Energie unter Spannung: Kelag-Konferenz 2025 diskutiert Wege aus Kosten- und Kommunikationskrise
Zentrale Themen waren Versorgungssicherheit, steigende Energiekosten und die wachsende Rolle von Fake News im energiepolitischen Diskurs. Politikwissenschafter Peter Filzmaier zeigte in seiner Keynote, wie Desinformation die öffentliche Meinung beeinflusst und warum faktenbasierte Kommunikation für die Energiewende unverzichtbar ist. Gemeinsam mit Ingrid Brodnig, Michael Nikbakhsh, Uwe Sommersguter und Kathrin Stainer-Hämmerle diskutierte er über Strategien gegen verkürzte Darstellungen und Verschwörungsmythen.
Auch wirtschaftliche und technische Aspekte standen im Mittelpunkt: Tara Esterl (AIT) analysierte den Einfluss erneuerbarer Energien auf Strompreise und Netze, während Christoph Maurer (Consentec) die Kosten der Energiewende beleuchtete.
Die Kelag-Vorstände Reinhard Draxler und Danny Güthlein betonten die Bedeutung von Investitionen in heimische erneuerbare Energie und in gesellschaftliche Akzeptanz. Allein in Kärnten will die Kelag bis 2034 rund 2,6 Mrd. Euro in Netze und Erzeugung investieren. Ein integriertes, elektrifiziertes Energiesystem könne laut Güthlein langfristig auch die Haushaltskosten deutlich senken.
Unterstützung kam aus der Politik: LH-Stv.in Gaby Schaunig verwies auf die Notwendigkeit, Netze und Speicher parallel zu erneuerbaren Erzeugern auszubauen, während LH-Stv. Martin Gruber das Potenzial von Agri-PV und einer klugen Standortwahl im Erneuerbaren-Ausbau hervorhob. Energielandesrat Sebastian Schuschnig betonte die regionale Wertschöpfung: Jede in Kärnten erzeugte Kilowattstunde mache das Land resilienter und stärke den Wirtschaftsstandort.
Rund 100 Schüler:innen nahmen heuer teil – ein neuer Rekord, der den Anspruch der Konferenz unterstreicht, junge Menschen aktiv in den Energiedialog einzubinden. Zudem präsentierte die Kelag die neue Ausgabe ihres Nachhaltigkeitsmagazins „Wertvoll“.