Euro günstiger gewesen als in den Vormonaten. Auch die Kosten für Terminkontrakte für die nächsten drei Jahre (Futures) zeigen einen klaren Abwärtstrend. Nach dem Atommoratorium im Frühjahr waren sie zunächst sprunghaft um rund 5 Euro pro Megawattstunde angestiegen. Seit Jahresmitte befinden sie sich aber in stetigem Abwärtstrend und liegen inzwischen unter dem Vor–Fukushima–Niveau.
„Offensichtlich gehen auch die Stromhändler weiterhin von ausreichenden Strommengen und genügend gesicherter Kraftwerksleistung im deutschen Strommarkt aus. Gleichzeitig sorgen die preissenkenden Effekte der Erneuerbaren Energien an der Strombörse dafür, dass der zeitweilige Einsatz teurer fossiler Kraftwerke keine Preisexplosion an der Börse auslöst„, erklärt Schütz.
Trotz dieser positiven Wirkung werde es die Energiewende nicht zum Nulltarif geben. Bei der nun anstehenden Umsetzung gelte es daher, eine faire Kostenverteilung zu schaffen und einseitige Begünstigungen beispielsweise weiterer Industrieunternehmen zu vermeiden. Schütz: „Auch die Branche der Erneuerbaren Energien wird durch weitere Kostensenkung und Effizienzsteigerungen bei den Erzeugungstechniken dazu beitragen, dass der Umstieg auf Erneuerbare Energien in einem Industrieland wie Deutschland technisch und wirtschaftlich möglich wird.„
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10.02.2012 | Autor*in: holler
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