Energy Sharing als regionaler Motor der Energiezukunft
Besonders präsent waren dabei die EVN-Tochter egon, die digitale Werkzeuge zur Organisation von Energiegemeinschaften bereitstellt sowie die EVN-eNu-Tochter EZN (Energiezukunft Niederösterreich), die den Aufbau und Betrieb von Energiegemeinschaften mit Beratung und Tools maßgeblich vereinfachen sowie weitere regionale Partner, die Gemeinden beim Aufbau lokaler Energieprojekte unterstützen.
Energiegemeinschaften stärken regionale Wertschöpfung
Die Vorträge des Fachtags machten deutlich: Energiegemeinschaften tragen entscheidend dazu bei, Wertschöpfung in den Regionen zu halten, die Abhängigkeit von volatilen Energiemärkten zu reduzieren und Bürger:innen aktiv an der Energiewende zu beteiligen. Attraktive, stabile Energiepreise sowie der direkte Bezug von lokal erzeugtem Ökostrom gelten für viele als zentrale Argumente.
Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner verglich das Modell mit einem Wochenmarkt:
„Die einen bringen etwas ein, die anderen nutzen es. Am Ende des Tages profitieren alle. Genau das ist die Stärke von Energiegemeinschaften.“
Peer-to-Peer als neuer Trend
Neben klassischen Erzeuger- und Verbrauchergemeinschaften gewinnt ein weiterer Ansatz an Dynamik: der Peer-to-Peer-Energiehandel. Dabei teilen einzelne Erzeuger - etwa Betreiber:innen einer PV-Anlage - ihren Strom direkt mit ausgewählten Verbrauchern, beispielsweise Nachbarn. Da hierfür keine eigene juristische Person erforderlich ist, gilt das Modell als besonders unbürokratische Weiterentwicklung traditioneller Energiegemeinschaften.
Mit mittlerweile 1.720 Energiegemeinschaften nimmt Niederösterreich österreichweit eine Spitzenposition ein. Die EZN betreut rund 250 dieser Energiegemeinschaften und arbeitet dafür mit 300 Gemeinden zusammen. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Plattform egon, die mit rund 50.000 Nutzer:innen als meistgenutzte Energy-Sharing-Plattform Europas gilt.
„Energy Sharing ist gekommen, um zu bleiben“
Die Resonanz auf den Fachtag unterstreicht die wachsende Bedeutung gemeinschaftlicher Energieprojekte. „Die EVN entwickelt sich mit Energiegemeinschaften vom klassischen Energieversorger zum Datenmanager“, erklärte EVN-Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz. Gemeinsam mit Gemeinden und Partnerorganisationen wolle man diese Bewegung weiter ausbauen und aktiv an der Energiezukunft mitgestalten.
Auch Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur Niederösterreich, zieht ein positives Fazit: „Energy Sharing ist gekommen, um zu bleiben - und der Tag der Energiegemeinschaft hat erneut gezeigt, dass die Zukunft der Energie lokal beginnt.“
Auszeichnung für besonders engagierte Energiegemeinschaften
Wie erfolgreich das Modell bereits ist, zeigte sich auch bei der „e5- und EG-Auszeichnungsfeier“ Ende November. Dort wurden 36 Energiegemeinschaften mit jeweils über 100 Mitgliedern gewürdigt - darunter drei besonders große mit jeweils mehr als 500 Mitgliedern. Sie alle stehen stellvertretend für eine wachsende Bewegung, die die Energiezukunft Schritt für Schritt regional verankert.