Für Browser < IE 11 nicht optimiert. Verwenden Sie bitte einen aktuelleren Browser.
Skip to main content
Ökonwes
  • Sonne
  • Wind
  • Biomasse
  • Mobilität
  • Nachhaltigkeit(current)1
    • Nachhaltigkeit
    • Vernetzung
    • Wasser
    • weitere Energien
    • Ersatz fossiler Energie(current)2
    • Umweltschutz
    • Bauen
    • offene Briefe
    • Ansichtssache
    • Buch-Tipp
    • Heroes for future
    • Jobs
    • Ernährung und Gesundheit
    • Ökologisch Investieren
  1. oekonews
  2. Nachhaltigkeit
  3. Ersatz fossiler Energie

Energiewende von unten stockt: EU-Vision der Bürgerenergie bleibt vorerst Wunschdenken

10.03.2026

Die Idee klingt verlockend: Bürgerinnen und Bürger produzieren ihren eigenen Strom, teilen ihn mit Nachbarn und Gemeinden – und treiben so die Energiewende selbst voran.

PV-Dach.jpg
PV a´Dachanlage © michaelyeoman pixabay.com

Doch dieser europäische Traum kommt nur schleppend voran. Ein neuer Bericht des Europäischer Rechnungshof zeigt: Die viel beschworene „Energiewende von unten“ ist in der EU bislang kaum Realität.

Zuwenige  Energiegemeinschaften

Seit fast einem Jahrzehnt setzt die Europäische Union darauf, dass Bürgerenergie einen wichtigen Beitrag zur Klimapolitik leisten kann. In sogenannten Energiegemeinschaften sollen Bürger, Gemeinden und kleine Unternehmen gemeinsam Strom produzieren, verwalten und nutzen – etwa über Solaranlagen auf Mehrparteienhäusern oder gemeinschaftliche Windräder.

Doch die Erwartungen wurden bislang deutlich verfehlt. Weder die Zahl der Energiegemeinschaften noch ihr Anteil an der Stromproduktion sind in Europa nennenswert gestiegen. Dabei hatte die Europäische Kommission große Hoffnungen formuliert: Bis 2030 könnten Energiegemeinschaften rund 17 % der europäischen Windenergie und 21 % der Solarkapazität bereitstellen. Laut den Prüfern sind diese Prognosen jedoch deutlich zu optimistisch.
 

Bürokratie und unklare Regeln bremsen Bürgerenergie 

Ein zentrales Problem sind unklare rechtliche Vorgaben. Noch immer ist in vielen Fällen nicht eindeutig geregelt:

  • welche Zusammenschlüsse offiziell als Energiegemeinschaft gelten,

  • wie sie organisiert sein müssen,

  • wie erzeugter Strom unter Mitgliedern verteilt wird,

  • und wie überschüssige Energie verkauft werden kann.
     

Diese Unsicherheit schreckt potenzielle Initiativen ab. Besonders schwierig ist die Situation in Mehrfamilienhäusern, in denen fast die Hälfte der EU-Bevölkerung lebt. Dort müssen neben bestehenden Eigentümergemeinschaften zusätzliche rechtliche Strukturen geschaffen werden – ein erheblicher Verwaltungsaufwand.
 

Netze und Speicher als Engpass 

Auch technische Hürden verzögern Projekte. Neue Anlagen können oft nicht oder nur verspätet ans Stromnetz angeschlossen werden, weil die Netze vielerorts bereits ausgelastet sind.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Solarstrom wird vor allem mittags produziert, während Haushalte den meisten Strom morgens und abends benötigen. Energiespeicher könnten diese Lücke schließen – doch gerade hier fehlt es laut Rechnungshof an klaren Förderanreizen.
 

„Wettlauf mit der Zeit“ 

„Die Erreichung der Klima- und Energieziele ist für die EU ein Wettlauf mit der Zeit“, betont João Leão, der für die Prüfung verantwortlich war. Bürgerenergie sei in der Theorie ideal, in der Praxis jedoch schwer umzusetzen. Die EU müsse daher rechtliche und technische Hindernisse rasch abbauen.
 

Ein weiteres Ziel droht bereits zu scheitern: In jeder Gemeinde mit mehr als 10 000 Einwohnern sollte es bis 2025 mindestens eine Energiegemeinschaft geben. Ob dieses Ziel erreicht wurde, hat die Kommission bislang nicht einmal offiziell ausgewertet. Die Daten der Prüfer deuten jedoch darauf hin, dass die EU weit davon entfernt ist.
 

Milliardenförderung – aber wenig Wirkung 

Dabei stehen für Energiegemeinschaften EU-Fördermittel in Milliardenhöhe bereit. Nach Ansicht des Rechnungshofs werden diese Chancen bislang jedoch nicht ausreichend genutzt – vor allem weil klare Regeln, schnellere Netzanschlüsse und stärkere Unterstützung für Energiespeicher fehlen.

Ohne diese Reformen könnte die Vision der Bürgerenergie in Europa noch lange ein Projekt auf dem Papier bleiben.

PS: Übrigens sieht es in Östreich mit Energiegemeinschaften  ganz anders aus. Es gibt immer mehr und mehr davon! 

  • Drucken
  • Empfehlen
10.03.2026
Zum vorigen Artikel voriger Artikel

15 Jahre danach: Warum Fukushima noch immer dringende Warnung sein muss

Zum nächsten Artikel nächster Artikel

Energiewende zu größerer Unabhängigkeit von Energieimporten fehlt

oekonews

Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit. Sonntag, 12. April 2026, 68.795 Artikel Online

Weitere Themen

  •  Dukovany-AKW soll bis zu 80 Jahre laufen
  • Bürger empfinden Energie-Importabhängigkeit bedrohlich
  • Ägypten setzt auf Energiezukunft: Milliarden-Offensive für Strom aus  Wind- und Sonne 
  • EABG in aktueller Form kein Beschleunigungsgesetz: Öl- und Gasabhängigkeit braucht echte Gegenmaßnahmen
  • EU prüft Milliardenbeihilfen  für Frankreichs Atomkraft – sind sie "verhältnismäßig"?
  • Angriffe nahe iranischem Atomkraftwerk Buschehr: IAEA warnt vor vehementem Risiko
  • Energiewende im Interesse Europas: Forschung zeigt Wege zu mehr Akzeptanz
  • Klage gegen US-Regierung: Streit um Artenschutz im Golf von Mexiko
  • Banking im Einklang mit dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens
  • Schweiz: Atomkraftwerk Gösgen wieder am Netz
  • zum ersten Set
  • zurück zum vorigen Set
  • 1(current)
  • 2
  • 3
  • weiter zum nächsten Set
  • zum letzten Set
13.138 Artikel | Seite 1 von 1.314

Newsletter

zur Anmeldung

Termintipp

Hainburg ’84 – Eine Bewegung setzt sich durch Termin-Tipp buchen

Oekotermine

Werben auf oekonews

Direkt an der Zielgruppe

Wichtiger Artikel

STUDIE: Ohne Energiewende mehr Rohstoffverbrauch
  • Suche
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Über oekonews
  • Haftung
  • RSS
© 2026 oekonews.at
PV-Dach.jpg

PV a´Dachanlage © michaelyeoman pixabay.com