Elektro-Offensive in Ho-Chi-Minh-Stadt: Mit 27 neuen Linien zur grünen Verkehrswende
Ho-Chi-Minh-Stadt macht Ernst mit der Verkehrswende: Seit dem 1. August rollen auf 27 neuen Linien moderne Elektrobusse durch die Millionenmetropole im Süden Vietnams. Damit setzt die Stadt ein klares Zeichen für einen klimafreundlicheren öffentlichen Nahverkehr – und nimmt eine Vorreiterrolle in Südostasien ein.
Die neu eingesetzten Busse gehören zur bislang größten Investition in die Elektrifizierung des Stadtverkehrs. Insgesamt 443 neue E-Busse wurden angeschafft – betrieben vom privaten Verkehrsunternehmen Phuong Trang – FUTA Bus Lines. Zusammen mit der bestehenden Flotte von über 170 Elektrobussen ergibt sich nun ein beeindruckender Gesamtbestand von 613 E-Bussen – das entspricht über einem Viertel (26,2 %) der städtischen Busflotte. Vor der Initiative waren es nur rund 7 %.
Doch das ist erst der Anfang: Bis 2030 will die Stadt vollständig auf Busse mit nachhaltigem Antrieb umstellen. Bereits jetzt fahren rund die Hälfte der Busse in Ho-Chi-Minh-Stadt emissionsarm – ein Meilenstein auf dem Weg zu einer nachhaltigeren urbanen Mobilität.
Smart, komfortabel und umweltfreundlich
Die neuen E-Busse sind nicht nur emissionsfrei, sondern auch technologisch auf dem neuesten Stand. Ausgestattet mit GPS, Innenraumkameras, kostenlosem WLAN, automatischen Ansagen und bargeldlosen Bezahlsystemen sollen sie den Nahverkehr in der Stadt attraktiver machen – nicht nur für Umweltschützer. Je nach Strecke bieten die Busse zwischen 30 und 60 Sitzplätze.
„Das neue Netz bietet den Fahrgästen mehr Komfort und eine bessere Luftqualität“, so ein Sprecher von Phuong Trang Passenger Transport JSC. „Gleichzeitig senken wir Lärm und CO₂-Ausstoß in den dicht besiedelten Stadtteilen.“
Ein grüner Masterplan für eine Millionenstadt
Der Ausbau der E-Busflotte ist Teil eines umfassenden „Green Mobility“-Masterplans. Neben dem öffentlichen Nahverkehr nimmt sich die Stadt aber auch den Individualverkehr vor: Bis 2030 sollen 400.000 benzinbetriebene Motorräder – das Rückgrat der urbanen Mobilität in Vietnam – durch elektrische Zweiräder ersetzt werden. Ein entsprechender Gesetzesentwurf sieht vor, ab dem nächsten Jahr keine neuen Benzin-Motorräder mehr für Liefer- und Fahrdienste zuzulassen.
Zudem entsteht im ganzen Stadtgebiet Ladeinfrastruktur : 19 zentrale Ladestationen für E-Autos und über 3.000 Batteriewechsel- und Ladepunkte für Zweiräder sind bereits geplant oder bereits im Bau.
Pionierarbeit für ganz Vietnam
Die Maßnahmen in Ho-Chi-Minh-Stadt folgen den nationalen Klimazielen Vietnams, die eine drastische Reduktion der Emissionen und eine klimaneutrale Wirtschaft bis 2050 anstreben. Mit ihren ehrgeizigen Plänen positioniert sich die Stadt als Vorbild für andere Großstädte der Region.
Was in den engen Gassen und auf den viel befahrenen Straßen Ho-Chi-Minh-Stadts beginnt, könnte schon bald zum Modell für eine nachhaltige Verkehrswende in ganz Südostasien werden. Die Verkehrswende ist immer mehr in Fahrt – und sie fährt elektrisch.