Energiebranche drängt auf Beschluss des EABG: „Energiezukunft jetzt sichern“
Aus Sicht von Oesterreichs Energie ist Energie längst zu einer zentralen Frage für Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und staatliche Handlungsfähigkeit geworden.
„Strom ist nicht nur die Energieform der Zukunft – unsere Stromversorgung ist auch die Infrastruktur der Souveränität“, betonte Oesterreichs-Energie-Präsident Michael Strugl. Die Politik habe die Bedeutung von Energie zwar erkannt, nun müsse sie jedoch die rechtlichen Voraussetzungen für einen schnelleren Ausbau schaffen.
Ausbau hinter Zielen, Kosten durch Verzögerungen
Die Branche verweist darauf, dass der Ausbau erneuerbarer Energien in Österreich weiterhin zu langsam voranschreite. Eine Studie des Austrian Institute of Technology (AIT) zeige, dass das Land beim Ausbau rund 30 Prozent hinter dem Zielpfad liege. Allein im vergangenen Jahr hätten Verzögerungen im Stromsystem Mehrkosten von rund 110 Millionen Euro verursacht.
„Nicht der Ausbau ist teuer, sondern das Zögern“, so Generalsekretärin Barbara Schmidt. Jede Verzögerung bei Kraftwerken, Netzen oder Speichern belaste letztlich Haushalte, Betriebe und den Wirtschaftsstandort.
EABG als Schlüssel für schnellere Verfahren
Das EABG soll Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energieanlagen, Netze und Speicher beschleunigen. Zentrale Elemente sind die Konzentration von Verfahren sowie die Verankerung des überragenden öffentlichen Interesses für Energieinfrastruktur.
Damit könnten Projekte schneller umgesetzt und Investitionen abgesichert werden, so die Argumentation der Branche. Ziel sei es, mehr heimischen Strom aus Wasser, Wind und Sonne bereitzustellen und damit fossile Importe zu reduzieren.
Investitionen als Wirtschaftsfaktor
Die E-Wirtschaft investiert laut Oesterreichs Energie derzeit rund 4,6 Milliarden Euro pro Jahr, davon fließen etwa 3,2 Milliarden Euro in die heimische Wertschöpfung. Rund sieben von zehn Euro würden direkt an österreichische Unternehmen gehen.
„Jeder Euro in Stromerzeugung, Netze und Speicher ist ein Auftrag an die heimische Wirtschaft und ein Beitrag zur Unabhängigkeit“, so Strugl.
Appell an den Nationalrat
Die Branche sieht im EABG einen entscheidenden Hebel für die Energiezukunft Österreichs und appelliert an die Abgeordneten, das Gesetz rasch zu beschließen.
„Es geht nicht um ein weiteres Gesetz, sondern um die Frage, ob Österreich seine Energiezukunft schneller, unabhängiger und leistbarer gestalten will“, so Strugl.