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Eine gut gemeinte Schnapsidee

28.04.2007

Bestechend scheint die Idee, Strom in Afrikas Wüsten für Europa zu produzieren. Näher betrachtet ein gefährlicher Unsinn! - Eine Ansichtssache von Dr. Fritz Binder-Krieglstein

Deutschlands Umweltminister Sigmar Gabriel und EnBW-Energiekonzernchef Utz Claasen seien sich über die Idee vom sauberen Solarstrom aus den Wüsten einig, die in der aktuellen Studie TRANS-CSP des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) untersucht wurde, berichtete die Deutsche Gesellschaft des Club of Rome.
Der Strom wäre sauber. Er käme aus solarthermischen Kraftwerken, welche Sonnenwärme bündeln und die Hitze zur Dampferzeugung nutzen. Der Dampf wiederum treibt Elektrogeneratoren an. Die Kosten würden bei 10 (bis 15) Cent pro kWh liegen. Der Strom würde über Gleichstrom-Hochspannungsleitungen verlustarm nach Europa gebracht werden. Alles OK und ökologisch!
Und doch hat die bestechend wirkende Idee zwei große Pferdefüsse, nämlich die Importabhängigkeit und die Abhängigkeit von monopolartigen Großkonzernen, die nur von fossil-atomar auf solarthermisch umschalten würden. Daher also die Begeisterung des EnBW-Chefs.
Nur benötigen wir keine Importe: Denn Studien für Deutschland und Österreich zeigen eindeutig, dass mit Energieeffizienzmaßnahmen der dann verbleibende Strombedarf zu 100 % erneuerbar und heimisch erzeugt werden kann. Das spart wegen Minderverbrauchs Kosten, die heute den E-Konzernen zufließen!
Politisch werden nordafrikanische Nationen (Ägypten, Lybien, Algerien, etc.) nicht stabiler, nur weil sie Solarstrom liefern könnten, aber Europa sicher ein weiteres Stück erpressbarer.
Mein Vorschlag wäre für alle Staaten mit heißen Wüsten (Ägypten, Arab. Emirate, Iran, Argentinien, Angola, USA, Indien, Australien, etc.): Baut viele solarthermische Kraftwerke und macht Euch rasch stromautonom. Wir in Europa machen dasselbe auf unsere Weise, mit dem hier optimalen erneuerbaren Energieangebot; und alle sind dann glücklich, weil ein für alle Mal stromautonom.
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28.04.2007 | Autor*in: holler
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