Er fährt und fährt: Kia EV2 schlägt die Konkurrenz beim weltweit größten E-Auto-Test
Mit einer tatsächlichen Reichweite von 325 Kilometern schaffte die Version mit 42,2-kWh-Batterie mehr als offiziell versprochen. Gegenüber dem WLTP-Wert von 308 Kilometern entspricht das einem Plus von 5,4 Prozent. Damit erzielte der EV2 das beste Ergebnis aller getesteten vier- und fünfsitzigen Elektrofahrzeuge der Kompakt- und Mittelklasse.
Praxistest statt Laborwerte
Der „El Prix“-Test gilt als einer der aussagekräftigsten Reichweitenvergleiche weltweit, weil die Fahrzeuge unter realen Alltagsbedingungen gefahren werden. Statt Laborwerten zählen hier tatsächliche Fahrleistungen auf öffentlichen Straßen. Alle Modelle absolvieren dieselbe Strecke unter identischen Bedingungen, wodurch ein realistischer Vergleich möglich wird.
Gerade deshalb hat das Abschneiden des EV2 besonderes Gewicht. Während viele Elektroautos ihre offiziellen Reichweiten im Alltag nicht ganz erreichen, fuhr der Kia sogar weiter als angekündigt. Mit einem durchschnittlichen Verbrauch von lediglich 12,4 Kilowattstunden pro 100 Kilometer bewies das Fahrzeug zudem eine außergewöhnlich hohe Energieeffizienz.
Auch die Langstreckenversion überzeugt
Nicht nur das Basismodell, sondern auch die noch nicht offiziell ausgelieferte Langstreckenversion konnte überzeugen. Ein Prototyp des Kia EV2 GT-Line mit 61,0-kWh-Akku erreichte auf derselben Strecke 428 Kilometer Reichweite und lag damit ebenfalls über dem angestrebten WLTP-Wert von 418 Kilometern.
Mit einem Durchschnittsverbrauch von 13,8 Kilowattstunden pro 100 Kilometer bestätigte die größere Batterievariante ihre hohe Effizienz und zeigte, dass der EV2 auch auf längeren Reisen eine ernstzunehmende Alternative zu größeren Elektrofahrzeugen sein kann.
Erfolgreich bei Sommerhitze und Winterkälte
Besonders bemerkenswert: Der EV2 überzeugte nicht nur bei angenehmen Sommertemperaturen, sondern bereits zuvor unter extremen Winterbedingungen. Beim NAF-Wintertest Anfang des Jahres, der bei Temperaturen von bis zu minus 21 Grad stattfand, erreichte der Prototyp der GT-Line-Version immer noch mehr als 310 Kilometer Reichweite und sicherte sich damit ebenfalls eine Spitzenplatzierung.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Leistungsfähigkeit des Fahrzeugs nicht nur unter idealen Bedingungen, sondern auch bei Kälte stabil bleibt - ein wichtiger Faktor für europäische Kundinnen und Kunden.
Entwickelt für Europa
Mit dem EV2 greift Kia eines der wichtigsten Fahrzeugsegmente Europas an: die Klasse der kompakten SUV. Das Modell wurde speziell für europäische Bedürfnisse entwickelt und wird auch in Europa produziert – im Kia-Werk im slowakischen Žilina.
Technisch basiert der EV2 auf der bewährten Elektroplattform E-GMP, die bereits bei größeren Kia-Stromern zum Einsatz kommt. Beide Batterievarianten lassen sich per Schnellladung in rund 30 Minuten von zehn auf 80 Prozent aufladen.
Besonders interessant für viele Nutzerinnen und Nutzer: Als erstes Kia-Modell unterstützt der EV2 optional das schnellere 22-kW-Wechselstromladen, wodurch sich die Ladezeiten an öffentlichen AC-Ladestationen deutlich verkürzen.
Ein neues Kapitel für kompakte Elektroautos
Der Erfolg beim „El Prix“-Test ist für Kia mehr als ein Marketing-Erfolg. Er zeigt, dass moderne Elektrofahrzeuge inzwischen nicht nur auf dem Prüfstand überzeugen, sondern ihre Versprechen auch im Alltag einlösen können.
Gerade im hart umkämpften B-Segment, in dem Preis, Effizienz und Alltagstauglichkeit entscheidend sind, setzt der EV2 damit ein starkes Zeichen. Die unabhängigen Testergebnisse belegen, dass hohe Reichweiten heute nicht mehr ausschließlich großen und teuren Elektroautos vorbehalten sind.
Mit seiner Kombination aus Effizienz, Praxistauglichkeit, schneller Ladetechnik und europäischer Produktion könnte der Kia EV2 zu einem der spannendsten Elektroautos des Jahres werden und für viele Autofahrerinnen und Autofahrer ein weiterer Beweis dafür sein, dass Elektromobilität endgültig im Alltag angekommen ist.