E-Lkw: ELVIS baut Lade-Community für Speditionen auf
Das Prinzip ist einfach: Unternehmen stellen ihre Ladepunkte innerhalb der Community auch anderen Verbundpartnern zur Verfügung. Im Gegenzug erhalten sie Zugang zu einem wachsenden Netzwerk und können ihre eigene Infrastruktur besser auslasten. Die teilnehmenden Speditionen sollen dabei von vergünstigten Ladetarifen profitieren.
Der Bedarf steigt: Nach Angaben von ELVIS setzen bereits rund 30 Prozent der 250 Partnerunternehmen schwere Elektro-Lkw ein – Tendenz steigend. Gleichzeitig ist die öffentliche Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge vielerorts noch lückenhaft. E-Lkw werden deshalb im Fernverkehr bisher häufig auf Pendel- oder Rundläufen eingesetzt, bei denen sie zum Laden wieder zum eigenen Depot zurückkehren.
Die neue Charging Community soll hier zusätzliche Möglichkeiten schaffen. Ein E-Lkw könnte künftig beispielsweise unterwegs am Depot eines Partnerunternehmens laden und seine Tour anschließend fortsetzen. Für die Betreiber der Ladepunkte bedeutet die Öffnung zusätzliche Auslastung und Einnahmen.
„Damit dieser Hochlauf weitergehen kann, brauchen die Unternehmen eine Ladeinfrastruktur, die zu ihren tatsächlichen Transportverkehren passt“, sagt ELVIS-Vorstand Nikolja Grabowski.
Der Aufbau eigener Ladeinfrastruktur ist für Speditionen allerdings aufwendig. Neben den Ladepunkten selbst müssen unter anderem Netzanschluss, verfügbare Leistung und Lastmanagement berücksichtigt werden. Je nach Standort können auch Photovoltaik und Batteriespeicher eine Rolle spielen.
Eine ELVIS-Umfrage unter den Partnern zeigt laut Verbund, dass der Wunsch nach einem größeren Ladenetz bereits groß ist: Mehr als die Hälfte der Befragten möchte seine E-Lkw künftig deutschlandweit und nicht nur am eigenen Standort laden können. Im Rahmen der Erhebung wurden bereits 42 potenzielle Partnerstandorte genannt.
Technisch werden die Ladepunkte über die vorhandenen Lademanagement-Systeme der Betreiber in die Depotcharge-Plattform eingebunden. Fahrer und Disponenten sollen dort Informationen zu Verfügbarkeit, Ladeleistung, Kosten und Auslastung abrufen können. Für die Authentifizierung ist ein einheitlicher ELVIS-RFID-Schlüsselanhänger vorgesehen, die Abrechnung soll zentral über Depotcharge erfolgen.
Der Pilotbetrieb soll noch im Herbst 2026 mit ersten Partnerstandorten starten. Anschließend soll das Netzwerk schrittweise erweitert werden.