Dukovany: Rechnung steigt – Milliarden auch für Atom-Propaganda
Prag/Brünn - Der Ausbau des Atomkraftwerks Dukovany wird für Tschechien noch teurer. Die Regierung hat am 16. Oktober den „Aktionsplan zur Lösung der Auswirkungen der Fertigstellung neuer Blöcke“ beschlossen – mit zusätzlichen 12 Milliarden Kronen (rund 480 Millionen Euro) für Umweltmaßnahmen, Infrastruktur und eine staatliche Kommunikationskampagne zugunsten der Kernenergie.
Damit steigen die Gesamtkosten des Projekts auf über 400 Milliarden Kronen (etwa 16 Milliarden Euro, Preisbasis 2024), zuzüglich rund 14 Milliarden Kronen für den Ausbau der Transportstrecke von der Elbe nach Dukovany. Der Plan: Der südkoreanische Konzern KHNP soll zwei neu entwickelte Reaktortypen liefern, die bislang weltweit noch nicht gebaut wurden.
Imagekampagne für die Atomkraft
Teil des Regierungsdokuments ist eine umfassende „Kommunikationsstrategie“, die das Vertrauen der Bevölkerung in die Atomenergie stärken soll - auch im Fall von Verzögerungen oder Kostensteigerungen. Vorgesehen ist eine zentral gesteuerte Kampagne mit Beteiligung des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Rundfunks.
Kritiker sprechen von einer staatlich finanzierten Propagandaoffensive. „Die verabschiedete Kommunikationsstrategie zeigt, dass die Regierung offenbar selbst befürchtet, das bisher starke Vertrauen der Bürger in die Atomenergie könnte schwinden, sobald die wirtschaftliche Realität sichtbar wird“, sagt Edvard Sequens, Energieberater des Umweltvereins Calla.
Großprojekt mit regionalen Folgen
Der Plan umfasst auch umfangreiche Maßnahmen zur Bewältigung der sozialen und infrastrukturellen Auswirkungen. Laut der Studie „Dukovany 2024“ sollen während der Bauzeit rund 22.000 ausländische Arbeitskräfte und Angehörige in die Region ziehen. Insgesamt wird mit 10.000 neuen Einwohnern gerechnet.
Geplant sind 3.000 neue Wohnungen, zusätzliche Schulen, Kindergärten, Gesundheitseinrichtungen sowie eine Aufstockung von Polizei, Feuerwehr und Verwaltung. Auch das Bildungssystem soll stärker auf die Atomindustrie ausgerichtet werden.
„Weniger Geld für andere Investitionen“
Sequens warnt vor den finanziellen Folgen: „Die Kosten für Dukovany werden weiter steigen und die Möglichkeiten des Staatshaushalts einschränken, andere Zukunftsinvestitionen zu finanzieren.“
Während die Regierung die Atomenergie als Garant für Energiesicherheit und Klimaschutz darstellt, sehen Umweltorganisationen darin eine riskante Fehlallokation öffentlicher Gelder – Geld, das stattdessen in erneuerbare Energien, Energieeffizienz und nachhaltige Regionalentwicklung fließen könnte. Eines scheint bei den horrenden Kosten schon heute fix: Atomkraft ist sauteuer!
Damit steigen die Gesamtkosten des Projekts auf über 400 Milliarden Kronen (etwa 16 Milliarden Euro, Preisbasis 2024), zuzüglich rund 14 Milliarden Kronen für den Ausbau der Transportstrecke von der Elbe nach Dukovany. Der Plan: Der südkoreanische Konzern KHNP soll zwei neu entwickelte Reaktortypen liefern, die bislang weltweit noch nicht gebaut wurden.
Imagekampagne für die Atomkraft
Teil des Regierungsdokuments ist eine umfassende „Kommunikationsstrategie“, die das Vertrauen der Bevölkerung in die Atomenergie stärken soll - auch im Fall von Verzögerungen oder Kostensteigerungen. Vorgesehen ist eine zentral gesteuerte Kampagne mit Beteiligung des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Rundfunks.
Kritiker sprechen von einer staatlich finanzierten Propagandaoffensive. „Die verabschiedete Kommunikationsstrategie zeigt, dass die Regierung offenbar selbst befürchtet, das bisher starke Vertrauen der Bürger in die Atomenergie könnte schwinden, sobald die wirtschaftliche Realität sichtbar wird“, sagt Edvard Sequens, Energieberater des Umweltvereins Calla.
Großprojekt mit regionalen Folgen
Der Plan umfasst auch umfangreiche Maßnahmen zur Bewältigung der sozialen und infrastrukturellen Auswirkungen. Laut der Studie „Dukovany 2024“ sollen während der Bauzeit rund 22.000 ausländische Arbeitskräfte und Angehörige in die Region ziehen. Insgesamt wird mit 10.000 neuen Einwohnern gerechnet.
Geplant sind 3.000 neue Wohnungen, zusätzliche Schulen, Kindergärten, Gesundheitseinrichtungen sowie eine Aufstockung von Polizei, Feuerwehr und Verwaltung. Auch das Bildungssystem soll stärker auf die Atomindustrie ausgerichtet werden.
„Weniger Geld für andere Investitionen“
Sequens warnt vor den finanziellen Folgen: „Die Kosten für Dukovany werden weiter steigen und die Möglichkeiten des Staatshaushalts einschränken, andere Zukunftsinvestitionen zu finanzieren.“
Während die Regierung die Atomenergie als Garant für Energiesicherheit und Klimaschutz darstellt, sehen Umweltorganisationen darin eine riskante Fehlallokation öffentlicher Gelder – Geld, das stattdessen in erneuerbare Energien, Energieeffizienz und nachhaltige Regionalentwicklung fließen könnte. Eines scheint bei den horrenden Kosten schon heute fix: Atomkraft ist sauteuer!