Elektrische Lkw: Öko-Institut sieht entscheidenden Hebel für klimafreundlichen Güterverkehr
Wie dieser Bereich rasch klimafreundlicher werden kann, erklärt Florian Hacker, stellvertretender Leiter des Bereichs Ressourcen & Mobilität am Öko-Institut, in der neuen Podcast-Folge „Wenden bitte!“.
Der größte Hebel liegt im schweren Fernverkehr, der den Großteil der CO₂-Emissionen verursacht. Batterieelektrische Lkw gelten laut Hacker als die effizienteste und bereits verfügbare Lösung. Rund 2.000 dieser Fahrzeuge sind heute schon auf deutschen Autobahnen unterwegs – mit Reichweiten von bis zu 600 Kilometern, die sich problemlos in gesetzliche Pausen integrieren lassen. Eine schnelle Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene sei hingegen aufgrund fehlender Kapazitäten derzeit nicht realistisch.
Politische Vorgaben wie die europäischen CO₂-Flottengrenzwerte sowie der Ausbau einer standardisierten Ladeinfrastruktur bieten der Branche Planungssicherheit. Die CO₂-basierte Lkw-Maut schafft zudem starke finanzielle Anreize: Emissionsfreie Fahrzeuge sparen rund 30 Cent pro Kilometer. Durch Depotladen mit eigenem Ökostrom können Unternehmen zusätzlich die Betriebskosten senken.
Damit die Transformation gelingt, sind jedoch weiterhin Förderprogramme und Unterstützung für kleinere Logistikbetriebe nötig – insbesondere beim Aufbau der Ladeinfrastruktur. Gleichzeitig zeigen erste Erfahrungen, dass elektrische Lkw auch die Arbeitsbedingungen verbessern: Sie sind leiser, vibrationsärmer und werden von Fahrer:innen klar bevorzugt.
Der Podcast „Wenden bitte!“ bietet vertiefte Einblicke in zentrale Transformationsprozesse der Nachhaltigkeitspolitik und richtet sich an ein breites politisch-ökologisches Publikum.