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Erinnerungszeichen für verhindertes Atomkraftwerk nahe Linz

11.03.2026

Zum 15. Jahrestag der Super-GAUs von Fukushima errichten atomstopp und die Gemeinde St. Pantaleon-Erla ein Erinnerungszeichen für das vor 50 Jahren verhinderte AKW.

NuclearAtomkraftfalsch.jpg
© Gerd Altmann pixabay.com
"Wenn wir an die Ereignisse vom 11. März 2011 erinnern, als es in Fukushima zu mehreren Super-GAUs kam, wird deutlich, welche Folgen ein schwerer Reaktorunfall in einem AKW St. Pantaleon gehabt hätte", erklärt Herbert Stoiber, Geschäftsführer von atomstopp_atomkraftfrei leben! und hält fest: "Die dauerhafte Evakuierung der nur 15 Kilometer entfernten Stadt Linz sowie vieler weiterer Städte und Gemeinden wie etwa Enns, St. Valentin und Perg, also mehrerer hunderttausend Menschen wäre wohl unvermeidlich gewesen. Aber Studien zeigen, dass auch ohne Katastrophe die Krebssterblichkeit in der Nähe von Atomkraftwerken erhöht ist."

Forschende der Harvard University legen in einer kürzlich in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlichten Arbeit dar, dass Regionen bis zu 200 Kilometer um ein AKW höhere Krebssterblichkeitsraten aufweisen als weiter entfernte Gebiete - wobei berücksichtigt wurde, dass der mögliche Einfluss mit zunehmender Entfernung abnimmt. Insgesamt schätzen die Forschenden, dass im Untersuchungszeitraum 2000 bis 2018 115.586 Krebstodesfälle mit der Nähe zu Atomkraftwerken in Verbindung stehen, wobei die Studie keine Kausalität zeigt, sondern statistische Zusammenhänge.

Vor diesem Hintergrund gewinnt ein Kapitel österreichischer Zeitgeschichte besondere Bedeutung. "In der Gemeinde St. Pantaleon-Erla sollte vor 50 Jahren ein Atomkraftwerk errichtet werden - nicht einmal 15 Kilometer von Linz entfernt. Trotz der damals verbreiteten Technologiegläubigkeit leisteten Bürger_innen massiven Widerstand gegen das Projekt. Die Bewegung weitete sich zur Anti-Atom-Bewegung rund um das AKW Zwentendorf aus und trug letztlich dazu bei, dass der mehrmals verschobene Baubeginn in St. Pantaleon-Erla endgültig verhindert wurde", erinnert Stoiber.

Die Enthüllung des Erinnerungszeichens soll deshalb nicht nur an den erfolgreichen Widerstand gegen das geplante Atomkraftwerk erinnern, sondern auch ein Zeichen für den weiteren Kampf gegen diese gefährliche und teure Form der Stromerzeugung sein. "Dass das AKW St. Pantaleon nie gebaut wurde, ist ein Verdienst engagierter und vorausschauender Menschen. An ihnen müssen sich die politischen Entscheidungsträger_innen orientieren und so mutig wie nachhaltig gegen die immer unverschämteren Geldforderungen der Atomindustrie auf EU-Ebene auftreten", fordert atomstopp-Geschäftsführer Stoiber mehr Verve im Kampf gegen die Atomlobby.
 
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