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Elektromobilität als Schlüssel im Energiesystem der Zukunft

06.11.2025

VDE-Studie: Elektroautos können Stromnetze stabilisieren und Kosten senken

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© AI gen OEKONEWS

Frankfurt am Main/Stockstadt am Rhein - Elektroautos sind mehr als nur Fahrzeuge: Sie könnten künftig eine tragende Rolle im Energiesystem spielen. Details dazu zeigt eine neue Kurzstudie des VDE – Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik, die auf der VDE E-MOBILITY CONFERENCE 2025   vorgestellt wird.

Der Bericht zeigt, wie batterieelektrische Fahrzeuge (BEVs) nicht nur Energie verbrauchen, sondern auch als aktive Akteure im Stromnetz wirken können. Durch bidirektionales Laden  - also das Einspeisen von Strom zurück ins Netz - lassen sich Erzeugungsspitzen aus erneuerbaren Energien abfedern und das Stromsystem stabilisieren.

„Anliegen der Kurzstudie ist es, die Diskussion über Elektromobilität durch Fakten und Daten zu bereichern“, erklärt Dr. Ralf Petri, Geschäftsführer der Energietechnischen Gesellschaft im VDE (VDE ETG). „Denn die Frage ist nicht mehr, ob sich Elektromobilität durchsetzt – sondern wann und in welcher Form.“
 

Mobilität trifft Energie 

Laut VDE ist Deutschland längst auf dem Weg in den Massenmarkt der Elektromobilität. Die Technologie sei erprobt und marktreif. Doch entscheidend sei, sie nicht isoliert zu betrachten: Die Sektoren Mobilität und Energie wachsen zunehmend zusammen. Kooperationen zwischen Energieversorgern, Automobilherstellern und Technologieanbietern sollen ermöglichen, dass Fahrzeuge künftig Teil eines intelligenten Gesamtsystems werden – ein Schritt hin zur „All-Electric Society“.

Die Studie hebt hervor, dass gesteuertes Laden nicht nur das Netz entlastet, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bringt. Wenn Ladevorgänge zeitlich verlagert werden, können Verbraucherinnen und Verbraucher von günstigeren Strompreisen profitieren, während Versorger Lastspitzen vermeiden.
 

Fakten statt Vorurteile 

Die VDE-Analyse räumt außerdem mit verbreiteten Missverständnissen über Elektromobilität auf. So habe ein Elektroauto bereits nach rund 30.000 gefahrenen Kilometern eine bessere Klimabilanz als ein Benziner. Nach 150.000 Kilometern verursacht ein Stromer laut Studie etwa 24 Tonnen CO₂, während ein vergleichbarer Verbrenner auf rund 40 Tonnen kommt.

Auch die Sorge um Rohstoffe sei übertrieben: Die globalen Reserven von Lithium, Kobalt und Nickel seien ausreichend, um den Pkw-Bestand weltweit zu elektrifizieren. Selbst leichte Lkw bis 7,5 Tonnen seien inzwischen wirtschaftlich konkurrenzfähig. Und: Höhere Anschaffungskosten würden durch niedrigere Betriebs- und Wartungskosten kompensiert.
 

Politik und Regulierung gefordert 

Damit das volle Potenzial der Elektromobilität genutzt werden kann, braucht es nach Einschätzung der Expertinnen und Experten klare politische Rahmenbedingungen. Einheitliche Standards für Interoperabilität und Netzanschlussbedingungen seien entscheidend, ebenso wie eine schnelle Umsetzung digitaler Lösungen.

Bis 2030 könnte -  bei entsprechender politischer Unterstützung - ein wirtschaftlicher und netzverträglicher Betrieb des bidirektionalen Ladens möglich sein, heißt es in der Studie. Voraussetzung seien gezielte regulatorische Anpassungen und die Nutzung der Erkenntnisse aus bisherigen Pilotprojekten.
Vorgestellt wird die Kurzstudie im Rahmen der VDE E-MOBILITY CONFERENCE 2025, die derzeit im Coreum in Stockstadt am Rhein stattfindet.  Mit der Botschaft, dass Elektroautos künftig nicht nur Verbraucher, sondern tragende Bausteine der Energiewende sein können, setzt der VDE ein deutliches Zeichen:  Elektromobilität ist längst keine Nischentechnologie mehr. Sie wird zum zentralen Element des Energiesystems von morgen.

Links

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