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Ein Jahr nach der Hochwasserkatastrophe: Aus Schwalbentragödie wird Österreichs größte Tierhilfe-Bewegung

13.09.2025

Team Tierschutz wächst aus der Krise: 2.000 Freiwillige, 3.500 gerettete Tiere und über 1.000 Einsätz

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Gerettete Schwalben © Tierschutz Austria

Wien/Vösendorf - Am 13. September 2024 verwüstete eine Hochwasserkatastrophe Teile Österreichs – mit dramatischen Folgen für die Tierwelt. Kälte, Sturm und tagelanger Regen ließen die Insekten verschwinden, Schwalben und Mauersegler fanden keine Nahrung mehr. Es kam zum größten Schwalbensterben seit den 1970er-Jahren.

Mitten in dieser Notlage geschah etwas Unerwartetes: Hunderte Menschen aus ganz Österreich griffen zum Handy, meldeten gesichtete Vögel, sammelten geschwächte Tiere ein und brachten sie ins Tierschutzhaus Vösendorf.  „Es war ein Wettlauf gegen die Zeit“, erinnert sich Stephan Scheidl, Schwalbenschutzkoordinator von Tierschutz Austria. „Ohne diese spontane Hilfsbereitschaft hätten viele Vögel nicht überlebt.“

Vom Nothilfe-Einsatz zur Bewegung

Aus der Katastrophe wuchs binnen Monaten eine Struktur, die heute Bestand hat: Team Tierschutz, die größte Freiwilligeninitiative im heimischen Tierschutz.

  • September 2024: Erste spontane Hilfsaktionen, mehrere hundert Menschen helfen, hunderte Vögel werden gerettet und wieder freigelassen. Am Ende waren es über 1.000 Menschen die während der Katastrophe Tieren geholfen haben.
  • Heute: 2.000 aktive Freiwillige, vernetzt über WhatsApp-Gruppen.
  • Seitdem: Mehr als 500 Einsätze österreichweit.
  • Bilanz: Bereits 3.500 Tiere heuer aufgenommen – doppelt so viele wie vor der Gründung von Team Tierschutz.
  • Alltag: Über 1.000 Einsätze seit dem Hochwasser 2024
  • Ausbildung: 390 Schulungsabsolvent:innen und über 80 Team Tierschutz Akademie Teilnehmer:innen.

„Dass aus einer Tragödie innerhalb eines Jahres eine so starke Bewegung entsteht, zeigt: Tierschutz ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, sagt Martin Aschauer, Sprecher von Tierschutz Austria und Initiator des Projekts.

Elli als Symbolfigur

Die 2.000. Freiwillige, Elisabeth „Elli“ Sperl aus Innsbruck, war zunächst Tierpatin im Tierschutzhaus und engagiert sich nun aktiv: „Tiere berühren mein Herz auf eine besondere Weise – sie sind ehrlich und begegnen uns mit einer Reinheit, die im Alltag oft verloren geht.“
 

Lehren aus dem Hochwasser

 

Die Katastrophe hat gezeigt: Ohne Ehrenamt geht es nicht. Deshalb setzt Team Tierschutz auf nachhaltige Strukturen:

  • Ausbildungsprogramm „16 Wochen für den Tierschutz“
  • Katastrophenschutz für Tiere als feste Säule der Arbeit.
  • Finanzielle Basis: Ein Wildtier kostet im Schnitt 28 Euro pro Tag.

Damit Hilfe künftig noch schneller geleistet werden kann, ruft Tierschutz Austria auch zum Spenden für Wildtiere in Not auf. „So können wir beim nächsten Sturm sofort reagieren, ohne wertvolle Zeit zu verlieren“, betont Aschauer.

„Jeder Vogel, der damals in den Himmel aufstieg, war ein Symbol der Hoffnung“, sagt Scheidl. „Heute sind es 2.000 Menschen, die diese Hoffnung weitertragen – und beim nächsten Sturm bereitstehen.“ 

Team Tierschutz wird mit freundlicher Unterstützung vom Verein der Tierecke umgesetzt.

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13.09.2025
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