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Eigenes Windrad, eigener Strom: Ein Meilenstein für die Energiegemeinschaft Hagenbrunn-Enzersfeld

20.02.2026

Seit 1. Oktober 2025 betreibt die regionale Energiegemeinschaft Hagenbrunn-Enzersfeld ihr eigenes Windrad – ein in Österreich bisher noch eher seltenes Modell mit Signalwirkung.

20251015 Regionale Energiegemeinsachaft Hagenbrunn Enzersdorf GGR (12).jpg
Stefan Döber (W.E.B) und Vizebürgermeisterin Helga Ronge, dahinter Vizebürgermeister Rudolf Schwarzböck (li) und Bürgermeister Friedrich Vinzens vor dem Windrad © WEB Windenergie
Mit der Pacht der Windkraftanlage „Hagenbrunn I“ von der WEB Windenergie AG hat die Energiegemeinschaft die gesamte Stromproduktion der Anlage übernommen. Das Unternehmen, das das Windrad seit 1997 betreibt, bleibt weiterhin für Service und technische Betreuung verantwortlich.


 Der gesamte Strom für die Region 

Der erzeugte Windstrom steht exklusiv den Mitgliedern der Energiegemeinschaft zur Verfügung. Bereits in den ersten drei Monaten konnten rund 85 Prozent der Produktion – etwa 230.000 kWh – an die rund 300 Mitglieder geliefert werden. Diese profitieren doppelt: von sauberem, regional erzeugtem Strom zu stabilen Fixpreisen und von reduzierten Netzentgelten.
 

Mutiger Schritt mit Vorbildcharakter 

Die Energiegemeinschaft ist ein Zusammenschluss engagierter Bürgerinnen und Bürger aus Hagenbrunn und Enzersfeld, auch die beiden Gemeinden selbst sind Mitglieder. Bürgermeister und Vizebürgermeisterin zählen zu den Gründungsmitgliedern.   Weitere Haushalte in Hagenbrunn und Enzersfeld können  auch  Mitglied der Energiegemeinschaft werden, sofern sie sich im definierten regionalen Netzgebiet befinden. Der Strom darf
ausschließlich innerhalb dieser Region verteilt werden. Genau das macht das Modell besonders nachhaltig, wirtschaftlich und gemeinschaftsorientiert.

Mit der Entscheidung, ein bestehendes Windrad zu pachten und die erzeugte Energie vollständig regional zu nutzen, übernimmt die Gemeinschaft eine Vorreiterrolle. Nur wenige regionale Energiegemeinschaften in Österreich haben bislang eine eigene Anlage samt aller Rechte und Pflichten übernommen. Organisation, Verwaltung und Stromverteilung liegen vollständig in der Hand der Gemeinschaft.
 

Oldie mit Zukunft

Die gepachtete Anlage „Hagenbrunn I“ wurde 1997 errichtet und soll noch viele weitere Jahre Strom liefern. Es handelt sich um eine Windkraftanlage des Typs Vestas V44 mit einem Rotordurchmesser von 44 Metern und einer Nennleistung von 0,6 Megawatt.
 

Was einst als Pionierprojekt der Windkraft begann, wird nun zum Symbol für regionale Energieautonomie: Ein „Oldie“ mit Zukunft – betrieben für und von der Region.


Wie uns von einem unserer Leser mitgeteilt wurde, gibt es bereits mehrere Energiegemeinschaften, die Windkraft integiert haben: 

  • EEG OMKG / Ottenschlag im Waldviertel, seit 2024 – eine 600 kW Windkraftanlage in Kirchschlag
  • BEG Semmering, seit Mai 2025 – die BEG teilt sich mit der EEG OMKG die oben genannte Windkraftanlage
  • EEG Lilienfeld in Kooperation mit BEG Sankt Pölten und einem Industriebetrieb – teilen sich zwei Windkraftanlagen in Eschenau (Traisental) mit einer Leistung von insgesamt 1.2 MW
  • EEG Elsbeere Wienerwald in Kooperation mit BEG Elsbeere Wienerwald – seit diesem Wochenende / 2,5 MW Windkraftanlage von Ökowind in Sankt Pölten
  • EEG Hollabrunn 
Auch die  Bürger-Energiegemeinschaften (BEG) im Burgenland gehen in diese Richtung. 

 

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20.02.2026 | Autor*in: Lea M.
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